Dienstag, 30. Dezember 2008

Sonne in Schweden

...und das ganze 4,5h lang! Das heißt man kann den Sonnenauf- und den Sonnenuntergang an ein und dem selben See anschauen… ganz entspannt.
Aber fangen wir mal von vorn an: Den Tag beginnt man schließlich nicht mit Sonnenaufgängen (zumindest nicht im Winter und so weit im Norden), sondern mit einem ordentlichen Frühstück. Und das fiel - wie sich das gehört - echt schwedisch aus: Haferflocken mit filmjölk und Preiselbeeren. Danach gings gemütlich gen Nydalasee, um den und auf dem man herrlich laufen und Landschaft und Sonne genießen kann.

Nydalasjön December 2008


Bei dem gibt’s auch Feuerstellen zum Essen grillen. Und passende Schuppen voll Holz dazu. (Jaha, das hat Judith bestimmt schon mal alles erzählt. Aber das ist egal. Heut bin ich dran*g*)
Jedenfalls haben wir gegrillt bis es uns dann doch zu kalt wurde… da half dann nur noch Bewegung und die Aussicht auf Süßes=) Das gabs dann in einem Laden voller sowas!
Aus dem haben wir uns Kostproben mitgenommen, die natürlich nicht lang halten…


…so, und nach einem eeeewigen Schönheitsschlaf ist der Rest nun auch wieder munter und es kann weiter gehen. Zunächst mit Kochen und dann schau mer mal, was uns noch so einfällt…
Mit besten Grüßen, Sunny=)

Montag, 29. Dezember 2008

Wieder in Umeå

Unglaublich-nach einer dreitägigen Reise sind wir tatsächlich in Umeå angekommen. "Wir" bedeutet in diesem Fall, dass mich Sunny, Claudi und überraschenderweise auch Diana begleitet haben. Um die Blogeinträge der nächsten Tage brauche ICH mich jedenfalls nicht kümmern. Aber um zurück auf unsere einmalige Reise zu kommen: ich war ja sowieso schon hochmotiviert, was die komplette Anreise mit dem Bus betraf und hatte dann auch die verhängnisvolle Zugverbindung herausgesucht, mit der wir mit dem WE-Ticket erstmal nach Berlin kommen wollten. Laut Plan wären wir am Samstag 20:00 dort gewesen, was ja bei Busabfahrt 21:30 locker reichen sollte. In einem unglaublich voll gestopften Zug, der auch schon Verspätung hatte, blieben wir dann allerdings in Falkenberg an der Elster stecken. Großräumiges Polizeiaufgebot. Bombenfund. Die Weiterfahrt verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Daraus wurde dann eine Stunde und als wir den Zug endlich verlassen durften, mussten wir noch eine weitere Stunde auf den Anschlusszug warten. Sehr schlecht bei einer Pufferzeit von eineinhalb Stunden. Wir haben wie blöde mit einem Menschen vom Busunternehmen telefoniert, ob es eine Möglichkeit gibt, uns irgendwo aufzusammeln oder gar eine halbe Stunde zu warten, aber da ließ sich leider gar nichts machen, sodass wir beim Erreichen des Busbahnhofs nichtmal mehr eine Spur unseres Busses sehen konnten. Wenigstens war uns zugesichert worden, dass wir mit dem Bus 13:30 am nächsten Tag mitkommen; trotzdem waren wir jetzt etwas ratlos, wie wir die Nacht verbringen sollten. Auf dem ZOB? Wer kennt jemanden in Berlin? Den Großonkel um elf aus dem Bett klingeln? Um diese Unzeit bei irgendwelchen Gemeinden nachfragen? Ein Glück, dass mir irgendwann Hanna einfiel, die über Weihnachten und Silvester bei ihren Eltern in Zeuthen ist. Nochmal mit der S-Bahn quer durch die Stadt, dann eine unerwartet bequeme Nacht auf Matratzen statt im Bus, ein wunderbares Früstück mit frischen Brötchen und natürlich durfte ich Klein-Anton in echt kennen lernen! Nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an Hanna, die uns schon total müde von der S-Bahn abgeholt hat und an ihre Eltern, die die Invasion von uns Vieren so locker genommen haben! So hatten wir trotz dieser doofen Bahn-Geschichte (die ja sicher mal wieder nur auf einem herrenlosen Koffer beruht hat) ein schönes Erlebnis.
Aber ansonsten ging alles glatt. Zum Glück hatten wir so viel Essen mit. Auch den schwedischen Bus ab Stockholm konnten wir ganz ohne Probleme umbuchen, sodass wir heute doch noch angekommen sind, wenn auch fast 12 Stunden später als geplant. Ach war das toll, als ich mich endlich wieder entklappen konnte!

