Samstag, 28. Februar 2009

Les SlovaKs

Heute sind wir eine Runde um den Nydalasee gegangen, haben eine kleine Fika im Schnee gemacht und dann diesen mir bisher unbekannten Sport beobachtet - kite skiing oder snow kiting oder was auch immer...


Abends war ich dann mit Lisa in der Norrlandsopera zur Vorstellung von "Les SlovaKs", einem Ballett-Ensemble. Ich hatte von denen noch nie was gehört, kenne mich mit Ballett eh nicht aus und hab auch nicht viel erwartet. Es war total schön! Die Gruppe besteht aus 5 Tänzern und einem Violinisten. Letzterer hat vor einem Schaltpult Platz genommen und mit dem Fuß ein Gerät bedient, welches das Gespielte aufgenommen hat. Nach einer bestimmten Zeit wurde es wiedergegeben, sodass der Geiger eine neue Melodie darüber legen konnte konnte. Eine geniale Idee! Dieser Mensch hat praktisch die ganze Zeit gespielt und das auch noch wahnsinnig gut. Dann konnte er auch noch verschiedene Einstellungen vornehmen, sodass das Gespielte z.B. gleich mal 2 Oktaven tiefer wiedergegeben wurde. In einem Stück hab ich mich wirklich gefragt, wie er sich in den vielen Stimme, die er da eingespielt hatte, selbst noch zurecht fand. Und das Solo, das er dann noch ohne diese Aufnahmetechnik hingelegt hat...unglaublich. Ach, und da war ja noch was: die 5 Tänzer. Sie hätten wahrscheinlich sonstwas machen können und ich hätte den Abend schon wegen des Geigers toll gefunden, aber sie waren auch so beeindruckend! Erstmal interessante Auftrittskleidung und dann sehr elegante, weiche Bewegungen, die das Gefühl vermitteln, alles wäre sooo einfach. Und es war so abwechslungsreich: vom kreativen "jeder-tanzt-was-er-will" über Zweierkombinationen bis hin zu fast komödiantischen Teilen mit allen fünf Beteiligten. Ich habe mal ein Video bei Youtube herausgesucht (was natürlich nur einen winzigen Eindruck vermittaln kann):
http://www.youtube.com/watch?v=LESFk6zv7nI

Freitag, 27. Februar 2009

Schneelogistik

Was mir gerade während der letzten Tage aufgefallen ist: die baggern die riesigen Schneeberge hier weg, verladen den Schnee auf Laster und fahren ihn irgendwohin. Ein paar Mal habe ich jetzt schon diese Schneelaster durch die Stadt fahren sehen und dort, wo bisher zwischen Fußweg und Straße noch ein über 1 m hoher Schneewall von der Schneefräse war, hatte man plötzlich wieder freie Sicht. Wo auch immer sie den Schnee hinbringen - wahrscheinlich rettet es uns vor der großen Flut, die zwangsläufig ausstehen würde, sollte es hier mal wieder wärmer werden (keine Sorge, wir sind immer noch/schon wieder bei ca. -10°C). Trotzdem bezweifle ich, dass man das Haus ohne Gummistiefel verlassen kann, wenn hier der Frühling einzieht. Aber "Frühling" ist ja auch so ein relativer Begriff. Ich habe gehört, dass es für die Einwohner Kirunas schon Frühling ist, wenn die Tage wieder länger werden. Dazu muss da oben keine einzige Blume blühen. Und auch hier find ich´s manchmal schon richtig frühlingshaft - hell, Vögel (keine Krähen) geben wieder Geräusche von sich, die Sonne blendet nicht mehr so und -5°C kommen mir schon total mild vor. Mit dem vielen Schnee ist das alles etwas surreal.

