Sonntag, 31. Mai 2009

Sommer in Schweden

Heute war mein bisher wärmster Tag in Schweden:-) Wir waren heute Vormittag in der Kyrkstuga am Nydalasee, wo ein Freiluft-Familiengottesdienst stattfand. Ein paar Bänke waren mit Blick zum See aufgestellt und in der Mitte haben ganz viele Leute ihre Decken ausgebreitet. Das Wetter war einfach ideal und mir hat´s gut gefallen.
Wir haben den Rundgang um den See fortgesetzt, Fotos gemacht, uns je 2 riesige Kanelbullar gegönnt, Kekse gefuttert, gelesen, geschlafen (also ich), bei Daniela leckeren Möhrenkuchen gegessen, einfach auf der Wiese gesessen und im ICA Losviktsgodis im Kilomaßstab eingekauft. Diese Süßigkeiten haben zurzeit einen unglaublichen Tiefpreis, da kommt man bei dem ansonsten dreifachen Preis einfach nicht dran vorbei...Abends haben wir dann auch noch Spaghetti gekocht, um den Zuckerschock einigermaßen auszugleichen;-) Und gerade eben haben wir "Illuminati" angeschaut. Naja, die Begeisterung hielt sich in Grenzen.

Samstag, 30. Mai 2009

Flottarstigen

Gestern fand in Umeå ein ganz großes Ereignis statt, nämlich der Brännbåll-Worldcup. Brännbåll ähnelt dem Brennball aus dem Schulsport sehr stark und hier werden zu diesem Anlass sehr viele Spielfelder auf einer großen Wiese markiert und dann geht es los. Es ist üblich, dass man seiner Mannschaft einen Namen gibt und sich auch thematisch markant "verkleidet". Das war ganz witzig anzusehen, aber zu dem Ereignis gehört auch das totale Besäufnis und die anschließende Riesen-Party im Fysikgränd. Seit ich davon erfahren hatte (und das war im Herbst), wusste ich, dass ich diese Nacht nicht hier verbringen werde.

Und so bin ich nach langer Suche auf einen Wanderweg gestoßen, der uns noch eine Übernachtung im Freien sicherte. Bei Robertsfors gibt es einen Fluss namens "Rickleån", der früher zum Flößen genutzt wurde. Entlang dieses Flusses führt der ca. 20 km lange "Flottarstig" (Flößerweg). Wir sind gestern Nachmittag in dem kleinen Kaff angekommen, wo der Weg beginnt und haben uns von 2 Schwedinnen erklären lassen, wie wir dort am besten hinkommen. Das Stück auf der Straße hat sich ein bisschen gezogen und es gab auch ziemlich viele gelbe Schilder, an denen wir hätten abbiegen können...naja, wir haben es gefunden und sind dann einen sehr schönen Weg entlang gewandert. Am Anfang noch etwas viel Auf und Ab, aber die Blicke auf den Fluss mit seinen Stromschnellen und riesigen Steinen haben alles entschädigt. Es gab ganz tolle Grillplätze, Übernachtungshütten und behindertengerechte Toiletten, aber es war leider noch zu zeitig, um sich eine Bleibe zu suchen. In Robertsfors haben wir den Weg verloren (wenn der da überhaupt ausgeschildert ist...) und musste uns ein bisschen durchfragen. Bei solchen kurzfristigen Aktionen hat man ja auch keine Detailkarte dabei...wieder zurück auf dem Weg, kamen leider keine so tollen Plätze mehr, aber letztendlich haben wir doch "unsere" Hütte gefunden (sogar mit eigenem Plumpsklo). Und zum ersten Mal hab ich dort ein Feuer gemacht, wo vorher gar keine Feuerstelle war, ging ganz wunderbar! In der Nacht war´s wieder ganz schön kalt, aber immerhin besser als ewige Party im Fysikgränd. Heute sind wir bei sommerlichen Temperaturen (bis ca. 25°C) noch ein bisschen gewandert und dann mit dem Bus wieder nach Umeå gefahren.

Flottarstigen


Nach einer schönen Erholungspause ging es in die Stadt zum Tanzabend mit schwedischer Volksmusik. Habe wieder einen neuen Tanz gelernt, bei dem einem schnell schwindlig und warm wird:-)

Donnerstag, 28. Mai 2009

Fliegender Wechsel

Jetzt ist Birte wieder weg...ebenso wie meine Winterjacke, Mütze, Schal und Skihose, die wahrscheinlich sogar den Weg nach Jena finden werden;-)
Aber keine Sorge, auch in Nordschweden bricht bald die sommerliche Touristensaison an und deren Vorboten bekomme ich auch schon zu spüren. Morgen, äh heute, kommt nämlich Miriam und bleibt auch eine knappe Woche! Das ist übrigens tatasächlich so - in der Urlaubssaison kann man hier echt viel machen. Da werden Direktbusse zu sonst nicht fahrenden Fähren eingesetzt, Museen auf sonst einsamen Inseln öffnen, es gibt ein wöchentliches Kulturangebot in der Kyrkstugan am Nydalasee usw... Leider beginnt diese Saison erst Mitte/Ende Juni und dauert nur bis Mitte August. Schade eigentlich. Nur noch 2 Wochen bin ich hier...
Und ich kann nun bestätigen, was ich vorher nicht wirlich glauben konnte: der Frühling kommt hier innerhalb einer Woche. Ich laufe einfach nur staunend über das viele satte Grün in die Uni und wundere mich, wo dass plötzlich herkommt. Da ich Umeå zum Großteil nur kahl und weiß bis grau kenne, ist das kaum zu fassen.

