Dienstag, 30. Dezember 2008

Sonne in Schweden

...und das ganze 4,5h lang! Das heißt man kann den Sonnenauf- und den Sonnenuntergang an ein und dem selben See anschauen… ganz entspannt.
Aber fangen wir mal von vorn an: Den Tag beginnt man schließlich nicht mit Sonnenaufgängen (zumindest nicht im Winter und so weit im Norden), sondern mit einem ordentlichen Frühstück. Und das fiel - wie sich das gehört - echt schwedisch aus: Haferflocken mit filmjölk und Preiselbeeren. Danach gings gemütlich gen Nydalasee, um den und auf dem man herrlich laufen und Landschaft und Sonne genießen kann.

Nydalasjön December 2008


Bei dem gibt’s auch Feuerstellen zum Essen grillen. Und passende Schuppen voll Holz dazu. (Jaha, das hat Judith bestimmt schon mal alles erzählt. Aber das ist egal. Heut bin ich dran*g*)
Jedenfalls haben wir gegrillt bis es uns dann doch zu kalt wurde… da half dann nur noch Bewegung und die Aussicht auf Süßes=) Das gabs dann in einem Laden voller sowas!
Aus dem haben wir uns Kostproben mitgenommen, die natürlich nicht lang halten…


…so, und nach einem eeeewigen Schönheitsschlaf ist der Rest nun auch wieder munter und es kann weiter gehen. Zunächst mit Kochen und dann schau mer mal, was uns noch so einfällt…
Mit besten Grüßen, Sunny=)

Montag, 29. Dezember 2008

Wieder in Umeå

Unglaublich-nach einer dreitägigen Reise sind wir tatsächlich in Umeå angekommen. "Wir" bedeutet in diesem Fall, dass mich Sunny, Claudi und überraschenderweise auch Diana begleitet haben. Um die Blogeinträge der nächsten Tage brauche ICH mich jedenfalls nicht kümmern. Aber um zurück auf unsere einmalige Reise zu kommen: ich war ja sowieso schon hochmotiviert, was die komplette Anreise mit dem Bus betraf und hatte dann auch die verhängnisvolle Zugverbindung herausgesucht, mit der wir mit dem WE-Ticket erstmal nach Berlin kommen wollten. Laut Plan wären wir am Samstag 20:00 dort gewesen, was ja bei Busabfahrt 21:30 locker reichen sollte. In einem unglaublich voll gestopften Zug, der auch schon Verspätung hatte, blieben wir dann allerdings in Falkenberg an der Elster stecken. Großräumiges Polizeiaufgebot. Bombenfund. Die Weiterfahrt verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Daraus wurde dann eine Stunde und als wir den Zug endlich verlassen durften, mussten wir noch eine weitere Stunde auf den Anschlusszug warten. Sehr schlecht bei einer Pufferzeit von eineinhalb Stunden. Wir haben wie blöde mit einem Menschen vom Busunternehmen telefoniert, ob es eine Möglichkeit gibt, uns irgendwo aufzusammeln oder gar eine halbe Stunde zu warten, aber da ließ sich leider gar nichts machen, sodass wir beim Erreichen des Busbahnhofs nichtmal mehr eine Spur unseres Busses sehen konnten. Wenigstens war uns zugesichert worden, dass wir mit dem Bus 13:30 am nächsten Tag mitkommen; trotzdem waren wir jetzt etwas ratlos, wie wir die Nacht verbringen sollten. Auf dem ZOB? Wer kennt jemanden in Berlin? Den Großonkel um elf aus dem Bett klingeln? Um diese Unzeit bei irgendwelchen Gemeinden nachfragen? Ein Glück, dass mir irgendwann Hanna einfiel, die über Weihnachten und Silvester bei ihren Eltern in Zeuthen ist. Nochmal mit der S-Bahn quer durch die Stadt, dann eine unerwartet bequeme Nacht auf Matratzen statt im Bus, ein wunderbares Früstück mit frischen Brötchen und natürlich durfte ich Klein-Anton in echt kennen lernen! Nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an Hanna, die uns schon total müde von der S-Bahn abgeholt hat und an ihre Eltern, die die Invasion von uns Vieren so locker genommen haben! So hatten wir trotz dieser doofen Bahn-Geschichte (die ja sicher mal wieder nur auf einem herrenlosen Koffer beruht hat) ein schönes Erlebnis.
Aber ansonsten ging alles glatt. Zum Glück hatten wir so viel Essen mit. Auch den schwedischen Bus ab Stockholm konnten wir ganz ohne Probleme umbuchen, sodass wir heute doch noch angekommen sind, wenn auch fast 12 Stunden später als geplant. Ach war das toll, als ich mich endlich wieder entklappen konnte!