Jetzt arbeite ich im Praktikum wieder mit eine Schwedin zusammen. Ich kenne Mariell schon aus dem letzten Kurs und heute hat sich auch herausgestellt, dass wir im Labor ein gutes Team sind - so gut, dass uns die Betreuer schon gleich wieder auseinander reißen und den hoffnungslos verlorenen Iranerinnen zuteilen wollten. Aber wir wollten nicht;-) Ich habe noch eine Schaden von meinem Marokkaner. Zumindest haben wir nochmal betont, dass wir den beiden Mädels neben uns helfen, wenn sie Fragen haben, was ja eigentlich selbstverständlich ist. Ich wundere mich, wie man für so einen - fortgeschrittenen - Kurs überhaupt zugelassen werden kann, wenn man noch nichtmal weiß, wie so eine Pipette zu bedienen ist, dass man beim Zentrifugieren einen Deckel braucht, wie man die Konzentrationen ausrechnet und was man überhaupt gerade tut - ich schätze mal, die waren noch 2 oder 3 Stunden länger im Labor als wir. Und wir waren schon 10:30 Uhr fertig mit Zellen ernten, lysieren und Proteinkonzentration bestimmen
Ich hab die Zeit genutzt und bin mal wieder um den See gerannt, muss schließlich mein Fitnessprogrammlangsam mal wieder aktivieren (alle Jahre wieder...). Danach habe ich Kanelbullar gebacken;-)

Gestern war ich abends noch in der Stadt bei "Jazz i Studion". Das ist jeden Donnerstagabend mit verschiedenen Gruppen und ich bin auch gleich mal Mitglied der Jazz-Vereinigung geworden, da sich das schon lohnt, wenn man nur zweimal am Donnerstagabend auftaucht. Gestern jedenfalls war es eine Gruppe mit Sängerin, Klavier, Sax, Bass, Schlagzeug, Gitarre und Marimbaphon. Schöne Musik und sehr nette Atmosphäre; da muss ich wieder hin.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Praktisk kursen börjar

Typischerweise isst man hier am Faschingsdienstag "Semmlor". Der Teig ist mit Kardamom gewürzt und dann gibt es eine marzipanähnlichen Füllung (mandelmassa), außerdem wie man sieht viel Sahne. Nachdem ich am Montag die Klausur geschrieben hatte (und das war viel zu schreiben!) habe ich mir zwei von diesen Dingern reingehauen. Rückblickend betrachtet nicht besonders klug - nach dem ersten hätte ich ruhig mal noch einen Moment warten können um rauszufinden, ob ich noch Appetit habe. Für den Rest des Tages war ich etwas übersättigt...
Das ist aber das Einzige, was es über den Fachingsdienstag in Schweden zu berichten gibt. Sehr angenehm, wenn man das Theater so mal umgehen kann.

Während der letzten Tage habe ich mich etwas von den musikalischen und biochemischen Ereignissen erholt und es ruhig angehen lassen. Heute war ich mal wieder 2 Stunden in der Uni, da jetzt der praktische Teil des Tumorbiologiekurses anfängt. Die Assistenten haben uns erzählt, was wir tun werde und dann sollten wir das erste Experiment planen, wobei sie eigentlich schon wieder alles verraten hatten (oder man es in den Unterlagen finden konnte). Morgen wrd darüber diskutiert und am Freitag ist endlich mal wieder "wet lab" angesagt, zwar nur SDS-PAGE und Western Blot, aber immerhin.

Sonntag, 22. Februar 2009

Konzert und Klausurvorbereitung

Das war also mein drittes Konzert hier. Wir hatten gestern schon sehr viel und sehr intensiv geprobt, heute Mittag war Generalprobe und heute Abend Konzert. Die Generalprobe war nicht so erhebend, da es an einigen Stellen sehr wacklig war und ich auch noch so ein paar spezielle Stellen hatte, die nochmal einer kleinen privaten Übungssitzung bedurft hätten. Wie sich das für einen Bratscher gehört, habe ich die Noten schön im Kasten gelassen und einen kleinen Mittagsschlaf gehalten. Frisch und munter gingen die Sechzehntelläufe im Konzert dann auch wie von Zauberhand!