Mittwoch, 24. Dezember 2008

God Jul!

Darf ich vorstellen: das ist zeitweise unser neues Familienmitglied, seit gestern fleißig umsorgt und stündlich bemuttelt. Sein Name: Der Erpel.






Des Weiteren muss ich die Räucherkerzen-Sammlung meines Vatis dokumentieren. Gestern war mir der Fehler unterlaufen, dass ich eine Foto ohne die Sommerkollekion gemacht hatte - aber hier sind nun alle zu sehen. Es ist auch wirklich wichtig, dass man 3 Packungen Weihrauch-Räucherkerzchen hat, könnten ja irgendwann mal ausgehen. Neben den anderen Sorten wie Schoko und Kaffee sind hier aber auch 3 Packungen der "Eisenbahn"-Räucherkerzchen zu sehen, die nach Bahnhof und Schmieröl stinken.

Der Grund dafür ist dieses schicke Räucherkerzen-Abbrenngerät, das bei uns sehr oft in Betrieb ist. Die Lok hat hinten sogar so ein Ding, wo die Räucherkerzen geladen werden können, die als nächstes zum Abbrennen vorgesehen sind.




Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten!

Sonntag, 21. Dezember 2008

Knusper, Knusper, Knäuschen...

Nach einer problemlosen Reise bin ich gestern gut in Deutschland und 4 Stunden später auch in Plauen angekommen. Ist schon toll, dass es mit dem Flieger von Stockholm nach Berlin nur eine Stunde dauert, während man die Strecke mit dem Bus in 18 Stunden zurück legt. Und jetzt, wo ich das weiß, freue ich mich nochmal weniger auf den Bustrip nächste Woche. Aber das ist ja erstmal egal. Hier zwei Bilder, die ich durch das dreckige Busfenster an der "Höga Kusten", Nähe Örnsköldsvik (also noch ziemlich nördlich in Schweden) gemacht habe. Ich muss aufgrund des Sonnenstandes mal wieder auf die Uhrzeit hinweisen - in dem Fall etwa dreiviertel elf.


Aber nun kann ich mich ja gar nicht beschweren. Bin heute früh endlich mal wieder im Hellen aufgestanden und dass es nachmittags über 2 Stunden länger hell ist, fand ich auch sehr aufbauend. Außerdem kann man ganz normal laufen und muss nicht bei jedem Schritt balancieren, um nicht hinzufallen.

Heute Abend war ich mit der ganzen Familie in "Hänsel und Gretel", sogar der Papa war dabei! Ein blinkendes Pfefferkuchenhaus, eine pink-schwarz aufgestylte Gothic-Hexe, ein illuminierter Hexenbesen; eine echte Stichflamme, nachdem die Hexe im Ofen gelandet war und wunderschöne Musik...


Und: der kürzeste Tag des Jahres hat bereits begonnen!

Freitag, 19. Dezember 2008

Auf nach Plauen!

Das ging ja nun doch ganz schön schnell mit dem Advent in Schweden... morgen früh um acht fahre ich mit dem Bus von Umeå nach Sundsvall, steig dort in den Zug nach Stockholm, fahr weiter nach Nyköping und von dort mit dem Bus zum Ryanair-Flughafen Skavsta. Ist schon witzig, dass die das bei der Entfernung zur königlichen Hauptstadt noch "Stockholm" nennen, wenn es um Abflugs- und Zielort geht. Um neun komme ich in Berlin an und werde glücklicherweise von meinen Eltern abgeholt, ansonsten hätte ich um die Zeit keine Chance mehr, nach Plauen zu kommen (was zumindest flughafentechnisch wirklich am Ende der Welt ist).

