Donnerstag, 30. April 2009

Valborg

Mein Fahrrad hat jetzt am Hinterrad eine echt komische Ausbeulung. Einen Versuch mit einem neuen Reifen wage ich noch, dann gebe ich es auf. Hm, aber vielleicht sollte ich es einfach so machen wie mein Mitbewohner Jonas: er hat 2 Fahrräder gefunden und baut sich daraus jetzt ein funktionsfähiges zusammen! Oder versucht es...


Ansonsten...im Labor bin ich gerade ziemlich auf mich allein gestellt, da Kristina für eine Woche in Stockholm ist. Meine Chromatographie läuft so schlecht wie selten zuvor, aber momentan habe ich das Gefühl, dass ich mit etwas Glück beim Interpretieren der schrottigen Chromatogramme und der in den Fraktionen herumschwimmenden weißen Wolken doch ein paar sinnvolle Informationen gewinnen kann. Ich gebe also nicht auf und dialysiere sowie lyophilisiere alles, was mir verdächtig erscheint. Werde auch morgen ein bisschen arbeiten und mir den Tag bei anderer Gelegenheit frei nehmen.
Heute musste ich nach der Arbeit unbedingt mal wieder mit meiner Kamera zum Nydalasee aufbrechen. Eigentlich dachte ich, dass der schon ein bisschen mehr aufgetaut ist, aber immerhin lassen sich die Zeichen des Frühlings nicht mehr leugnen:

Nydalasjön April

Außerdem - Walpurgis! Auf dem Campus war ein bisschen was los, z.B. haben sich alle 4 Chöre zusammengetan und Frühlingslieder gesungen, es waren ein paar Stände aufgebaut, Reden, 200 Jahre Frieden in Schweden, noch mehr Musik... Ich bekomme das Video mal wieder nicht hochgeladen. Aber naja, ziemlich viele Leute und doch irgendwie kalt. Jetzt sitz ich wieder zu Hause;-) Ein großes, qualmiges Feuer gab es auch:

Spex: "Apollo"

Ich muss doch noch was nachholen: am Sonntag war ich im Stück "Apollo" von den "Umespexarna", einer jungen Theatergruppe hier in der Stadt. "Spex" bezeichnet eine Form von Theater, bei der u.a. das Publikum Wünsche abgeben kann. Hat eine Szene gut gefallen, kann es das nochmalige Spielen fordern - besondere Änderungswünsche können natürlich auch abgegeben werden, z.B. "jetzt noch gemeiner", "Rollen tauschen", "als Oper", "auf Deutsch", "tröste sie"... Das ganze lief natürlich auf Schwedisch,was ein bisschen schade war;-) Ich möhte nict wissen,wie viele der Witze ich nicht mitbekommen habe, aber ich habe mich trotzdem prächtig amüsiert. Das Stück schildert die "wahren" Ereignisse hinter der ersten Mondlandung. Am tollsten waren eigentlich diese grünen Mondmännchen mit lila Klamotten und jeweils 2 komischen Antennen auf dem Kopf. Und es gab auch einen grünen fluffigen überall mit Fell bewachsenen Mondkumpel - der hat mir am besten gefallen. Die Bewohner dort hatten jedenfalls beschlossen, mal auf die Erde zu reisen und zur gleichen Zeit waren die ersten Menschen auf den Mond gekommen. Allerdings hatte einer der Amerikaner eine Russin mitgeschmuggelt (seine einzige Freundin), die noch schnell die Flagge ausgetauscht hat, ehe sie alleine mit der Rakete wieder davongeflogen ist. Die verbleibenden 3 Amerikaner sind mit den Mondmännchen in Schwierigkeiten geraten, aber am Ende konnten alle Probleme durch so eine komische Yucca-Fikus-Zimmergrünpflanze ausgeräumt werden, die der eine aus mir unerklärlichen Gründen mitnehmen musste. Sie sind dann alle mit dem Bus auf die Erde gefahren:-)
Das ganze Stück ging fast dreieinhalb Stunden und es war wirklich sehr gut. Musik gab´s zu der spannenden Handlung auch und ich hatte zeitweise sogar das Gefühl, im Musical zu sitzen. Einige a-capella-Sachen...wow. Es war jedenfalls eine beachtliche Leistung von allen Beteiligten.