Nächster Punkt: Morgen schreibe ich Klausur in Tumorbiologie. Dass das auch immer auf solche Wochenenden fallen muss. Und dieses WE wäre auch noch UmeFolk gewesen, ein Festival mit schwedischer Volksmusik, wo ich total gerne hingegangen wäre. Da hätte ich sogar wieder als Freiwillige mitmachen können. Ging zeitlich leider nicht. Aber zurück zur Uni - mit PUMA, snail, slug, hedgehog & Co habe ich einen halben Zoo gelernt. Einer unserer Dozenten hat mal behauptet, dass man es als Biochemie-Student durchaus mit dem Vokabelpensum eines Sprachstudenten aufnehmen kann. Und meine Meinung ist, dass wir eigentlich noch viel mehr machen müssen, weil die komischen Proteinnamen im Gegensatz zu einer Sprache keinen Sinn ergeben und in der Mehrzahl der Fälle für jemanden, der nicht zufällig im Entdeckerlabor gearbeitet hat, vollkommen unergründlich sind. Warum nennt man ein Protein bitte "Hedgehog" (für die Ältern = engl. für "Igel") und präzisiert diese Angabe mit "sonic", "asian", "desert"? Und warum werden in den Protein-Comics immer so bunte Dinger mit Igelstacheln gemalt, wenn doch bei Wikipedia steht, dass nur die Larven der Drosophila-Mutante igelig aussehen? Miriam hat beim Chatten eine sehr tolle Erklärung geliefert: die igeligen Larven waren entweder geräuschempfindlich oder hatten Schlitzaugen oder hatten trockene Haut:-) Nun ja, das ist nun nicht das, was ich lernen musste, aber darüber macht man sich seine Gedanken und das lenkt sehr von den wesentlichen Inhalten ab. Ich bin also - wie so oft in letzter Zeit - wieder mal blendend vorbereitet, werde da morgen früh mal hingehen und hoffe, dass es nicht so lange dauert, diese Klausur zu schreiben.
P.S.: Das Bild ist ein Teil des Posters an meiner Tür, "Pathways in Human Cancer"

Freitag, 20. Februar 2009

Beethoven & Brahms

Am Sonntag haben wir wieder mal ein Konzert, diesmal nennt es sich "Vinterkonzert". Das bedeutet gleichzeitig, dass wir Probenwochenende haben. Auf dem Programm stehen Beethovens 1. Sinfonie und Brahms 2. Klavierkonzert - endlich mal was Richtiges!
Heute Abend hatten wir schon eine sehr produktive Probe. Wir haben die Sachen mit dem Dirigenten einstudiert, den wir bis jetzt immer hatten. Das Konzert dirigiert aber ein anderer und der war heute zum ersten Mal da. Das ist ein sehr, sehr guter Dirigent, der aus dem Orchester noch richtig viel rausholen kann. Und es hat auch gleich viel mehr Spaß gemacht, auch wenn er ein recht Bratscher-unfreundliches Tempo vorgelegt hat. Und sehr positiv zu bewerten ist natürlich auch, dass ich diesen Menschen verstanden habe - der kommt anscheinend hier aus dem Norden. Nicht wie der stotternde und lispelnde Südschwede, bei dem ich immer noch nicht viel mehr als die Zahlen verstehe;-) Und der Pianist war heute auch schonmal da. Das wird was!

Mittwoch, 18. Februar 2009

Der "Abgesang"

Eine sehr traurige Mitteilung: heute haben wir zum letzten Mal mit unserem kleinen Chor gesungen. Nachdem wochenlang zu den Proben kaum mal mehr als 4 Leute da waren, war das die einzig logische Schlussfolgerung. Trotzdem ist es total schade - auch wenn ich sonst eher über die Choristen herziehe, hat es mir in diesem Chor sehr viel Spaß gemacht. David hat das wirklich gut gemacht.
Da haben wir heute also nochmal 4 Liedchen gesungen. Bei der einen Schwedin frage ich mich auch - erst kommt sie ewig nicht, dann hält sie sich für so gut, dass sie alles gleich laut mitplärren kann und schafft es dabei, eine konstante Differenz von einem Viertelton (oder so) zu den anderen beiden Sopranen herzustellen. Ich hoffe, man konnte es einigermaßen anhören.
Danach haben wir bei Evelina noch eine Abschlussfika gemacht. Eigentlich hatte sie gesagt, dass sie gleich um die Ecke wohnt...ich hätte den schwedischen Entfernungsangaben gleich misstrauen sollen, aber nee, so bin ich halt 20 min ohne Skihose durch die Kälte gelaufen. Jedenfalls haben wir dort noch gemütlich zusammen gesessen und das Allerbeste war, dass Suniva ihre Nyckelharpa dabei hatte und wir diese mal ganz genau unter die Lupe nehmen konnten. Und wir durfte sogar spielen!