Außerdem ist nicht viel passiert - ich war nach wie vor ganztägig in der Uni und habe pipettiert. Zuerst hatte ich das Assay mit der Schwedin gemacht, aber dann habe ich Unterstützung vom Marokkaner bekommen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass beide nicht besonders pipettiersicher sind und das macht sich nicht gut, wenn man am Ende nicht zwischen positiven Treffern und Substrat-nicht-ordentlich-pipettiert unterschieden kann. Und es war schon extrem auffällig, dass ich bei meinen 96-well-Platten immer weniger Treffer hatte, jaja. Als ich dann wieder so eine katastrophale Platte des Marokkaners gesehen habe, habe ich beschlossen, ab jetzt immer selbst das Substrat zu pipettieren und dann ging es besser. Wir haben also die 3000 chemischen Stoffe durchgescreent und mit einigen weiteren Tests haben wir die "richtigen Treffer" herausfiltern können. Das hat dann schon Spaß gemacht. Total interessant z.B., dass 4 von den gestrigen 5 Treffern symmetrische Moleküle waren, die auch noch ziemlich groß waren. Aber dafür kann wahrscheinlich auch nur ich mich begeistern...

Am Montag war nochmal so etwas Ähnliches wie eine Orchesterprobe. Zum nächsten Konzert am 22.02.09 spielen wie Beethovens 1. Sinfonie und Brahms 2. Klavierkonzert und am Montag haben wir eben mal den Beethoven "durchgepfuscht". Hach, das wird wirklich ein Super-Programm!

Sonntag, 14. Dezember 2008

Einkaufen in Schweden

Nachdem ich nun schon 4 Monate in diesem Land verweile, wird es Zeit, dass ich mich mal einem sehr bedeutenden Teil des Alltags widme: dem Einkaufen. Dafür habe ich hier mal ein paar Fotos hochgeladen, um mit schwedischen Eigenarten bekannt zu machen. Nähere Erklärungen finden sich im Album selbst.
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Einkaufen in Schweden

Das Verhalten an der schwedischen Kasse will auch gelernt sein - im Vergleich zur deutschen Kasse ist es die reinste Entspannung. Man bleibt ganz gemütlich stehen während die Strichcodes abgelesen werden und die Waren auf eine von 2 Bahnen am Ende des Bandes fahren. Dort kann man sie nach dem Bezahlen in Ruhe einpacken, während die Einkäufe des nächsten Kunden auf der anderen Bahn angefahren kommen. Etwas gewöhnungsbedürftig war für mich anfangs, dass man doch bitte keine "Warenberge" bauen sollte, wenn man die Sachen aufs Band legt. Ich hatte meine Einkäufe wie immer schön platzsparend übereinander geschichtet, als mir etwa beim dritten Einkauf der schwedische Hinweis auffiel;-) Seitdem lege ich auch alles ordentlich hintereinander, treibe es aber nicht so weit wie manch andere, die auch noch aufpassen, dass die Strichcodes oben liegen. Eigentlich braucht man sich über all das gar keine Gedanken mehr machen, weil hier auch die Methode des "Selfscanning" sehr populär ist. Mit einem sehr handlichen Gerät kann man während des Einkaufs die Codes selbst erfassen, bevor man seine Sachen in den Wagen legt - wie das kontrolliert wird, weiß ich nicht - am Ende wird mit Kreditkarte gezahlt. Apropos Kreditkarte: es ist eher ungewöhnlich, wenn man mit Bargeld zahlt und sogar sein Busticket (im Bus) kann man mit Kreditkarte kaufen! Und wie kommt es, dass ich geade zum Sonntag übers Einkaufen schreibe? Die Supermärkte haben jesen Tag von 8 oder 9 bis 22 Uhr geöffnt und das kam mit heute bei meiner unitechnischen Auslastung die Woche über sehr entgegen.

Heute Vormittag war ich auch im Familiengottesdienst und danach habe ich mein Mittagessen wieder in Form von Kuchen zu mir genommen - sehr fein, kann ich nur sagen!