Dienstag, 26. Mai 2009

Zu Besuch in Norrland

Zur Abwechslung darf heute ich meine Pflicht erfüllen und als Gastautorin einen kurzen Gruß in diesem Blog hinterlassen. Richtig, hier schreibt heute nicht die Judith.
Die letzten zehn Tage durfte ich die ständige Sonne im mittlerweile grünen Umeå miterleben, auf Wandertour durch die Wälder ziehen, die skandinavischen Seen bewundern und gestern auch mal Judith ins Labor begleiten. Von der Wandertour wurde ja schon berichtet, vom Labor noch nicht. Bevor ich mich aber nun über das, was ich dort über Säulenchromatografie gelernt habe, hier auslasse oder gar noch als Bioinformatikerin anfange affine Gap-Kosten zu erklären wie gestern im Labor, belasse ich es lieber bei einer Feststellung: Die Reise in den hohen Norden hat sich rundum gelohnt!

Samstag, 23. Mai 2009

Tavelsjöleden

Wir sind zurück von einer sehr schönen Wanderung in frühlingshafter und dennoch nicht matschiger(!) schwedischer Natur. Bepackt mit gewichtsmäßig nicht zu unterschätzenden Rucksäcken haben wir uns am Freitagmorgen auf den Weg gemacht und sind gelaufen, gelaufen und gelaufen. Das Wetter war ganz nett zu uns, erst noch etwas verhalten-bedeckt, später aber schön sonnig und nicht zu warm. Und der Weg war einfach schön, was daran liegen mag, dass es nun auch in Umeå richtig grün wird, hier und dort mal ein Schmetterling durch die Gegend fliegt und schwedische Natur einfach toll ist.
Abends haben wir einen Feuerplatz auf einem schmalen Landsteg gegrillt und unsere Energieverluste mit Köttbullar, Baguette und Backkartoffeln wieder aufgefüllt. Ein Problem war allerdings die Flüssigkeitsversorgung. Nirgends auf dem Weg konnte man "nachtanken" und mehrals 2 l kann man einfach nicht mitschleppen. Wir mussten uns das Wasser also extrem einteilen. Was das Übernachten betrifft, gibt es unterwegs in recht großen Abständen einfach gehaltene Schutzhütten (also Bretterverschläge, die an einer Seite offen sind). Wir hatten uns eine ausgesucht, aber die war leider schon belegt. Also sind wir noch ein bisschen weitergestapft, ehe wir den perfekten Schlaf-Felsen gefunden haben - etwas ab vom Weg, schön windgeschützt, eben und weich gepolstert mit Rentierflechten. Ich hatte nur meinen üblichen Schlafsack + Biwaksack dabei, sodass ich mir mitten in der Nacht noch was anziehen musste und letztendlich mit 2 Hosen, T-Shirt, Pullover und 2 Jacken im Schlafsack lag. Von da an hatte ich nur noch kalte Füße und habe fast durchgeschlafen. Bei der Kälte (wir schätzen 4°C) haben zum Glück auch die Mücken nach einer Weile aufgegeben. Dass es die ganze Zeit hell war, brauche ich ja nicht zu erwähnen; die letzten paar Stunden lagen wir so richtig schön in der Sonne. Frühstück "im Bett", dann ging es weiter: vorbei an von Bibern abgenagten Baumstämmen, langsam aber stetig hinauf auf einen Berg, von dem man einen wunderbaren Blick auf den Tavelsjö hatte. Der Abstieg war hart, aber kurz und dann hat´s auch ein paar Regenschauer gegeben. Hm, an diesem Tag haben meine Füße die Aktion auch nicht mehr so optimistisch gesehen und ich darf jetzt einige Blasen pflegen...aber nach 28 km am Vortag ist das ja kein Wunder. Wie geplant ging es mit dem Bus zurück und seitdem haben wir es sehr ruhig angehen lassen und unseren Wasserspiegel wieder aufgefüllt;-)
Tavelsjöleden

Donnerstag, 21. Mai 2009

Holmsund

Himmelfahrt ist auch in Schweden ein Feiertag und wir haben diesen genutzt, um nach Holmsund zu fahren. Das ist gar nicht weit weg von Umeå und liegt an der Mündung des Umeälven (unseres Flusses hier) in die Ostsee. Wir sind ein bisschen am Strand entlang und um eine Halbinsel spaziert, aber leider ließ das Wetter zu wünschen übrig. Es war kalt und windig, sobald man sich irgendwo hingesetzt hat. Na klar, als wir dann wieder im Bus saßen, ist die Sonne natürlich hervorgekommen.
Morgen hab ich mir auch einfach mal freigenommen und wir werden den "Tavelsjöleden" gehen, einen Wanderweg, der von Umeå zu einem ca. 40 km entfernten See führt. Das bedeutet natürlich eine Übernachtung draußen und ich bin schon sehr gespannt, wie das wird!