Samstag, 25. April 2009

Kleiner Ausflug

Heute habe ich mir mein komisches Fahrrad geschnappt und bin ein bisschen durch die Gegend gefahren. Schon beim Aufstehen waren es 10°C und man konnte sich endlich mal wieder ohne größere Kälte-Schutzmaßnahmen draußen bewegen. Da ich mit dem Rad ein bisschen vorsichtig sein muss, bin ich hier und da zu einem See gelaufen und auch mal ein Stückchen ans Meer. Auch wenn´s auf den Bildern noch recht winterlich aussieht - es war so warm wie wohl seit September nicht mehr. Endlich!

Holmsjön, Mjösjön, Tavlefjärden

Und heute Abend war wieder Tanzabend mit schwedischer Volksmusik. Sunniva hatte mich darauf hingewiesen. In der ersten Stunde wurde wieder ein Tanz unterrichtet (Polska) und an dessen ordnungsgemäßer Ausführung hab ich dann mit Sunniva und ein paar Schweden den restlichen Abend noch gefeilt. Am Anfang eher peinlich, aber zum Schluss konnte ich mich ganz oft drehen und trotzdem wieder auf dem richtigen Fuß landen. Allerdings hat sich dann auch alles andere gedreht;-)

Donnerstag, 23. April 2009

Frustriert.

Wo war ich stehen geblieben? Ja, der Platte. Gleichzetig Beginn einer sehr wundersamen Geschichte. Gestern war Kristina so nett und hat mich mit dem Auto mit in den großen Supermarkt genommen, sodass ich je zwei neue Mäntel und Schläuche kaufen konnte. Angabe des Typen, von dem ich das Fahrrad im August gekauft habe, waren 27 Zoll und ich war schon sehr erleichtert, dass es diese exotische Größe überhaupt gab, noch dazu in der passenden Breite. Leider habe ich den Mantel dann beim besten Willen nicht auf das Rad bekommen - beim letzten Viertel war immer noch ein Stück übrig und das wurde auch nach einer halben Stunde Ausprobieren nicht besser. Also bin ich heute wieder in den großen Supermarkt gelaufen (übrigens bei sehr schönem Wetter, zum ersten Mal nur mit Fleecejacke) und habe denen erklärt, dass ich die falsche Größe gekauft habe. Alles kein Problem, ich hab die ganze Ausrüstung in der 26-Zoll-Variante mitgenommen und stand eine Stunde später noch viel ratloser vor meinem Rad, weil ich schon nach der Hälfte merkte, dass der Mantel nie und nimmer da drauf passt. Häh? 26,5 Zoll oder was??? Ich hab den alten Schlauch geflickt und den ausgefusselten Mantel wieder draufgezogen. Womit man doch nicht alles seine Zeit verbringen kann...morgen werd ich nochmal in den großen Supermarkt fahren und denen erklären, dass es ein Fehlkauf war und ich alles zurückgeben möchte. Hach.