Dienstag, 17. Februar 2009

Spaß auf der Loipe

Nachdem uns der See jetzt so unheimlich ist (ich habe mit meinem Mitbewohner schon über das Seeungeheuer im Nydalasee spekuliert), sind wir heute etwas nach Süden geradelt und haben uns dort an eine Loipe gewagt, wo nicht so viele Profis unterwegs waren. Diese Loipe war allerdings ganz schön bergig, was zu Situationen wie dieser führte:


Es ging steil bergan und ich habe Lisa gerade erzählt, wie ich bei der letzten Abfahrt in der Kurve hingeflogen war, als es mir auch schon die Skier nach hinten wegzog und ich der Länge nach hingeklatscht bin. So habe ich auch gleich eine kleine Lektion zum Thema Alpinski bekommen - wie stehe ich am Hang wieder auf und bleibe dann dort stehen? Ich glaub, es wäre ein Video wert gewesen...
Und da ich keine Ahnung habe, wie man mit diesen Skiern bremst, habe ich meine ganz individuelle Abfahrtstechnik entwickelt: ich bin soweit in die Hocke gegangen, dass ich fast auf den Skiern saß (dann fällt man nicht so tief), die Stecken hinten nach oben und mit den Händen wird neben der Loipe gebremst. Und wenn´s doch zu schnell wurde (und so eingekugelt wird man sehr schnell) hab ich mich längs in den Schnee geschmissen...
Um alle Bedenken zu mildern - ich habe die Skier heute zurückgegeben und werde in den nächsten Tagen wieder etwas sicherer leben. Aber Spaß gemacht hat´s auf jeden Fall und ich bin dem Skifahren nicht mehr abgeneigt!

Hier noch ein paar Fotos der letzten Tage:

Montag, 16. Februar 2009

Häh?

Mir ist da was mächtig gewaltig unklar.

Ich war heute wieder mit Lisa auf dem Nydalasee, zum Skifahren. Es war auch sehr schön; die Bewegungen habe ich unterdessen recht gut drauf und der Muskelkater von gestern ist weg. Dann kamen wir aber zu einer Stelle, die schon sehr komisch aussah - so, als ob da mal ein Loch gewesen wäre, bestimmt 1 m im Durchmesser...oder zumindst so, als ob da mal was angetaut ist). Wir haben beschlossen, diese eigenartige Stelle seitlich zu umgehen. Dabei sind wir eingesunken! Uns wurde echt anders zumute und bei Lisa wurde es auch noch mit jedem Schritt tiefer. Wir haben uns dann möglichst schnell dorthin begeben, wo wir hergekommen waren; die Skier waren von dem Wasser-Schnee-Matsch total vereist! Dann haben wir uns echt gesputet, von diesem komischen See herunter zu kommen. Nee, also das war mir ein bisschen zu spannend.

Ich kann mir überhaupt nicht erklären, wie das sein kann. Wir haben hier praktisch seit Mitte November Temperaturen unter 0°C (es war höchstens mal drei Tage lang etwas wärmer). Seit ca. 10 Tagen ist es auch selten wärmer als -10°C und heute war mit -18°C am Morgen auch ein besonders kalter Tag. Sonnig ist es zurzeit auch - wenn es mittags auf mein Thermometer knallt, geht der Zeiger auch mal bis auf 10°C hoch.
Der Nydalasee hat einen Umfang von 9 km; etwa 0,5 km breit und 4 km lang. Auf dem Eis liegen im Schnitt 30 cm Schnee. Auch an den Stellen, wo wir eingesunken sind, war der Schnee so pulvrig wie überall. Eisfischen und evtl. auch -baden ist hier nicht unüblich, was zumindest dieses schon wieder zugefrorene "Loch" erklären würde. Allerdings war das Loch mitten auf der Loipe und drumherum waren auch keine Fußspuren. Und Eisfisch-Löcher sehen eigentlich ganz anders aus. Und wenn man darauf achtet, sieht man über den ganzen See verteilt immer wieder Fußspuren und Abdrücke von Skistöcken, die sich in den Matsch gebohrt haben, der dann wieder gefroren ist.