Montag, 18. Mai 2009

Abendrot

Nachdem ich den Tag mit langwierigen, aber funktionierenden und aufschlussreichen CD-Messungen verbracht habe, waren wir heute Abend am Nydalasee und haben ein kleines Feuerchen an einer sehr windexponierten Stelle gemacht. So leicht ging es noch nie;-) Gegrillt wurden wieder mal komische Würstchen, Köttbullar, Brot, Paprika und Pilze. Es wurde dann leider doch sehr kalt, obwohl wir schon wieder die Winterjacken hervorgeholt hatten. Und auf dem Rückweg haben wir diese wunderschöne Abenddämmerung bestaunt, 22:30 Uhr war das:

Sonntag, 17. Mai 2009

Letztes Konzert

Heute habe ich mein letztes Konzert mit der Umeå Musiksällskap gespielt. Auf dem Programm standen das Notturno und das Scherzo aus Mendelssohns "Sommernachtstraum", Paganinis erstes Violinkonzert und Schumanns vierte Sinfonie. Insgesamt war es ein sehr schönes Programm und ich hätte eigentlich ein bisschen mehr üben sollen, aber gut gepfuscht ist wie immer halb gewonnen. Jaaa...letztes Konzert...es war schön, in diesem Orchester zu spielen. Auf jeden Fall habe ich dadurch was "total schwedisches" gemacht und einige Schweden kennen gelernt, wenn auch nur oberflächlich. So leicht zugänglich sind die einfach nicht - oder es liegt an meinen mangelhaften Sprachkenntnissen und/oder Sozialkompetenzen. Eins muss ich aber sagen: ich bin so froh, dass ich unter diesem Dirigenten nicht weiter spielen muss! Ich weiß nicht genau, ob der am Anfang auch schon so verrückt war und wenn ja, war ich vielleicht noch etwas verblendet oder hab viel zu wenig verstanden, um ihn richtig einstufen zu können. Aber jetzt ging er mir total auf den Keks und das nicht etwas wegen des Dirigats, daran kann ich nichts aussetzen. Wie ich vielleicht schonmal erwähnte, kommt er aus Südschweden und hat auch einen nicht unerheblichen Sprachfehler...okay, kann passieren. Aber er stottert nicht nur, er wiederholt auch ganze Wörter oder Phrasen mehrmals (in einem Wahnsinnstempo). Er lässt die Instrumente ansetzen und erst dann fallen ihm noch die wichtigen Dinge ein, die er sagen wollte. Er verschleudert die Probenzeit mit unmöglichen Vergleichen und Anekdoten, von denen ich glücklicherweise nicht alles mitbekomme (kurze Noten wie das Abzupfen von Haut nach einem Sonnebrand...?). Er lobt viel zu oft für Stellen, die gar nicht gut waren. Und um auf den Punkt zu kommen: in den Proben lässt er immer nur durchspielen und zur Generalprobe fällt ihm ein, was man denn an dem Stück jetzt noch arbeiten könnte. Naja, trotzdem hat es sich gelohnt, in dem Orchester zu spielen. Ich freue mich allerdings auch schon wieder sehr auf die AOV!
Das Konzert kam sehr gut an. Wir hatten einen wirklich guten Solisten für das Violinkonzert und das war am Ende einfach nur beeindruckend. Die Schumann-Sinfonie hat beim Spielen am meisten Spaß gemacht, wenn ich heute auch nicht in Bestform war und das lange Bratsche-Halten recht schmerzhaft war.

Und ich habe Besuch! Passend zum Konzert ist Birte nach Umeå gekommen und wird die nächsten 10 Tage bei mir wohnen. Ich hoffe, dass das Wetter über Himmelfahrt und das folgende WE so schön wird wie jetzt, dann können wir draußen viel unternehmen:-)

Freitag, 15. Mai 2009

1000 km durch Schweden...

...eine Portion Frühling abgeholt und nach einer weiteren Nachtzug-Tortur wieder zurück im Norden! Das Schöne am Verreisen mit dem Zug ist, dass man unheimlich viel sieht. Noch dazu, wenn es erst 23:00 richtig dunkel und 3:00 schon wieder hell wird. Hinzu hatte ich Aufenthalt in Sundsvall und rückzu in Stockholm und in beiden Fällen hab ich die Zeit für eine kleine Fototour genutzt. Das abendliche Licht in Stockholm war ja so toll! Und irgendwie hatte ich heute Nacht viertel Vier beschlossen, dass ich Fotos von dieser Strecke machen muss, von der ich bisher wegen Dunkelheit & Schnee noch nicht viel gesehen hatte. Dabei gibt es dort so viele schöne Seen...Und wie ich so im Halbschlaf aus dem Fenster schaue, hab ich doch tatsächlich 3 Elche gesehen! Alle Nicht-Stadt-Bilder sind aus Bus/Zug aufgenommen; ich entschuldige mich also für eventuelle Qualitätsabstriche:
Längs durch Schweden