Mittwoch, 24. Dezember 2008

God Jul!

Darf ich vorstellen: das ist zeitweise unser neues Familienmitglied, seit gestern fleißig umsorgt und stündlich bemuttelt. Sein Name: Der Erpel.






Des Weiteren muss ich die Räucherkerzen-Sammlung meines Vatis dokumentieren. Gestern war mir der Fehler unterlaufen, dass ich eine Foto ohne die Sommerkollekion gemacht hatte - aber hier sind nun alle zu sehen. Es ist auch wirklich wichtig, dass man 3 Packungen Weihrauch-Räucherkerzchen hat, könnten ja irgendwann mal ausgehen. Neben den anderen Sorten wie Schoko und Kaffee sind hier aber auch 3 Packungen der "Eisenbahn"-Räucherkerzchen zu sehen, die nach Bahnhof und Schmieröl stinken.

Der Grund dafür ist dieses schicke Räucherkerzen-Abbrenngerät, das bei uns sehr oft in Betrieb ist. Die Lok hat hinten sogar so ein Ding, wo die Räucherkerzen geladen werden können, die als nächstes zum Abbrennen vorgesehen sind.




Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten!

Sonntag, 21. Dezember 2008

Knusper, Knusper, Knäuschen...

Nach einer problemlosen Reise bin ich gestern gut in Deutschland und 4 Stunden später auch in Plauen angekommen. Ist schon toll, dass es mit dem Flieger von Stockholm nach Berlin nur eine Stunde dauert, während man die Strecke mit dem Bus in 18 Stunden zurück legt. Und jetzt, wo ich das weiß, freue ich mich nochmal weniger auf den Bustrip nächste Woche. Aber das ist ja erstmal egal. Hier zwei Bilder, die ich durch das dreckige Busfenster an der "Höga Kusten", Nähe Örnsköldsvik (also noch ziemlich nördlich in Schweden) gemacht habe. Ich muss aufgrund des Sonnenstandes mal wieder auf die Uhrzeit hinweisen - in dem Fall etwa dreiviertel elf.


Aber nun kann ich mich ja gar nicht beschweren. Bin heute früh endlich mal wieder im Hellen aufgestanden und dass es nachmittags über 2 Stunden länger hell ist, fand ich auch sehr aufbauend. Außerdem kann man ganz normal laufen und muss nicht bei jedem Schritt balancieren, um nicht hinzufallen.

Heute Abend war ich mit der ganzen Familie in "Hänsel und Gretel", sogar der Papa war dabei! Ein blinkendes Pfefferkuchenhaus, eine pink-schwarz aufgestylte Gothic-Hexe, ein illuminierter Hexenbesen; eine echte Stichflamme, nachdem die Hexe im Ofen gelandet war und wunderschöne Musik...


Und: der kürzeste Tag des Jahres hat bereits begonnen!

Freitag, 19. Dezember 2008

Auf nach Plauen!

Das ging ja nun doch ganz schön schnell mit dem Advent in Schweden... morgen früh um acht fahre ich mit dem Bus von Umeå nach Sundsvall, steig dort in den Zug nach Stockholm, fahr weiter nach Nyköping und von dort mit dem Bus zum Ryanair-Flughafen Skavsta. Ist schon witzig, dass die das bei der Entfernung zur königlichen Hauptstadt noch "Stockholm" nennen, wenn es um Abflugs- und Zielort geht. Um neun komme ich in Berlin an und werde glücklicherweise von meinen Eltern abgeholt, ansonsten hätte ich um die Zeit keine Chance mehr, nach Plauen zu kommen (was zumindest flughafentechnisch wirklich am Ende der Welt ist).