Im Übrigen ist mir im Labor ein mittelgroßer Fehler unterlaufen - ich hatte mir die Aminosäuresequenzen meiner 10 Proteine säuberlich bei Pubmed rausgesucht und damit alle weiteren Daten wie Moleulargewicht, isoelektrischen Punkt und Extinktionskoeffizienten berechnet. Dann fiel mir auf, dass ich nach der Dialyse nur noch ein Bruchteil des Insulins hatte, was ich eigentlich hätte haben müssen. Super, bei Pubmed stehen die Sequenzen der nicht prozessierte Aminosäuren und das Insulin war so klein, dass es lustig durch die Membran in die 5 l Pufferlösung geschwommen ist... Heute musste ich mich erstmal den ganzen Tag lang hinsetzen, um auch bei den anderen Proteinen die gröbsten Fehler und Folgefehler rauszuholen. Die Protein Data Bank hat mich dabei auch fast in den Wahsinn getrieben und ich habe zum Glück "Uniprot" gefunden, wo das alles halbwegs übersichtlich ist.
Und dann ist da noch diese TA, die es auf mich abgesehen hat - die hat mich schon am ersten Tag ganz kritisch beäugt, ob ich auch nur ordentlich beschriftete Sachen in den Kühlraum stelle. Vorgestern hab ich es gewagt, meine Proben über Nacht in den falschen -80°C-Gefrierer zu stellen und dann hab ich auch noch "ihre" Magnetrührplatte benutzt. Sehr freundlich, dass sie diese dann gegen eine ausgetauscht hatte, die nicht funktionierte. Wo ist mein Wochenende? Ach nee,ich wollt ja eigentlich mit meinen neuen Reifen Fahrrad fahren...

Dienstag, 21. April 2009

Der Beweis: es taut tatsächlich!

Schön, oder?

Mein Fahrrad hat einen Platten. Ganz passend gestern zum Montag, wo ich doch das erste Mal wieder zur Probe hätte fahren können...allerdings fällt mir so auch die Entscheidung leichter, die Bereifung noch einmal grundlegend zu erneuern. Jetzt muss ich mich nur noch überwinden und Mäntel & Schläuche kaufen gehen. Ja, gehen, und da hab ich nach meinem langen Labortag ein echtes Motivationsproblem:-(

Und stellt euch mal vor: wenn ich jetzt aus dem Fenster sehe, kann ich noch die Abenddämmerung sehen. Wir haben schon wieder 15,5 Stunden Tageslicht und es geht rasant voran. In einem Monat wird´s wohl nicht mehr richtig dunkel!

Sonntag, 19. April 2009

Nyckelharpa

Am Feitag habe ich mich mit Sunniva getroffen und wir haben versucht, ein Duo mit Nyckelharpa und Bratsche zu spielen. Unsere Wahl fiel auf "Der Spiegel" von Mozart (das war das einizige, was ich auf die Schnelle im Internet finden konnte). Das Stück an sich ist ja schonmal ziemlich witzig. Man steht sich gegenüber und spielt vom gleichen Notenblatt, jeder wie gewohnt von links oben nach rechts unten und daraus wird eine nettes kleines Duo mit eindeutiger erster und zweiter Stimme. Mozart mit Nyckelharpa ist noch dazu ein unschlagbares Ereignis - gerade im Mittelteil wäre niemand mehr draufgekommen, dass das Mozart sein soll. Dieses Instrument macht fast alles zu schwedischer Fiedelmusik! Es mischt sich auch ganz gut mit Bratsche, sodass man das Ergebnis guten Gewissens anhören kann. Dann kam der Teil, wo ich dazulernen muss: "richtige" schwedische Volksmusik, und zwar ein Stück namens "Pastor Pär". Erstes Problem: ich bin absoluter Blattspieler und kann keine drei Töne ohne Noten spielen, geschweige denn mich einen Tag später an eine Tonfolge von mehr als zwei Tönen erinnern. Die anderen Probleme: mach doch mal kein Vibrato und nimm die leeren Saiten! Unglaublich, wie sehr man auf die klassische Spielweise fixiert ist...aber unterdessen kann ich das Stück einigermaßen!

Sonst keine großen Vorkomnisse während des Wochenendes. Ich war ein bisschen in der Stadt, heute Vormittag in der Kirche und bin nach meinem Mittagschlaf eine Runde um den See gegangen. Und ich kann verkünden, dass der Schnee jetzt deutlich den Rückzug antritt! Ich hab das erste frei fließende Wasser im Umeälven (unserem Fluss hier) gesehen und die Eisschicht auf dem See sieht auch schon sehr bedenklich aus. Fotos...reich ich nach.

Donnerstag, 16. April 2009

Mitte April...