Die Konferenz war noch sehr interessant. Wo war ich stehen geblieben? Genau, Dienstagabend waren alle zum Abendessen bei Catharina eingeladen. Sie hat eine nettes Häuschen in einer der kleinen, gemütlichen Gassen, wo im Garten sehr gutes italienisches Essen aufgefahren wurde. Ich habe einen Chemiker kennen gelernt, der in Jena studiert hat, aus Gera kommt und jetzt in Irland arbeitet. Der kannte den Grummt auch noch! Außerdem habe ich eine sehr nette Tschechin getroffen, die in der gleichen Gruppe in Irland arbeitet und aus Karlsbad kommt. Wir sind also auch fast Nachbarn. Am Mittwoch war ich nach den Vorträgen noch in einem Skizzenmuseum, das war ganz interessant (solange man nicht alles anschaut...so viel). Es ist viel azfschlussreicher, wenn man anhand von Skizzen die Gedanken und Ziele des Künstlers nachvollziehen kann. Abends hab ich bei Lily noch einen Film über China angeschaut und wir haben uns gut unterhalten, Kuchen gegessen und Fotos angeschaut. Couchsurfing kann ich echt nur empfehlen! Macht das Leben einfacher und gleichzeitig vielfältiger.

In Umeå ist es bei Weitem noch nicht so grün, aber die Temperaturen sind unterdessen so angenehm, dass ich meine Sandalen übers Wochenende aus dem Labor befreien musste;-) Allerdings ist es ein Proben- und Konzertwochenende...
Hier kommen auch noch die Bilder, die ich von Lund gemacht habe. Woran mag es nur liegen, dass sie so einen "Grünstich" haben??? Das Watson-Bild ist auch im entsprechenden Eintrag eingefügt.
Lund

Dienstag, 12. Mai 2009

J. Watson in echt

Gestern hat es tatsächlich noch geklappt und ich konnte mir ein knallgelbes Citybike mit Rücktritt und 3-Gang-Nabe ausleihen. Verglichen mit meinem Schrottfahrrad war das die reinste Erholung. Damit bin ich also zu Lily geradelt, einer Chinesin, die Austauschstudentin in Lund ist (urban design). Sie wohnt in einem Studentenwohnviertel in einem kleinen Appartment; die Couch ist ein bisschen zu kurz für mich, aber ich habe darauf besser geschlafen als im Zug. Wir sind abends noch eine Runde gelaufen und haben in einem Park einen Hügel bestiegen, von dem aus man Malmö, die Öresundsbrücke und Kopenhagen sehen kann. Dann habe ich Käsespätzle gekocht und zum Nachtisch hat sie gebratene Äpfel mit Vanilleeis gemacht. Mir geht´s also hervorragend!

Heute war erster Konferenztag und ich bin ganz erstaunt, dass ich gar nicht so müde geworden bin, wie ich erst dachte. Man muss sich den Kaffeekonsum eben für besondere Gelegenheiten aufheben; dann wirkt das auch.
Das Highlight des Tages waren die einleitenden Worte, die von James Watson gesprochen worden. Tja, es gibt bestimmte Menschen, die man nicht vorstellen muss und im Bereich der Wissenschaft gehört dieser Mann auf jeden Fall dazu. Wer jetzt leider doch nicht weiss, von wem die Rede ist, dem helfe ich mit diesem Bild auf die Sprünge. Das war auf jeden Fall ein Erlebnis. Ein Foto folgt, sobald ich wieder mein Kabel griffbereit habe. Mehr als fünfzig Jahre machen dann schon einen kleinen Unterschied;-)
Es folgten zahlreiche mehr oder weniger interessante Vorträge, hauptsächlich über Apoptose (programmierten Zelltod), bestenfalls tumorspezifisch. Jaaa...morgen geht´s weiter und dann geht es auch mehr in Richtung des Themas, was ich durch die Projektarbeit etwas kennen gelernt habe. 19:00 geht es jetzt erstmal zum Dinner bei Catharina, der Frau, die eine Grossteil der Konferenz mit organisiert.

Nachtrag - Hier kommt der Beweis:

Montag, 11. Mai 2009

Fliederduft

Na hoppla - irgendwie bin ich hier in einer anderen Klimazone gelandet! Alles ist soooo unglaublich grün und alles blüht. Flieder, Kirsche, Kastanie, Magnolie...einfach nur toll. Hmpf, irgendwie ist Umeå klimatisch etwas unterprivilegiert, aber zumindest hat man bei meiner Abreise schon viele dicke Knospen gesehen. Und Lund gefällt mir auch sehr gut. Ich bin bis jetzt nur ein bisschen ziellos durch die Satdt gelaufen, um mir einen Eindruck zu machen. Das hat irgendwie Stil. Erinnert mich allerdings ein bisschen an Dänemark (naja, kein Wunder bei der Lage). Der Unterschied zu Umeå ist jedenfalls sehr gross. Jetzt sitz ich grade in der Bibliothek, wo ich mir für die nächsten 4 Tage Internetzugang verschafft habe. Man muss mit seinen nordschwedischen Äusserungen etwas vorsichtig sein (sonst verstehen die hier statt "sieben" "zwanzig"), aber ich kann mich besser verständigen als ich je gedacht hätte. Aber es klingt schon lustig, wie die hier reden.
Die Reise war ganz okay. Naja, jedes Mal frage ich mich wieder, warum ich mir diese Quälerei mit dem Nachtzug verpasse, aber man überlebt´s. Gestern fing´s allerdings schon im Bus von Umeå nach Sundsvall gut an, als sich ein dicker Schwede unbedingt neben mich setzen wollte. Uäähh, ich war ganz eingequetscht zwischen dem Fenster und ihm und das war so unangenehm, dass ich so bald wie möglich dieFlucht ergriffen habe. Um dann hinter einer Frau zu sitzen, die sich ständig geräuschvoll am Kopf gekratzt hat...uäähhh. In Sundsvall hatte ich 2 Stunden Aufenthalt und hab mir die Stadt ein bisschen angeschaut. Dort gibt es richtig hohe Steinhäuser und die Bäume sind auch schon grün. Und Nachtzug...hm, zwischen Gävle und eineinhalb Stunden vor dem Ziel hab ich mehr oder weniger gut geschlafen.
Jep, jetzt werde ich mich mal in Richtung Dom aufmachen, um den Einsatz der Spieluhr mit Holzfiguren abzupassen. Und irgendwann gegen Abend versuch ich nochmal, ein Rad auszuleihen (waren vorhins schon alle vergeben) und zu meinem Couchsurfing zu kommen:-)

Sonntag, 10. Mai 2009

Auf nach Lund!

Heute war wieder was los in der Kirche. Grund war die Aufführung eines kleinen Musicals. Zwei Kinderchöre, schöne Kulissen, ein Bär und ein Kaninchen gab es dabei zu hören und zu sehen. Es war total schön, wie engagiert und freudig die Kinder bei der Sache waren. Und die Kirche war richtig voll!
Hier eines meiner Lieblingslieder, am Klavier übrigens David:



Dazu noch der Text:
Bara den som vandrar nära marken kan se dina under, Gud.
Låt oss aldrig bli så stora att vi inte ser de små,
larven som kryper och myran som stretar och barn som lär sig gå. Nej!

Grob übersetzt:
Nur die, die nah am Boden laufen, können deine Wunder sehen, Gott.
Lass und nie so groß werden, dass wir das Kleine nicht sehen,
die kriechende Larve und die strebende Ameise und Kinder, die laufen lernen. Nein!


So, heute noch fahre ich nach Lund. Bis zu meiner Abreise im Juni wollte ich eigentlich keine größeren Reisen mehr unternehmen, aber in Lund findet eine Konferenz über "HAMLET and tumour-killing proteins" statt, bei der auch Kristina (also meine unmittelbare "Vorgesetzte") einen Vortrag hält. Ich freu mich, dass ich mitkommen darf!
Morgen werde ich mir also Lund mal näher anschauen und von Dienstag bis Donnerstag findet dann die Konferenz statt. Mit dem Nachtzug hin, mit dem Nachtzug zurück und ich bin pünktlich am Freitag zum Probenwochenende wieder da!

Samstag, 9. Mai 2009

MADE

Eher durch Zufall habe ich meine Künstlerin am Freitagabend gleich im Foyer der Norrlandsopera wiedergetroffen. Unterdessen kannte sie sich in dem Gebäude besser aus als ich, aber naja...ein winziges Bisschen konnte ich schon helfen und wir haben uns auch gut unterhalten. Ihre Musikinstrumente sind praktisch Laptop und Mikrofon und sehr effektvoll waren auch die Filme, die dazu liefen. Rechts ein Bildchen von ihr.
Danach kam die schwedische Gruppe "Franska Trion". Das war sehr gute Musik, solange der Pianist nicht gesungen hat. Aber das klang so schrecklich, dass es auch schon wieder Stil hatte. Als ob´s gewollt wäre.



Nachdem ich heute den Tag über zu Hause ein bisschen sortiert habe, war ich abends wieder in der Stadt und habe mir "Trio Lligo" zusammen mit dem Sinfonieorchester angehört. Sehr gut, muss mal nach einer CD suchen. Die kommen aus Umeå und haben vor 15-20 Jahren gespielt. Letztes Jahr haben sie wohl wieder zusammengefunden. Gitarre, angenehm wenig Schlagwerk, Kontrabass, Mundharmonika, Gesang auf Schwedisch und das von nur 3 Leuten! Hat mir gefallen.
Danach habe ich mich nochmal an so einer Tanzveranstaltung versucht, "rosa löften" hieß sie. Ein Tänzer ist ganz in Rosa gekleidet aufgetreten und hat sich beim Gehen männlich und beim Tanzen weiblich bewegt. Es war etwas langatmig, aber ganz gut gemacht. Om dansmusik och kroppsidentität...tja, irgendwie typisch schwedisch.