Außerdem ist nicht viel passiert - ich war nach wie vor ganztägig in der Uni und habe pipettiert. Zuerst hatte ich das Assay mit der Schwedin gemacht, aber dann habe ich Unterstützung vom Marokkaner bekommen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass beide nicht besonders pipettiersicher sind und das macht sich nicht gut, wenn man am Ende nicht zwischen positiven Treffern und Substrat-nicht-ordentlich-pipettiert unterschieden kann. Und es war schon extrem auffällig, dass ich bei meinen 96-well-Platten immer weniger Treffer hatte, jaja. Als ich dann wieder so eine katastrophale Platte des Marokkaners gesehen habe, habe ich beschlossen, ab jetzt immer selbst das Substrat zu pipettieren und dann ging es besser. Wir haben also die 3000 chemischen Stoffe durchgescreent und mit einigen weiteren Tests haben wir die "richtigen Treffer" herausfiltern können. Das hat dann schon Spaß gemacht. Total interessant z.B., dass 4 von den gestrigen 5 Treffern symmetrische Moleküle waren, die auch noch ziemlich groß waren. Aber dafür kann wahrscheinlich auch nur ich mich begeistern...

Am Montag war nochmal so etwas Ähnliches wie eine Orchesterprobe. Zum nächsten Konzert am 22.02.09 spielen wie Beethovens 1. Sinfonie und Brahms 2. Klavierkonzert und am Montag haben wir eben mal den Beethoven "durchgepfuscht". Hach, das wird wirklich ein Super-Programm!

Sonntag, 14. Dezember 2008

Einkaufen in Schweden

Nachdem ich nun schon 4 Monate in diesem Land verweile, wird es Zeit, dass ich mich mal einem sehr bedeutenden Teil des Alltags widme: dem Einkaufen. Dafür habe ich hier mal ein paar Fotos hochgeladen, um mit schwedischen Eigenarten bekannt zu machen. Nähere Erklärungen finden sich im Album selbst.
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Einkaufen in Schweden

Das Verhalten an der schwedischen Kasse will auch gelernt sein - im Vergleich zur deutschen Kasse ist es die reinste Entspannung. Man bleibt ganz gemütlich stehen während die Strichcodes abgelesen werden und die Waren auf eine von 2 Bahnen am Ende des Bandes fahren. Dort kann man sie nach dem Bezahlen in Ruhe einpacken, während die Einkäufe des nächsten Kunden auf der anderen Bahn angefahren kommen. Etwas gewöhnungsbedürftig war für mich anfangs, dass man doch bitte keine "Warenberge" bauen sollte, wenn man die Sachen aufs Band legt. Ich hatte meine Einkäufe wie immer schön platzsparend übereinander geschichtet, als mir etwa beim dritten Einkauf der schwedische Hinweis auffiel;-) Seitdem lege ich auch alles ordentlich hintereinander, treibe es aber nicht so weit wie manch andere, die auch noch aufpassen, dass die Strichcodes oben liegen. Eigentlich braucht man sich über all das gar keine Gedanken mehr machen, weil hier auch die Methode des "Selfscanning" sehr populär ist. Mit einem sehr handlichen Gerät kann man während des Einkaufs die Codes selbst erfassen, bevor man seine Sachen in den Wagen legt - wie das kontrolliert wird, weiß ich nicht - am Ende wird mit Kreditkarte gezahlt. Apropos Kreditkarte: es ist eher ungewöhnlich, wenn man mit Bargeld zahlt und sogar sein Busticket (im Bus) kann man mit Kreditkarte kaufen! Und wie kommt es, dass ich geade zum Sonntag übers Einkaufen schreibe? Die Supermärkte haben jesen Tag von 8 oder 9 bis 22 Uhr geöffnt und das kam mit heute bei meiner unitechnischen Auslastung die Woche über sehr entgegen.