Heute Abend war ich noch in einem Chorkonzert in der Ålidhems Kyrkan. Da hat auch wieder dieser putzige Kinderchor gesungen, laut und schief, aber sehr amüsant:-)

Samstag, 13. Dezember 2008

Lucia

Am 13. Dezember wird hier Lucia gefeiert. Ich habe mich nochmal informiert: Bevor der gregorianische Kalender eingeführt wurde, fand die Wintersonnenwende am 13.12. statt (gleichzeitig der Namenstag der Heiligen Lucia) und obwohl wir laut heutigem Kalender noch ein paar Tage haben, bis es lichtmäßig wieder aufwärts geht, wird am 13.12. immer noch die "Wiederkehr des Lichts" gefeiert. Da das nun in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, wurde der universitäre Luciazug einen Tag vorverschoben. Das habe ich mir gestern angeschaut - der Studentenchor, der hier etwa 25 Beteiligte umfasst, ist mit Kerzen und Gesang in die Aula eingezogen. Die meisten waren in weiße Gewänder gekleidet, aber es gab auch einen Tannenbaum und einen sehr coolen Weihnachtsmann mit Sonnenbrille. Und natürlich Lucia mit diesem äußerst riskant aussehenden Gestell von (echten) Kerzen auf dem Kopf. Dieser Chor hat sehr schön gesungen und nach dem Lucia-Lied habe ich unter anderen auch "Rudolph, the red nosed reindeer" auf Schwedisch zu hören bekommen, klang sehr witzig. Danach gab´s noch Fika und dann musste ich mich wieder zum Screening aufmachen, was überhaupt nicht gut läuft, weil unsere Ergebnisse momentan noch nicht reproduzierbar sind und meine Substanz doch nicht wirkt...örgh.

Und ganz typisch für Lucia ist eine Hefegebäck mit Safran, die sogenannten "Lussekatter". Also haben wir uns heute vormittag zu viert bei Lisa zum Backen getroffen und diese Dinger gemacht. Oh Mann, gerade warm waren die total lecker! Dazu noch Julmust, ein Getränk, was es typischerweise zu Weihnachten gibt (und zu Ostern anscheinend auch, nur mit anderem Etikett und als "Paskmust") und das farblich an Cola erinnert, aber vom Geschmack her sehr schwer zu beschreiben ist. Ach, zum Thema Safran: der ist ja sehr teuer (1g = 3€) und wenn man den hier im ICA, dem üblichen Supermarkt, kaufen will, bekommt den nur von den Menschen an der Kasse.
Wie man hier sehen kann, haben wir gestern reichlich Neuschnee bekommen, bestimmt 30 cm. Leider ist das über Nacht schon wieder angetaut, sodass es heute früh sehr, sehr matschig war. Die Schneeberge finde ich trotzdem sehr beeindruckend und das ist nicht der höchste, den ich heute gesehen habe! Ich war dann noch mit Anna in der Stadt, weil wir beide noch ein bisschen was einkaufen mussten. Dabei haben wir ein ganz tolles schwedisches Wort entdeckt, welches die Schnüre bezeichnet, an der manche Leute ihre Brille um den Hals hängen haben. Und wo ich´s mir genauer überlege, sind es sogar zwei lustige Wörter - nur dass ich mich an das zweite schon total gewöhnt habe:

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Mein Phenylvinylsulfonat

Nachdem sämtliche Fehler aus meiner Konzentrationsberechnung beseitigt wurden, durfte ich heute sehr glücklich feststellen, dass mein Phenlvinylsulfonat auch so wirkt wie es soll! Ich habe 6 Milligramm von meinen wunderschönen Kristallen eingewogen (die Assistentin war so nett, den Kolben über Nacht an die Vakuumpumpe zu hängen...nix mehr mit Öl-Schleim), mit 6,5 ml DMSO aufgefüllt und jetzt wird jeweils 1 µl dieser Lösung in einem 100 µl-Reaktionsansatz mit der Phosphatase getestet. Wir haben heute nach stundenlangem Warten auf nicht-auffindbare Lösungen endlich mit dem Screening angefangen und nach 320 Substanzen reicht´s mir fast schon.
...wir müssen die Spitzen selber stecken...
Wahrscheinlich fange ich am Montag wirklich nochmal freiwillig eine neue Synthese an;-)

Ach, was mir gerade noch einfällt: ich informiere mich ja auch hier bei www.wetteronline.de darüber, was mich in den nächsten Tagen wettertechnisch erwartet. Man sieht dort ja immer die Unterteilung in Vormittag, Nachmittag und Abend und in Deutschland kenne ich es, dass im Sommer alle drei Teile Tageslicht zeigen und im Winter das letzte Feld mit Abendstimmung angezeigt wird. Da war ich doch recht überrascht, als hier zum ersten Mal auch im Nachmittagsfeld Abendstimmung angezeigt wurde, aber gut, ist ja nachvollziehbar. Dass nun allerdings schon seit 2 Wochen auch im Vormittagsfeld Abendstimmung angezeigt wird, finde ich ziemlich übertrieben...

