Es sind tatsächlich erste Erfolge im Praktikum zu verzeichnen: ich habe mein Phenylvinylsulfonat synthetisiert und die Daten aus LC-MS und NMR sagen, dass es tatsächlich das ist, was es sein soll. Hm, durch solche Praktka bin ich schon immer mit mehr Glück als Verstand durchgekommen. Meine schwedische Chemikerin (die nicht so mitteilsam ist) hat unterdessen schon erfolglose 3 Versuche hinter sich; sie hat exakt das synthetisieren wollen, was im Paper beschrieben war, es hätte also problemlos funktionieren müssen. Aber irgendwie hat sich bei ihr immer nur eine eigenartige Komplexverbindung gebildet, die man anscheinend nicht weiterverarbeiten kann. Nun gut, ich bin glücklich mit meinen 47 Milligramm farblosen öligen Schleim, die ich nach unzähligen Dünnschichtchromatographien, Suche nach dem perfektem Eluenten & Lösungsmittel, Aufreinigung über eine Silicagel-Säule und ständigem Rotationsverdampfen erhalten habe. Klingt toll, oder? Morgen fangen wir den biologischen Teil unseres Projekts an, der darin besteht, 3000 chemische Stoffe auf Wirksamkeit als Phosphatasen-Inhibitor zu screenen. Und ich hatte echt gehofft, dass die eine nette Maschine fürs Pipettieren haben. Nein!!! Und anscheinend haben sie nicht einmal eine 12-Kanal-Pipette, sondern nur eine 8-Kanal-Pipette. Kann sich jemand vorstellen, was das bei mindestens 3000 Reaktionsansätzen mit jeweils 4 Komponenten bedeutet??? Wenigstens weiß ich bei diesem Thema wieder, was ich tue und das ist sehr beruhigend. Ich vermute nur, dass ich spätestens nächste Woche von meiner Gruppe nochmal zum Synthetisieren abkommandiert werde, weil ich nun das erste Mal so erfolgreich war. Aber vielleicht bin ich dann gar nicht mehr so böse darüber, weil sich dann bein Daumen vom ständigen Pipettieren erholen kann. Ach, was nehmen wir übrigens als Referenz beim Screening? Meinen selbst synthetisierten Stoff...wenn das mal nicht unheimlich ist...
@L: Naja, solange ich selbst nicht den Überblick über meine musikalischen Projekte verlieren...aber ich bin mit drauf auf dem Video, man muss mich wegen der miserablen Qualität einfach vorher auf dem Foto vom Sonntagseintrag lokalisieren (Bratscher sind üblicherweise leicht rechts zu finden, dort am 2. Pult) und kann dann zumindest den Bewegungen folgen. Entweder guter Ton oder gute Qualität, meine Kamera kann videotechnisch nur den guten Ton (worüber ich sehr dankbar bin).
Mittwoch, 10. Dezember 2008
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