Heute Vormittag war ich auch im Familiengottesdienst und danach habe ich mein Mittagessen wieder in Form von Kuchen zu mir genommen - sehr fein, kann ich nur sagen!


Heute Abend war ich noch in einem Chorkonzert in der Ålidhems Kyrkan. Da hat auch wieder dieser putzige Kinderchor gesungen, laut und schief, aber sehr amüsant:-)

Samstag, 13. Dezember 2008

Lucia

Am 13. Dezember wird hier Lucia gefeiert. Ich habe mich nochmal informiert: Bevor der gregorianische Kalender eingeführt wurde, fand die Wintersonnenwende am 13.12. statt (gleichzeitig der Namenstag der Heiligen Lucia) und obwohl wir laut heutigem Kalender noch ein paar Tage haben, bis es lichtmäßig wieder aufwärts geht, wird am 13.12. immer noch die "Wiederkehr des Lichts" gefeiert. Da das nun in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, wurde der universitäre Luciazug einen Tag vorverschoben. Das habe ich mir gestern angeschaut - der Studentenchor, der hier etwa 25 Beteiligte umfasst, ist mit Kerzen und Gesang in die Aula eingezogen. Die meisten waren in weiße Gewänder gekleidet, aber es gab auch einen Tannenbaum und einen sehr coolen Weihnachtsmann mit Sonnenbrille. Und natürlich Lucia mit diesem äußerst riskant aussehenden Gestell von (echten) Kerzen auf dem Kopf. Dieser Chor hat sehr schön gesungen und nach dem Lucia-Lied habe ich unter anderen auch "Rudolph, the red nosed reindeer" auf Schwedisch zu hören bekommen, klang sehr witzig. Danach gab´s noch Fika und dann musste ich mich wieder zum Screening aufmachen, was überhaupt nicht gut läuft, weil unsere Ergebnisse momentan noch nicht reproduzierbar sind und meine Substanz doch nicht wirkt...örgh.

Und ganz typisch für Lucia ist eine Hefegebäck mit Safran, die sogenannten "Lussekatter". Also haben wir uns heute vormittag zu viert bei Lisa zum Backen getroffen und diese Dinger gemacht. Oh Mann, gerade warm waren die total lecker! Dazu noch Julmust, ein Getränk, was es typischerweise zu Weihnachten gibt (und zu Ostern anscheinend auch, nur mit anderem Etikett und als "Paskmust") und das farblich an Cola erinnert, aber vom Geschmack her sehr schwer zu beschreiben ist. Ach, zum Thema Safran: der ist ja sehr teuer (1g = 3€) und wenn man den hier im ICA, dem üblichen Supermarkt, kaufen will, bekommt den nur von den Menschen an der Kasse.
Wie man hier sehen kann, haben wir gestern reichlich Neuschnee bekommen, bestimmt 30 cm. Leider ist das über Nacht schon wieder angetaut, sodass es heute früh sehr, sehr matschig war. Die Schneeberge finde ich trotzdem sehr beeindruckend und das ist nicht der höchste, den ich heute gesehen habe! Ich war dann noch mit Anna in der Stadt, weil wir beide noch ein bisschen was einkaufen mussten. Dabei haben wir ein ganz tolles schwedisches Wort entdeckt, welches die Schnüre bezeichnet, an der manche Leute ihre Brille um den Hals hängen haben. Und wo ich´s mir genauer überlege, sind es sogar zwei lustige Wörter - nur dass ich mich an das zweite schon total gewöhnt habe:

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Mein Phenylvinylsulfonat

Nachdem sämtliche Fehler aus meiner Konzentrationsberechnung beseitigt wurden, durfte ich heute sehr glücklich feststellen, dass mein Phenlvinylsulfonat auch so wirkt wie es soll! Ich habe 6 Milligramm von meinen wunderschönen Kristallen eingewogen (die Assistentin war so nett, den Kolben über Nacht an die Vakuumpumpe zu hängen...nix mehr mit Öl-Schleim), mit 6,5 ml DMSO aufgefüllt und jetzt wird jeweils 1 µl dieser Lösung in einem 100 µl-Reaktionsansatz mit der Phosphatase getestet. Wir haben heute nach stundenlangem Warten auf nicht-auffindbare Lösungen endlich mit dem Screening angefangen und nach 320 Substanzen reicht´s mir fast schon.
...wir müssen die Spitzen selber stecken...
Wahrscheinlich fange ich am Montag wirklich nochmal freiwillig eine neue Synthese an;-)