Freitag, 8. Mai 2009

Trommelwirbel mit der Wirbeltrommel

...aber fangen wir von vorne an. Gestern ist "meine" Künstlerin in Umeå angekommen, Gudrun Gut aus Deutschland. Ich kannte sie vorher nicht, aber man sollte mich in solchen Fragen keinesfalls als Maßstab setzen. Wie auch im Herbst sollte ich mit dem eingeteilten Chauffeur zum Flughafen fahren, sie in Empfang nehmen und zum Hotel begleiten. Allerdings hatten wir die falsche Zeit bekommen, sodass beim ersten Versuch gar kein Flug angekommen war. Eineinhalb Stunden später kam dann nicht nur sie, sondern auch noch 6 Finnen. Da der Mini-Bus nur 8 Plätze hatte, musste ich mich zwischen dem Willkommen auf dem Flughafen und im Hotel entscheiden...hmpf, retrospektiv war es wenig sinnvoll, mit zum Flughafen zu fahren, da wir dort nur 5 Minuten Zeit hatten und dann alle außer mir wieder in die Stadt verschwunden sind. Sehr nett und locker war sie jedenfalls, aber seitdem hab ich auch nix mehr gehört und habe so ein schlechtes Gefühl, weil ich gar nichts machen kann. Nun ja, heute Abend spielt sie. Ich hoffe, wir treffen uns vorher, sodass ich meine Hilfe mit was-auch-immer wenigstens nochmal anbieten kann.

Neben dem knallgelben T-Shirt ist noch etwas für mich rausgesprungen: ich darf mir wieder alles kostenlos anhören. Und gestern Abend hat Evelyn Glennie zusammen mit dem Sinfonieorchester gespielt. Sie ist Solo-Schlagzeugerin (soweit ich verstanden habe weltweit die einzig fest angestellte) und...sie ist taub. Um alle Schwingungen aufzunehmen, tritt sie barfuß auf. Und das Ganze war so faszinierend, dass ich gar keine Zeit hatte, mich durch Foto & Film ablenken zu lassen. Sie war so wahnsinnig schnell! Ein Stück war eben für Solo-Wirbeltrommel und es war erstaunlich, was sie aus dem kleinen Ding alles herausgeholt hat. Und wie laut das werden kann. Für das andere Stück war praktisch das gesamte vordere Drittel der Bühne mit Schlagwerk-Instrumentarium belegt und sie musste sich immer beeilen, dass sie von einem zum nächsten kommt. Sehr faszinierend.
Dummerweise bin ich dann noch geblieben, habe mich eine Dreiviertelstunde lang wartend gelangweilt und mir dann zwei sehr zweifelhafte Tänzer angetan. Es war sooo langweilig und zusammenhangslos...wenn man das nur immer vorher wüsste. Jedenfalls habe ich schon jetzt keine Lust mehr auf Experimente, weshalb ich auch hier sitze und nicht an einem der Schauplätze. Außerdem kam ich gerade erst aus dem Labor...ufff.

Mittwoch, 6. Mai 2009

100 kleine Trompeter und rockende Omis

MADE...so heißt das Festival, welches heute in Umeå eröffnet wurde.
Auf dem Opernplatz versammelten sich 100 Kinder, die während der letzten 2 Monaten in ihren Schulen Trompetenunterricht bekommen hatten. Die Aktion trug den Namen "Trumpetgerillan" und so klang das Ganze:



Dann ging es mit dem "Generationskör" weiter. Die Senioren gehen doch ganz schön ab, oder?



Und die restlichen Eindrücke will ich euch auch nicht vorenthalten:





Die Farbe des Festivals ist dieses Jahr übrigens gelb (wer wäre drauf gekommen...). Und diesmal heißt es nicht Volontär, sondern Funktionär - aber ich bin ab morgen in meinem knallgelben T-Shirt wieder mit dabei, Namensschildchen und Schlüsselkarte liegen schon bereit.

Samstag, 2. Mai 2009

Gummistiefel

Gummistiefel sind eine unglaublich tolle Erfindung. Das Wetter war heute wunderbar und ich hatte schon lange vor, dem Naturreservat Grössjön mal wieder einen Besuch abzustatten. Ein paar Gummistiefel sind bei Lisas Abreise in meinen Besitz übergegangen und ein anderes Paar habe ich in unserer Rumpelkammer hier im Korridor gefunden. Mit Daniela bin ich losgezogen und dieses Mal waren wir bestens für dich sehr feuchten Verhältnisse im Reservat gewappnet. Und es macht ja sooo viel Spaß, wenn man nicht im Zickzack und unter vielen Verrenkungen um die Schlammlöcher, Pfützen und kleinen Seen herumlaufen muss, sondern einfach mitten hindurch kann! Herrlich, wunderbar, einfach zu schön...
Das Feuerchen durfte natürlich auch nicht fehlen und zu diesem Zeitpunkt hatten wir zufällig noch 2 Freunde von Daniela getroffen, die ihres nicht anbekommen haben. Wieder mal ein Hoch auf die guten Flammat-Grillanzünder! Wir saßen 2 Stunden und haben alles gegrillt, was wir in unseren Vorräten so finden konnten. Der See ist übrigens schon eisfrei! Dann ging´s wieder zurück und leider ist Daniela ziemlich nass geworden, als sie Sumpf-Surfing in so einer Wasserrinne imitieren wollte. Tja, für das Ergebnis hätte sie den Tag über auch keine Gummistiefel anziehen müssen...
Grössjön i Maj
Um auf meinen Fahrradgeschichte zurückzukommen: der eine neue Reifen, den ich noch in einem anderen Laden gekauft hatte, passt auch beim besten Willen nicht auf die Felge. Allerdings fährt das Rad von Kilometer zu Kilometer schlechter und ich trau mich schon gar nicht mehr richtig, weil ich immer denke, dass der Reifen gleich explodiert oder so. Da Jonas für seine Fahrradbauaktion sowieso sämtliche Utensilien und Zubehörteile in und vor dem Haus verstreut hatte, hab ich ihn um den zerschnittenen Reifen gebeten. Er hat mich sehr verwundert angeschaut und meinte, dass der doch kaputt wäre - aber jetzt hab ich den Tipp meines Vatis befolgt und Stücke von dem Reifen innen mit bisschen Gummilösung in meinen Reifen "eingeleimt". Ein gewisser Effekt ist zu spüren - die seitliche Auslenkung hat ganz wesentlich abgenommen, aber leider spürt man die unterschiedliche Dicke so sehr, dass ich mit der Konstruktion auch nicht schneller als 15 km/h fahren kann. Naja, ist immerhin dreimal schneller als Laufen...Hier ein paar Bilder, die veranschaulichen, warum ich die ganze Zeit über dieses Thema jammere:

Donnerstag, 30. April 2009

Valborg

Mein Fahrrad hat jetzt am Hinterrad eine echt komische Ausbeulung. Einen Versuch mit einem neuen Reifen wage ich noch, dann gebe ich es auf. Hm, aber vielleicht sollte ich es einfach so machen wie mein Mitbewohner Jonas: er hat 2 Fahrräder gefunden und baut sich daraus jetzt ein funktionsfähiges zusammen! Oder versucht es...


Ansonsten...im Labor bin ich gerade ziemlich auf mich allein gestellt, da Kristina für eine Woche in Stockholm ist. Meine Chromatographie läuft so schlecht wie selten zuvor, aber momentan habe ich das Gefühl, dass ich mit etwas Glück beim Interpretieren der schrottigen Chromatogramme und der in den Fraktionen herumschwimmenden weißen Wolken doch ein paar sinnvolle Informationen gewinnen kann. Ich gebe also nicht auf und dialysiere sowie lyophilisiere alles, was mir verdächtig erscheint. Werde auch morgen ein bisschen arbeiten und mir den Tag bei anderer Gelegenheit frei nehmen.
Heute musste ich nach der Arbeit unbedingt mal wieder mit meiner Kamera zum Nydalasee aufbrechen. Eigentlich dachte ich, dass der schon ein bisschen mehr aufgetaut ist, aber immerhin lassen sich die Zeichen des Frühlings nicht mehr leugnen:

Nydalasjön April

Außerdem - Walpurgis! Auf dem Campus war ein bisschen was los, z.B. haben sich alle 4 Chöre zusammengetan und Frühlingslieder gesungen, es waren ein paar Stände aufgebaut, Reden, 200 Jahre Frieden in Schweden, noch mehr Musik... Ich bekomme das Video mal wieder nicht hochgeladen. Aber naja, ziemlich viele Leute und doch irgendwie kalt. Jetzt sitz ich wieder zu Hause;-) Ein großes, qualmiges Feuer gab es auch:

Spex: "Apollo"

Ich muss doch noch was nachholen: am Sonntag war ich im Stück "Apollo" von den "Umespexarna", einer jungen Theatergruppe hier in der Stadt. "Spex" bezeichnet eine Form von Theater, bei der u.a. das Publikum Wünsche abgeben kann. Hat eine Szene gut gefallen, kann es das nochmalige Spielen fordern - besondere Änderungswünsche können natürlich auch abgegeben werden, z.B. "jetzt noch gemeiner", "Rollen tauschen", "als Oper", "auf Deutsch", "tröste sie"... Das ganze lief natürlich auf Schwedisch,was ein bisschen schade war;-) Ich möhte nict wissen,wie viele der Witze ich nicht mitbekommen habe, aber ich habe mich trotzdem prächtig amüsiert. Das Stück schildert die "wahren" Ereignisse hinter der ersten Mondlandung. Am tollsten waren eigentlich diese grünen Mondmännchen mit lila Klamotten und jeweils 2 komischen Antennen auf dem Kopf. Und es gab auch einen grünen fluffigen überall mit Fell bewachsenen Mondkumpel - der hat mir am besten gefallen. Die Bewohner dort hatten jedenfalls beschlossen, mal auf die Erde zu reisen und zur gleichen Zeit waren die ersten Menschen auf den Mond gekommen. Allerdings hatte einer der Amerikaner eine Russin mitgeschmuggelt (seine einzige Freundin), die noch schnell die Flagge ausgetauscht hat, ehe sie alleine mit der Rakete wieder davongeflogen ist. Die verbleibenden 3 Amerikaner sind mit den Mondmännchen in Schwierigkeiten geraten, aber am Ende konnten alle Probleme durch so eine komische Yucca-Fikus-Zimmergrünpflanze ausgeräumt werden, die der eine aus mir unerklärlichen Gründen mitnehmen musste. Sie sind dann alle mit dem Bus auf die Erde gefahren:-)
Das ganze Stück ging fast dreieinhalb Stunden und es war wirklich sehr gut. Musik gab´s zu der spannenden Handlung auch und ich hatte zeitweise sogar das Gefühl, im Musical zu sitzen. Einige a-capella-Sachen...wow. Es war jedenfalls eine beachtliche Leistung von allen Beteiligten.