...und mal was ganze Neues: Heute hat es den ganzen Tag lang geschneit. Dabei ist am Montag und Dienstag schon richtig viel weggeschmolzen, als es hier mal bis zu 10°C waren. Unter anderem auch mein Schoko-Osterhase, der dummerweise direkt am Fenster stand. In diesem Zustand hatte er leider keine Chance mehr...
Ansonsten geh ich jeden Tag ins Labor und bin dort so gut beschäftigt, dass ich abends nur noch zu Hause rumgammle;-) Ich habe die komischen Hunde- und Hühnerproteine jetzt erstmal weggelegt und mit einem anderen Protein weitergemacht. Und siehe da: plötzlich funktionert es und ich trete nicht mehr so auf der Stelle. Hihi, im nächsten Schritt kommt dann immer der Dialysepuffer, bei dessen Herstellung ich meine Umgebung ordentlich mit dem "leicht" stechenden Geruch von Ammoniumbicarbonat und Ammoniak verpeste.
Ach, und immerhin hat sich das Wetter so weit stabilisiert, dass ich jetzt wieder mit dem Rad zur Uni fahren kann. Apropos Rad: ich bin mir etwas unsicher, ob es sich lohnt, für die mir verbleibenden 2 Monate nochmal neue Mäntel zu kaufen; andererseits traue ich mit der alten Bereifung nicht weiter als 15 km weg. Die Mäntel lösen sich buchstäblich in einzelne Fäden und Fussel auf und seitdem ich das gesehen habe wundere ich mich praktisch, warum der Schlauch noch nicht rauskommt...
Jetzt bin ich übrigens auf die E-Bücher der Stadtbibliothek umgestiegen. Die muss man am Ende nicht heimtragen;-) Werd gleich mal in meinem Krimi weiterlesen.

Sonntag, 12. April 2009

GLAD PÅSK!

Frohe Ostern wünsche ich euch allen!

Die Osternacht gestern hat in der dunklen Kirche angefangen. Hinter der Orgel gibt es eine kleine Seitenkapelle, von wo ich eine Sarabande aus den Cello-Solosuiten von Bach gespielt habe. Sehr spannend und aufregend, denn ich musste erst 2 Minuten Stille abwarten. Der gesamte Gottesdienst gestern Nacht war sehr schön; am Anfang noch die bedrückende Stimmung der Karwoche, dann das Entzünden der Kerzen und das Licht, was sich von Mensch zu Mensch in der ganzen Kirche verteilte. Zu den Klängen eines Samba-artigen Liedes ("Du är helig, du är hel") wurden noch mehr Kerzen entzündet und der Altar wieder geschmückt...schön.
Danach kam eine Schwedin auf mich zu und wollte unbedingt wissen, was das erste Stück war. Sie spiele selbst Geige und ob es das vielleicht auch in einer Transkription für Violine gäbe...und ob es schwer wäre, von Violine auf Viola zu wechseln, ich habe doch sicher auch Geige gelernt, oder? Meine einzige Reaktion war, dass sie doch einfach mal ausprobieren soll! Ja, da hat sie eine ganze Weile auf meiner Bratsche gespielt und die c-Saite sehr zu schätzen gelernt:-)
Hehe, danach konnte ich endlich alle meine Osterpäckchen aufmachen und wieder Schokolade futtern - bei Gelegenheit muss ich mal noch die 2 Wochen nachholen, die ich dieses Jahr nicht durchgehalten habe. Wenn man in einem Land wie Lettland auf Reisen ist, lässt sich das nicht umsetzen.