Ach, was mir gerade noch einfällt: ich informiere mich ja auch hier bei www.wetteronline.de darüber, was mich in den nächsten Tagen wettertechnisch erwartet. Man sieht dort ja immer die Unterteilung in Vormittag, Nachmittag und Abend und in Deutschland kenne ich es, dass im Sommer alle drei Teile Tageslicht zeigen und im Winter das letzte Feld mit Abendstimmung angezeigt wird. Da war ich doch recht überrascht, als hier zum ersten Mal auch im Nachmittagsfeld Abendstimmung angezeigt wurde, aber gut, ist ja nachvollziehbar. Dass nun allerdings schon seit 2 Wochen auch im Vormittagsfeld Abendstimmung angezeigt wird, finde ich ziemlich übertrieben...

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Doch nicht ganz hoffnungslos

Es sind tatsächlich erste Erfolge im Praktikum zu verzeichnen: ich habe mein Phenylvinylsulfonat synthetisiert und die Daten aus LC-MS und NMR sagen, dass es tatsächlich das ist, was es sein soll. Hm, durch solche Praktka bin ich schon immer mit mehr Glück als Verstand durchgekommen. Meine schwedische Chemikerin (die nicht so mitteilsam ist) hat unterdessen schon erfolglose 3 Versuche hinter sich; sie hat exakt das synthetisieren wollen, was im Paper beschrieben war, es hätte also problemlos funktionieren müssen. Aber irgendwie hat sich bei ihr immer nur eine eigenartige Komplexverbindung gebildet, die man anscheinend nicht weiterverarbeiten kann. Nun gut, ich bin glücklich mit meinen 47 Milligramm farblosen öligen Schleim, die ich nach unzähligen Dünnschichtchromatographien, Suche nach dem perfektem Eluenten & Lösungsmittel, Aufreinigung über eine Silicagel-Säule und ständigem Rotationsverdampfen erhalten habe. Klingt toll, oder? Morgen fangen wir den biologischen Teil unseres Projekts an, der darin besteht, 3000 chemische Stoffe auf Wirksamkeit als Phosphatasen-Inhibitor zu screenen. Und ich hatte echt gehofft, dass die eine nette Maschine fürs Pipettieren haben. Nein!!! Und anscheinend haben sie nicht einmal eine 12-Kanal-Pipette, sondern nur eine 8-Kanal-Pipette. Kann sich jemand vorstellen, was das bei mindestens 3000 Reaktionsansätzen mit jeweils 4 Komponenten bedeutet??? Wenigstens weiß ich bei diesem Thema wieder, was ich tue und das ist sehr beruhigend. Ich vermute nur, dass ich spätestens nächste Woche von meiner Gruppe nochmal zum Synthetisieren abkommandiert werde, weil ich nun das erste Mal so erfolgreich war. Aber vielleicht bin ich dann gar nicht mehr so böse darüber, weil sich dann bein Daumen vom ständigen Pipettieren erholen kann. Ach, was nehmen wir übrigens als Referenz beim Screening? Meinen selbst synthetisierten Stoff...wenn das mal nicht unheimlich ist...

@L: Naja, solange ich selbst nicht den Überblick über meine musikalischen Projekte verlieren...aber ich bin mit drauf auf dem Video, man muss mich wegen der miserablen Qualität einfach vorher auf dem Foto vom Sonntagseintrag lokalisieren (Bratscher sind üblicherweise leicht rechts zu finden, dort am 2. Pult) und kann dann zumindest den Bewegungen folgen. Entweder guter Ton oder gute Qualität, meine Kamera kann videotechnisch nur den guten Ton (worüber ich sehr dankbar bin).