Samstag, 25. April 2009

Kleiner Ausflug

Heute habe ich mir mein komisches Fahrrad geschnappt und bin ein bisschen durch die Gegend gefahren. Schon beim Aufstehen waren es 10°C und man konnte sich endlich mal wieder ohne größere Kälte-Schutzmaßnahmen draußen bewegen. Da ich mit dem Rad ein bisschen vorsichtig sein muss, bin ich hier und da zu einem See gelaufen und auch mal ein Stückchen ans Meer. Auch wenn´s auf den Bildern noch recht winterlich aussieht - es war so warm wie wohl seit September nicht mehr. Endlich!

Holmsjön, Mjösjön, Tavlefjärden

Und heute Abend war wieder Tanzabend mit schwedischer Volksmusik. Sunniva hatte mich darauf hingewiesen. In der ersten Stunde wurde wieder ein Tanz unterrichtet (Polska) und an dessen ordnungsgemäßer Ausführung hab ich dann mit Sunniva und ein paar Schweden den restlichen Abend noch gefeilt. Am Anfang eher peinlich, aber zum Schluss konnte ich mich ganz oft drehen und trotzdem wieder auf dem richtigen Fuß landen. Allerdings hat sich dann auch alles andere gedreht;-)

Donnerstag, 23. April 2009

Frustriert.

Wo war ich stehen geblieben? Ja, der Platte. Gleichzetig Beginn einer sehr wundersamen Geschichte. Gestern war Kristina so nett und hat mich mit dem Auto mit in den großen Supermarkt genommen, sodass ich je zwei neue Mäntel und Schläuche kaufen konnte. Angabe des Typen, von dem ich das Fahrrad im August gekauft habe, waren 27 Zoll und ich war schon sehr erleichtert, dass es diese exotische Größe überhaupt gab, noch dazu in der passenden Breite. Leider habe ich den Mantel dann beim besten Willen nicht auf das Rad bekommen - beim letzten Viertel war immer noch ein Stück übrig und das wurde auch nach einer halben Stunde Ausprobieren nicht besser. Also bin ich heute wieder in den großen Supermarkt gelaufen (übrigens bei sehr schönem Wetter, zum ersten Mal nur mit Fleecejacke) und habe denen erklärt, dass ich die falsche Größe gekauft habe. Alles kein Problem, ich hab die ganze Ausrüstung in der 26-Zoll-Variante mitgenommen und stand eine Stunde später noch viel ratloser vor meinem Rad, weil ich schon nach der Hälfte merkte, dass der Mantel nie und nimmer da drauf passt. Häh? 26,5 Zoll oder was??? Ich hab den alten Schlauch geflickt und den ausgefusselten Mantel wieder draufgezogen. Womit man doch nicht alles seine Zeit verbringen kann...morgen werd ich nochmal in den großen Supermarkt fahren und denen erklären, dass es ein Fehlkauf war und ich alles zurückgeben möchte. Hach.

Im Übrigen ist mir im Labor ein mittelgroßer Fehler unterlaufen - ich hatte mir die Aminosäuresequenzen meiner 10 Proteine säuberlich bei Pubmed rausgesucht und damit alle weiteren Daten wie Moleulargewicht, isoelektrischen Punkt und Extinktionskoeffizienten berechnet. Dann fiel mir auf, dass ich nach der Dialyse nur noch ein Bruchteil des Insulins hatte, was ich eigentlich hätte haben müssen. Super, bei Pubmed stehen die Sequenzen der nicht prozessierte Aminosäuren und das Insulin war so klein, dass es lustig durch die Membran in die 5 l Pufferlösung geschwommen ist... Heute musste ich mich erstmal den ganzen Tag lang hinsetzen, um auch bei den anderen Proteinen die gröbsten Fehler und Folgefehler rauszuholen. Die Protein Data Bank hat mich dabei auch fast in den Wahsinn getrieben und ich habe zum Glück "Uniprot" gefunden, wo das alles halbwegs übersichtlich ist.
Und dann ist da noch diese TA, die es auf mich abgesehen hat - die hat mich schon am ersten Tag ganz kritisch beäugt, ob ich auch nur ordentlich beschriftete Sachen in den Kühlraum stelle. Vorgestern hab ich es gewagt, meine Proben über Nacht in den falschen -80°C-Gefrierer zu stellen und dann hab ich auch noch "ihre" Magnetrührplatte benutzt. Sehr freundlich, dass sie diese dann gegen eine ausgetauscht hatte, die nicht funktionierte. Wo ist mein Wochenende? Ach nee,ich wollt ja eigentlich mit meinen neuen Reifen Fahrrad fahren...