Heute Morgen bin ich eine Runde um den Nydalasee gelaufen. Das Wetter war kalt und eklig, aber ich habe zumindest Wildgänse gesehen! Die waren heute den ganzen Tag über unterwegs und ich habe insgesamt bestimmt 35 gesehen. Die sind vielleicht nicht auf Temperatur, sondern auf Tageslänge eingestellt, wenn sie sich unter diesen Umständen schon hier hoch wagen...? Danach war ich schon wieder in der Kirche und nach dem Festgottesdienst fand ein "Knytkalas" statt. Das ist der schwedische Fachausdruck für "jeder bringt was zu essen mit". Ich hab mal wieder einen kalten Hund fabriziert und es gab noch viele andere leckere Dinge. Zusammen mit der Schwedin Sunniva (wir kennen uns aus dem Chor, sie spielt Nyckelharpa) war das sehr nett und lustig.
Weiter ging es zu den Resten des Osterfrühstücks bei Daniela - Osterstriezel, selbst gebackenes Brot, Kuchen, Prinsesstårta usw. und eigentlich war ich doch schon satt...

Für mich war es jedenfalls ein sehr schönes Osterfest; viel besser, als ich erwartet hätte!

Album: Ostern 2009

Samstag, 11. April 2009

Vorbereitungen...

Um nochmal kurz auf de letzten Eintrag zurückzukommen: der Hund hat seine letzte Chance vertan und das Huhn spielt auch verrückt. Am Dienstag versuche ich es mit einer anderen Säule, vllt habe ich die alte ja irgendwie geschrottet. Aber jetzt ist ja erst einmal Ostern, nur noch ein paar Stunden! Heute war ich bei Daniela, wo wir ein paar Vorbereitungen getroffen haben:






Und damit ihr euren Frühling mal richtig zu schätzen wisst - so sieht es bei uns zurzeit aus:


Das schreckt ab, oder? Ich find´s auch ganz schrecklich.
Jetzt werd ich auch schon wieder davoneilen, um mich nochmal kurz um meine Bratsche zu kümmern. In einer Stunde ist eine Anspielprobe mit David und 23:00 spiel ich zur Osternacht. Bach, Fauré und 4 Gemeindelieder...:-)

Mittwoch, 8. April 2009

Doofer Hund

Jetzt versuche ich schon seit Montag, "dog lysozyme" über die Säule zu jagen. Aber irgendwie will das Protein nicht. Letzte Woche haben wir das Experiment mit Lysozym vom Pferd recht erfolgreich hinbekommen - also Säulenchromatografie (Anionenaustauscher), Dialyse der vielversprechenden Fraktionen in 15 l Puffer (der mit Ammoniak eingestellt werden musste...hehe), Schockgefrieren in flüssigem Stickstoff, Lyophylisierung, alles wunderbar. Dieses komische Hundeenzym scheint nun aber nicht an meine Säule zu binden. Also das erste Mal schon, aber da war die Säule auch noch dreckig und es kam als der Komplex herunter, den wir erst im nächsten Experiment haben wollten. Und dann...nichts mehr. Nur doofe Luftblasen, die den wunderschönen, nichts sagenden Spektren noch das i-Tüpfelchen aufsetzen. Heute habe ich zumindest festgestellt, dass der pH-Wert nach dem Auflösen des Proteins um 0,5 sinkt...in dem Fall sogar kritisch. Also die Proteinlösung nochmal ganz ordentlich eingestellt...hat auch nicht geholfen. Morgen kriegt der Hund seine letzte Chance, indem ich den pH-Wert aller Puffer um 0,5 erhöhe. Das müsste doch echt ein paar negative Ladungen für die Chromatografie einbringen...

Sonntag, 5. April 2009

Jag är alldeles slut.