Ich bin gespannt auf eure Erklärungen und eins steht fest: Ich gehe nicht mehr auf diesen See!

Sonntag, 15. Februar 2009

Schwedischer Volkstanz

Gestern Abend war ich auf Empfehlung von Anna-Lena (meiner "echten" Schwedin aus dem Host-Programm) zu einer Veranstaltung der Volksmusikvereinigung von Umeå. Ich fand mich in einem großen Kreis von Menschen wieder, die alle "Slängpolska" lernen wollten oder es auch schon konnten. Ein Mädchen hat immer wieder die gleiche Melodie gefiedelt und ein Schwede hat sehr engagiert und lustig erklärt, was man in diesem Tanz machen muss. Als es darum ging, rhythmisch im Kreis zu laufen, konnte ich noch recht gut folgen. Später wurde das aber in Paare aufgeteilt und mit verschiedensten Seitenwechsel- und Drehungsbewegungen versehen...äh ja. Die Musik, die später dazu kam, war jedenfalls sehr toll; etwa jede halbe Stunde spielte jemand anders.

Hier ist das wohl typischste schwedische Instrument zu sehen, eine Nyckelharpa.
Da es nun mit dem Tanzen bei mir nicht so weit her ist, habe ich mich auch gerne damit begnügt, Leute zu beobachten. Und auf einer solchen Veranstaltung laufen schon sehr alternative Typen herum...

Nach dem Gottesdienst waren Lisa und ich heute noch unten in der Stadt, wo wir mal die Folkkök ("Volksküche") ausprobieren wollten. Dort kann man jeden Sonntag billiges veganes Mittagessen bekommen. Das Ganze ist in einem Jugendzentrum untergebracht und die Menschen dort waren auch sehr...alternativ. Dabei gab es live Klezmermusik (Geige, Akkordeon, Bass)! Das Essen war in Ordnung, aber ich werde in Zukunft doch die Sonntagsfika im Skogis bevorzugen. Es geht doch nichts über so ein Stück Schokokuchen!

Samstag, 14. Februar 2009

Åka Skidor!

Ich war Skifahren! Ich habe jetzt für 5 Tage Langlaufskier geliehen und düse damit über den Nydalasee. Eigentlich bin ich auch noch gar nicht richtig umgefallen, richtig schönes Wetter ist noch dazu und ich muss sagen- es macht Spaß! Gestern waren wir tatsächlich 3 Stunden mit den Dingern unterwegs, wobei wir uns zur Abwechslung auch mal auf die professionelle Loipe nördlich des Sees getraut haben. Es ist dann aber eher unangenehm, auf einer Strecke von 1 km von 5 Menschen überholt zu werden, die das wirklich können, hihi. Nachdem ich heute noch keine Anzeichen von Muskelkater verspürt habe, haben wir gleich nochmal eine kleine Runde gedreht. Die Steigerung des Ganzen lag da bei in der Frage, wie wir zum See kommen. Laufen? Nee, langweilig und zu weit. Ich glaub´s noch selbst kaum, aber nachdem ich nun schon 3 Monate nicht mehr Fahrrad gefahren war, hab ich das heute gleich mit Skiern reaktiviert. Eine Hand lenkend, in der anderen das Zeug. Ich muss spinnen...