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Doch nicht ganz hoffnungslos

Es sind tatsächlich erste Erfolge im Praktikum zu verzeichnen: ich habe mein Phenylvinylsulfonat synthetisiert und die Daten aus LC-MS und NMR sagen, dass es tatsächlich das ist, was es sein soll. Hm, durch solche Praktka bin ich schon immer mit mehr Glück als Verstand durchgekommen. Meine schwedische Chemikerin (die nicht so mitteilsam ist) hat unterdessen schon erfolglose 3 Versuche hinter sich; sie hat exakt das synthetisieren wollen, was im Paper beschrieben war, es hätte also problemlos funktionieren müssen. Aber irgendwie hat sich bei ihr immer nur eine eigenartige Komplexverbindung gebildet, die man anscheinend nicht weiterverarbeiten kann. Nun gut, ich bin glücklich mit meinen 47 Milligramm farblosen öligen Schleim, die ich nach unzähligen Dünnschichtchromatographien, Suche nach dem perfektem Eluenten & Lösungsmittel, Aufreinigung über eine Silicagel-Säule und ständigem Rotationsverdampfen erhalten habe. Klingt toll, oder? Morgen fangen wir den biologischen Teil unseres Projekts an, der darin besteht, 3000 chemische Stoffe auf Wirksamkeit als Phosphatasen-Inhibitor zu screenen. Und ich hatte echt gehofft, dass die eine nette Maschine fürs Pipettieren haben. Nein!!! Und anscheinend haben sie nicht einmal eine 12-Kanal-Pipette, sondern nur eine 8-Kanal-Pipette. Kann sich jemand vorstellen, was das bei mindestens 3000 Reaktionsansätzen mit jeweils 4 Komponenten bedeutet??? Wenigstens weiß ich bei diesem Thema wieder, was ich tue und das ist sehr beruhigend. Ich vermute nur, dass ich spätestens nächste Woche von meiner Gruppe nochmal zum Synthetisieren abkommandiert werde, weil ich nun das erste Mal so erfolgreich war. Aber vielleicht bin ich dann gar nicht mehr so böse darüber, weil sich dann bein Daumen vom ständigen Pipettieren erholen kann. Ach, was nehmen wir übrigens als Referenz beim Screening? Meinen selbst synthetisierten Stoff...wenn das mal nicht unheimlich ist...

@L: Naja, solange ich selbst nicht den Überblick über meine musikalischen Projekte verlieren...aber ich bin mit drauf auf dem Video, man muss mich wegen der miserablen Qualität einfach vorher auf dem Foto vom Sonntagseintrag lokalisieren (Bratscher sind üblicherweise leicht rechts zu finden, dort am 2. Pult) und kann dann zumindest den Bewegungen folgen. Entweder guter Ton oder gute Qualität, meine Kamera kann videotechnisch nur den guten Ton (worüber ich sehr dankbar bin).

Montag, 8. Dezember 2008

Hoffnungslos verloren

"Synthesis of Benzyl Vinyl Sulfonate. 2-Chloro-1-ethane-sulfonylchloride (0.2 ml, 1.91 mmol) dissolved in anhydrous dichloromethane (5 ml) and benzyl alcohol (0.2 ml, 1.93 mmol) was treated, at 0°C, with triethylamine (0.54 ml, 3.87 mmol). After 0.5 h, the reaction mixture was concentrated and the crude residue was purified..."