Ich bin vollkommen alle.
Ich war heute mit einem Niederländer zum Radfahren verabredet. Er hatte Lisas Fahrrad gekauft und suchte noch jemanden zum Zusammen-Fahren - da dacht ich mir, ein Versuch kann ja nicht schaden. Leider war er wesentlich schneller als ich, was ich anfangs wenigstens noch ein winziges Bisschen kompensieren konnte. Aber nach 50 km war dann alles zu spät und ich bin nur noch so hinterher gekrochen - aus mir unerklärlichen Gründen konnte er auch irgendwie nicht langsamer fahren. Die Straßen hier sind jetzt weitgehend frei, wobei daneben aber immer noch ordentlich Schnee liegt. Und die kleineren Wege sind natürlich auch noch schneeig. So einen mussten wir aber auch unbedingt mal ausprobieren und das macht mit einem Rennrad wirklich keinen Spaß - irgendwie fährt das dann immer woanders hin als man selbst im Sinn hat. Dann kamen wir auf eine Snowscooter-Spur, auf der wir nur noch schieben konnte und auf eben dieser Spur haben wir dann auch die Ostsee überquert, unterdessen die Räder geschultert und immer mal wieder 20 cm im Schnee versackend...aber so sind wir von einer Landzunge zur nächsten gekommen. Aber ab dann ging´s mit meiner Kondition stark abwärts und die letzten 15 km waren einfach mal zu viel. Und ich hatte ihm gesagt, dass ich nicht gleich mit 80 km anfangen will, weil ich schon lange nicht mehr gefahren bin. Dass wir dann aber ca. 60 km fahren müssen...boah. Nichtsdestotrotz war´s mal wieder eine Grenzerfahrung erster Klasse, Spaß hat es trotzdem irgendwie gemacht und wir waren uns am Ende einig, dass wir nicht nochmal zusammen fahren;-) Ich bin nach der Hammertour kaum meine Treppe hochgekommen und bezweifle, dass ich mich morgen irgendwohin bewegen kann. Ganz zu schweigen vom Sitzen...

Aber das war ja noch nicht alles heute. Am Vormittag habe ich im Gottesdienst gespielt. Natürlich war ich bei den 4 Gemeindeliedern dabei (sogar einmal ganz böse oktaviert in der 6. Lage!) und außerdem hatten David und ich 2 Nocturnes von Kalliwoda vorbereitet. Das eine Stück davon war das, womit ich auf der Bratsche angefangen habe;-) Es lief gut und hat Spaß gemacht. Naja, in einem Lied (Violinschlüssel) dacht ich mal für einen Moment, ich hätte die Geige in der Hand und es gab das Ganze eine Quinte tiefer...ups, passiert. Aber sonst keine größeren Ausfälle, ich war schon oft aufgeregter als heute und die 79er Künstler-Seil-Saite hat sich wunderbar geschlagen:-) Mit David macht das aber auch riesigen Spaß und ihn werde ich ganz sicher vermissen. Ich hoffe, dass wir nochmal zusammen spielen können, bevor ich hier abreise.

Der Rest der letzten Woche war auch spannend, aber meine Laborberichte werde ich mal auf einen Eintrag konzentrieren, sodass das von Uninteressierten elegant übersprungen werden kann - nur so viel: es läuft sehr gut und macht viel Spaß.

Mittwoch, 1. April 2009

Schwedischer Videoabend

Heute war ich bei Mariell zum Video-Schauen eingeladen. Es waren auch noch 2 schwedische Freundinnen von ihr da und ich bin sehr stolz auf meine integrativen Fortschritte. Naja, wenn die miteinander reden, verstehe ich leider nicht so viel und beim Film war ich auch sehr froh, dass es die Bilder gab. Es war trotzdem sehr nett.
Mein Projekt kommt langsam aber sicher ins Laufen. Nachdem wir an der Chromatografie-Maschine bisschen was abgeschraubt und sauber gemacht haben, pumpt das Ding jetzt regelmäßig. Außerdem hab ich mich heute Vormittag ewig damit beschäftigt, widerspenstige Proteine einzuwiegen. Unterdessen gehe ich schon sehr gerne dort ins Labor, ist recht angenehm da.
Außerdem habe ich heute auch mit David geprobt, da wir am Sonntag mal wieder zusammen im Gottesdienst spielen. Kalliwoda. Dummerweise hat meine d-Saite am Montag das Zeitliche gesegnet und ich war mir irgendwie nicht der Tatsache bewusst, dass ich nur noch extrem zweifelhafte Ersatzsaiten im Kasten habe. Was ich da jetzt draufgezogen habe, kann man kaum weitererzählen...aber sie klingt überraschend gut!