Mittwoch, 11. Februar 2009

Gammelstads Kyrkstad nära Luleå

Und auch am Montagmorgen haben wir es sehr zeitig aus den Betten geschafft und den Rückweg angetreten. Dazu muss ich mal bemerken, dass wir sehr froh waren, dass unser Auto auch ohne die hier üblichen Motorheizungen immer schön brav angesprungen ist. Wir hatten dann nur mit dem Eis zu kämpfen, dass sich nach den ersten drei Atemzügen auf den Innenseiten der Fensterscheiben gebildet hat. Unser Atem hat sogar dazu geführt, dass es im Auto geschneit hat, wir haben die kleinen Flöckchen auf dem Armaturenbrett ganz deutlich gesehen! Und den Blick aus der Rückscheibe konnte man eh vergessen, da die immer total vereist war.
Auf dem Weg haben wir wieder ein paar Rentiere gesehen, die da so mitten auf der Straße umstanden. Geschneit hat es auch ordentlich, aber trotz all dieser Umstände haben wir es bis nach Luleå geschafft- besser gesagt bis "Nederluleå", also den Stadtkern, der existierte, bis man ihn irgendwann im 17. Jhd. wegen der Hebung des Skandinavischen Schildes ins jetzige Luleå verlagern musste. In Nederluleå befindet sich ein UNESCO Weltkulturerbe, nämlich "Gammelstads Kyrkstad". Um es kurz auszudrücken: eine für nordschwedische Verhältnisse sehr große und schöne (Stein-)Kirche mit über 400 kleinen roten Häuschen drumherum. In dieser Form ist das wohl nirgendwo anders noch so erhalten. Die Häuschen dienten als Unterkunft für Menschen, die einen "etwas weiteren" Anreiseweg hatten - so konnten auch sie sonntags in den Gottesdienst gehen, hatten eine Unterkunft für Markttage usw.

Gammelstads Kyrkstad, Luleå

Ja, und damit beende ich meine Berichte über das letzte verlängerte Wochenende. Auf der weiteren Heimfahrt gab es nicht mehr viel zu erleben und in Umeå lag auch ganz schön viel Schnee - ich möchte mal schätzen, dass das jetzt 1 m ist und sehr lustig ist es, wenn man total eingeschneite Fahrräder sieht. Die Räder sind fast komplett weg, man müsste die Dinger praktisch ausgraben.
Die Orchesterprobe am Montag hab ich mal ausfallen lassen und heute hab ich im Gottesdienst mal wieder einen typisch-schwedisch-Moment erlebt: David saß nur mit Socken am Flügel und hat dort die Kirchemusik gemacht, während ein anderer Schwede ziemlich direkt vorm Altar seine Gummistiefel ausgezogen hatte, wo sie dann auch sehr dekorativ rumlagen;-)

Dienstag, 10. Februar 2009

Ishotell i Jukkasjärvi

Von Kiruna aus haben wir uns am Samstagmorgen auf den Weg nach Jukkasjärvi gemacht, wo jedes Jahr das Eishotel aufgebaut wird. Dabei wird das Eis aus dem nahe gelegenen "Torne River" verwendet, welcher anscheinend gerade die perfekte Fließgeschwindigkeit hat, um besonders gleichmäßiges Eis zu leifern. Das Eis ist so toll, dass es sogar exportiert wird, z.B. an Outdoorgeschäfte zum Testen von Winterbekleidung oder auch mal für eine Modenschau (und die Pariser haben das Eis dann wieder nach Schweden zurückgeschickt, weil man ja nicht wissen kann, was da noch so drinne ist...den Giftmüll kann man wirklich nicht in der Seine entsorgen). Nun ja, wir waren zum Glück schon früh um 10 dort und haben uns einer schwedischen Führung angschlossen - angesichts der Menschenmassen, die uns bei der englischen Führung 2 Stunden später überrollten, war das eine sehr gute Entscheidung. So haben wir zuerst einen kurzen Einblick bekommen und hatten dann noch ganz viel Zeit, uns alles in Ruhe anzusehen. Und da gibt es wirklich viel zu sehen: neben der Kirche, der Icebar und der großen Halle mit den 4 Kronleuchtern (betrieben natürlich mit wärmelosen LEDs) gibt es viele "art suites" zu bestaunen. Das sind individuell gestaltete Hotelzimmer zu den verschiedensten Themen. Es war total beeindruckend, wie viele Ideen hier umgesetzt wurden und in jedem Zimmer hat man eine neue Überraschung erlebt. Ich kann mal wieder nur auf die Fotos verweisen. Und auch das ist natürlich nur eine Auswahl...