Ich sag euch, da kommt Freude auf! In unserer Fünfergruppe gibt es eine Person, die weiß, was sie tut, weil sie aus der chemischen Richtung kommt. Leider ist sie nicht sehr mitteilungsbedürftig und man hat immer nur das Gefühl, sie zu stören. Wir sollen Arylvinylsulfonate synthetisieren, da diese Tyrosinphosphatasen inhibieren können. Jeder von uns versucht also jetzt, so ein komisches Arylvinylsulfonat mit einem anderen Substituenten am aromatischen Ring zu synthetisieren. Und wenn man ein Anhydrid als Lösungsmittel hat, muss man anscheinend zwangsläufig unter Stickstoffatmosphäre arbeiten, was das ganze Vorgehen nicht einfacher macht. Wo ich doch sowieso diese Glasapparaturen der organischen Chemie über alles liebe. Und was auch sehr schade ist: ich hab keine Ahnung, was wir morgen tun werden.

Hier wie versprochen das Video:

Sonntag, 7. Dezember 2008

Musikalisches Wochenende II

Gegen Freitag bin ich mal wieder aus meiner Versenkung aufgetaucht, weil ich Klausur schreiben musste. Also mit einer Erkältung hat es mich schon lange nicht mehr so heftig mitgenommen; das war einfach mal nicht schön! Und natürlich konnte ich auch nicht so lernen, wie ich das eigentlich geplant hatte, sodass die Klausur dann auch eher auf improvisatorischer Ebene gelaufen ist. Wenn man 6 Stunden Zeit hat, kann man sich ja viel aus den Fingern saugen.
Seit Freitag nehme ich nun wieder aktiv am Geschehen meiner Außenwelt teil. Und das hieß Freitag, Samstag und Sonntag Probe; am Samstag Besuch eines Chorkonzerts, abnds eine Geburtstagsfeier, heute Morgen selbst ein Chorauftritt im Gottesdienst, 15:00 Sponsorenkonzert in der Norrlandsopera und 19:00 das "richtige" Decemberkonsert. Und dazwischen immer dieses Hin- und Hergekutsche mit dem Bus (Alternative Laufen = 35 min, Alternative Fahrrad = verrückt). Ein sehr ausgefülltes Wochenende also. Ich hab auch noch einen Videoausschnitt von dem Konzert, aber den muss ich erstmal irgendwie verkleinern;-)
Und was bin ich froh, dass dieses unmögliche Programm jetzt endlich vorbei ist. Ich hoffe, man hat mir meine Begeisterung nicht so angesehen... aber als nächstes kommen Beethoven 1 und Brahms Klavierkonzert, endlich was Ordentliches.

Nun weiß ich nicht, ob das noch Krankheitseinflüsse sind, aber momentan bekomme ich einen guten Eindruck von der schwedischen Winterdepression. Das kann einem schon auf den Keks gehen, wenn die Sonne kurz vor 2 den Abgang macht. Außerdem bin ich derzeit sehr schwer zu motivieren, egal zu was.
Nun ja, morgen starte ich in den praktischen Teil des Medicinal Chemistry Kurses. Ich hab noch keine Ahnung, was da genau auf mich zukommt; habe aber vernommen, dass wir jeden Tag 8-17 Uhr im Labor sein müssen. Jippie!

Dienstag, 2. Dezember 2008

Wechselkurs

Ich kann mich immer sehr vielfältig ablenken, wenn ich eigentlich lernen sollte;-) So ist mir beim Überprüfen meiner Bankdaten aufgefallen, dass die aus 1000 SEK berechnete €-Summe von einem auf den anderen Monat gleich mal 6€ Differenz zeigte, zum Positiven! Hab mir das dann in den Währungsrechnern noch einmal genauer angeschaut und festgestellt, dass ich momentan nicht mehr wie am Anfang 268€, sondern nur noch 245€ Miete zahle. Wow, das scheint gerade ein super Kurs zu sein! Ich habe SEK:€ immer 10:1 gerechnet, wobei ich meistens nochmal ein Zehntel auf die Eurosumme draufgeschlagen hab. Hihi, das kann ich jetzt getrost weglassen. Wie verhält man sich denn da taktisch klug? Schonmal gut, dass ich gerade am letzten Wochenende die 600€ für die dritte Mietzahlung überwiesen habe;-)
Nun, ein kleiner Ausflug in die Finanzwelt. Ihr könnt den Fehlgriff ja auf Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und geistige Verwirrung meinerseits schieben. Mit der Symptomatik kann man sich auch so prima auf Pharmakokinetik und Combinatorial Synthesis konzentrieren. Und ehe ich die Orchesterprobe ausfallen lasse, muss schon viel passieren... hoffentlich wird das langsam wieder.