Eishotel in Jukkasjärvi

Eine solche Suite kostet für eine Nacht etwa 500€, während man die Übernachtung im "8-Betten-Schlafsaal" schon für ca. 100€ bekommen kann;-)
Was ich niemals gedacht hätte: es wird gar nicht das Eis dieses Winters verarbeitet, sondern das von letztem Jahr. Die lagern das tatsächlich über den Sommer, sodass dann schon bald mit dem Wiederaufbau angefangen werden kann. Und für die Icebar werden jedes Jahr eine Million Gläser produziert! Im Hotel war es übrigens deutlich wärmer als draußen, allerdings verbreiten die Rentierhäute einen sehr unangenehmen muffigen Geruch. Falls man sich wirklich entschließt, dort zu schlafen, bekommt man anscheinend superwarme Thermo-Schlafsäcke. Wir waren aber ganz froh, dass wir die Nacht in einem normalen Bett verbringen konnten:-)

Später sind wir noch nach Kiruna reingefahren und haben uns die Kirche angeschaut. Lustig, das alles jetzt mitten im Schnee zu sehen. Sonst gab es dort nicht viel mehr zu unternehmen (v.a. nicht bei den Temperaturen) und wir haben uns recht schnell wieder in unsere Unterkunft verkrümelt. Lisa und ich sind dann abends nochmal nach Jukkasjärvi gefahren, wo es in der Kirche eine Art Andacht gab. Allein schon wegen der Sängerin hat sich das total gelohnt.

Montag, 9. Februar 2009

Vintermarknad i Jokkmokk

So, da bin ich wieder. Jetzt hab ich genügend Geschichten und Bilder für die Einträge der nächsten Tage - beginnen wir also bei Jokkmokk und dem Sami-Markt. Am Freitag sind wir nach der Uni noch bis Murjek gefahren, wo wir eine kleine Hütte hatten. Dort lag schön viel Schnee und dazu waren es auch noch gemütliche -25°C. Hihi, ich konnte es mir nicht verkneifen, vor unserem Häuschen mal barfuß und mit extrem weit hochgekrempelter Hose in den Schnee zu springen und dass der mir bis übers Knie ging, hat schon was zu bedeuten;-)


Am nächsten Tag waren wir noch ein Stündchen unterwegs, ehe wir in Jokkmokk ankamen. Eingepackt in T-Shirt, Wollpullover, Windstopper-Fahrradjacke, Fleecejacke, Regenjacke, Jeans und Skihosen konnte es losgehen. Natürlich machen auch vor solch einem traditionellen Markt die neuzeitliche Einflüsse keinen Halt, aber wenn man diese ausblendete, hatte das alles schon ein sehr eigenes Flair. Am Auffälligsten waren die vielen Pelze. An jedem dritten Stand konnte man Pelzzeug kaufen und ich habe mal versucht, die Anzugsordnung der Besucher & Verkäufer auf diesem Markt festzuhalten, hihi. Die allerschärfste Variante waren diese Mützen, die praktisch aus einem ganzen Fuchs bestanden. Da schau ich jemandem nichts ahnend ins Gesicht und kurz drüber guckt mich der Fuchs an...oder man läuft hinter einer Frau, von deren Mütze der Fuchsschwanz sowie 2 Hinterbeine runterbaumeln...uiuiui. Schaut euch am besten die Fotos an;-)

Jokkmokk


Der typische Sami-Stil kommt hier leider gar nicht richtig zum Ausdruck. Traditionell tragen die Sami sehr farbenfrohe Kleider in leuchtendem rot, gelb und blau. Und dann haben sie auch noch diese tollen Rentier-Schuhe. Das sah immer total witzig aus neben all den Touris in Skihosen und Wintertretern.
Dummerweise war die Kälte wirklich nicht das Idealwetter für so einen Markt und wir waren ziemlich schnell schon ziemlich durchgefroren, sodass wir uns immer mal in ein paar Zelte verkriechen mussten. Nicht dass es da so viel wärmer gewesen wäre, aber zumindest war es dort nur knapp unter 0°C. Jetzt kann ich mir zumindest sicher sein, der Kälte auf allen zukünftigen Weihnachtsmärkten zu trotzen;-)
Nach dem sehr tollen Ren-Race haben wir uns dann aber verkrümelt und sind nach
weiter nach Kiruna gefahren, aber vom Eishotel erzähl ich heute nicht mehr... ich muss erstmal wieder einen Blick in mein Tumorbiologie-Buch werfen.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Im Schnee nach Norden

Wow, wir haben richtig viel Neuschnee bekommen! Seit gestern gab es mindestens 30 cm dazu (und voher langen ja auch schon nicht ganz unbeträchtliche Mengen). Dann fährt hier vor dem Haus immer so ein riesiger Bagger lang, der das alles entweder zur Seite schiebt oder zu meterhohen Schneebergen auftürmt, deren Überreste man garantiert im Mai noch sehen wird;-) Und auch für die nächsten Tage ist viel Schnee vorhergesagt - das wird natürlich spannend, weil wir ab morgen ein Auto haben und mittags nach der Uni zunächst Richtung Jokkmokk fahren werden. Das ist ein sonst eher unbedeutender Ort, indem aber jedes Jahr der Wintermarkt der Sami stattfindet (dieses Jahr wohl zum 404. Mal). Es war nicht leicht, dort eine Unterkunft zu finden - ja, man hätte für ca. 25 € auf dem Boden der Turnhalle schlafen können, aber das ist ja mal ein bisschen übertreiben - sodass unsere Unterkunft nun 50 km von Jokkmokk entfernt ist. Naja, spätestens am Samstag werden wir auf diesen Markt fahren und dann geht es weiter nach Kiruna, von wo aus wir uns am Sonntag das Eishotel in Jukkasjärvi anschauen wollen. Ich bin gespannt, wie weit wir in diesem Schnee wirklich kommen und werde nach unserer Rückkehr am Montag Bericht erstatten!

Dienstag, 3. Februar 2009

taiwanesisch

Heute war ich bei Kai-Yuan eingeladen; das ist die Taiwanesin, die ich aus meiner Buddy Group kenne. Nachdem sie über Weihnachten durch ganz Südeuropa getourt ist und dann auch noch ein bisschen in Nordschweden unterwegs war, hat sie viel zu berichten. Zurzeit ist auch ihr Freund mit da, der gerade sein Auslandssemester in Brüssel abgeschlossen hat und sehr gut kochen kann:-) Ja, da ging es mal wieder mit Stäbchen zu Werke und dazu wurden viele interessante Dinge über Taiwan und andere Orte ausgetauscht.
Ha, außerdem war ich heute bei -7°C rennen, und das sogar 50 min lang! Man muss schließlich jeden einzelnen Sonnenstrahl nutzen; ab Donnerstag sieht es in der Vorhersage nach durchgängigem Schneefall aus.
Die Streicherprobe gestern war auch viel produktiver als ich erwartet hatte. Kann das sein, dass die Geigen plötzlich all ihre bescheuerten Stellen geübt haben? Ich freue mich jedenfalls schon aufs Konzert, das wird sicher gut.

Sonntag, 1. Februar 2009

Lied

Unglaublich! Heute haben wir hier seit über 2 Wochen zum ersten Mal wieder die Sonne gesehen!
Sonst gibt es nicht viel zu berichten. Ziemlich viel Zeit verbringe ich damit, mein Buch zu lesen. Ansonsten habe ich am Wochenende nicht viel auf die Reihe bekommen... jaja, ich war mal ein bisschen draußen auf dem See und heute früh auch im Gottesdienst, aber das war´s auch schon. Hier ein Video von einem Lied, was immer gesungen wird, bevor die Kinder zur "Söndagstimme" (wie Kindergottesdienst) verschwinden. Man beachte, wie Walter da vorne abgeht (und das ist noch nicht die Extremform!):



Und ich hab Bratsche geübt. Wir haben morgen Streicherprobe... da musste ich mal die ganzen Faulenzer im Brahms genauer auseinander nehmen, man kann sich schließlich nicht immer nur mit Tremolo durchpfuschen.
Zum Glück kann ich schon versprechen, dass die Berichte über das nächste Wochenende spannender werden, dann ist nämlich wieder ein "kleiner" Ausflug geplant:-)