Montag, 8. Dezember 2008

Hoffnungslos verloren

"Synthesis of Benzyl Vinyl Sulfonate. 2-Chloro-1-ethane-sulfonylchloride (0.2 ml, 1.91 mmol) dissolved in anhydrous dichloromethane (5 ml) and benzyl alcohol (0.2 ml, 1.93 mmol) was treated, at 0°C, with triethylamine (0.54 ml, 3.87 mmol). After 0.5 h, the reaction mixture was concentrated and the crude residue was purified..."

Ich sag euch, da kommt Freude auf! In unserer Fünfergruppe gibt es eine Person, die weiß, was sie tut, weil sie aus der chemischen Richtung kommt. Leider ist sie nicht sehr mitteilungsbedürftig und man hat immer nur das Gefühl, sie zu stören. Wir sollen Arylvinylsulfonate synthetisieren, da diese Tyrosinphosphatasen inhibieren können. Jeder von uns versucht also jetzt, so ein komisches Arylvinylsulfonat mit einem anderen Substituenten am aromatischen Ring zu synthetisieren. Und wenn man ein Anhydrid als Lösungsmittel hat, muss man anscheinend zwangsläufig unter Stickstoffatmosphäre arbeiten, was das ganze Vorgehen nicht einfacher macht. Wo ich doch sowieso diese Glasapparaturen der organischen Chemie über alles liebe. Und was auch sehr schade ist: ich hab keine Ahnung, was wir morgen tun werden.

Hier wie versprochen das Video:

Sonntag, 7. Dezember 2008

Musikalisches Wochenende II

Gegen Freitag bin ich mal wieder aus meiner Versenkung aufgetaucht, weil ich Klausur schreiben musste. Also mit einer Erkältung hat es mich schon lange nicht mehr so heftig mitgenommen; das war einfach mal nicht schön! Und natürlich konnte ich auch nicht so lernen, wie ich das eigentlich geplant hatte, sodass die Klausur dann auch eher auf improvisatorischer Ebene gelaufen ist. Wenn man 6 Stunden Zeit hat, kann man sich ja viel aus den Fingern saugen.
Seit Freitag nehme ich nun wieder aktiv am Geschehen meiner Außenwelt teil. Und das hieß Freitag, Samstag und Sonntag Probe; am Samstag Besuch eines Chorkonzerts, abnds eine Geburtstagsfeier, heute Morgen selbst ein Chorauftritt im Gottesdienst, 15:00 Sponsorenkonzert in der Norrlandsopera und 19:00 das "richtige" Decemberkonsert. Und dazwischen immer dieses Hin- und Hergekutsche mit dem Bus (Alternative Laufen = 35 min, Alternative Fahrrad = verrückt). Ein sehr ausgefülltes Wochenende also. Ich hab auch noch einen Videoausschnitt von dem Konzert, aber den muss ich erstmal irgendwie verkleinern;-)
Und was bin ich froh, dass dieses unmögliche Programm jetzt endlich vorbei ist. Ich hoffe, man hat mir meine Begeisterung nicht so angesehen... aber als nächstes kommen Beethoven 1 und Brahms Klavierkonzert, endlich was Ordentliches.

Nun weiß ich nicht, ob das noch Krankheitseinflüsse sind, aber momentan bekomme ich einen guten Eindruck von der schwedischen Winterdepression. Das kann einem schon auf den Keks gehen, wenn die Sonne kurz vor 2 den Abgang macht. Außerdem bin ich derzeit sehr schwer zu motivieren, egal zu was.
Nun ja, morgen starte ich in den praktischen Teil des Medicinal Chemistry Kurses. Ich hab noch keine Ahnung, was da genau auf mich zukommt; habe aber vernommen, dass wir jeden Tag 8-17 Uhr im Labor sein müssen. Jippie!

Dienstag, 2. Dezember 2008

Wechselkurs

Ich kann mich immer sehr vielfältig ablenken, wenn ich eigentlich lernen sollte;-) So ist mir beim Überprüfen meiner Bankdaten aufgefallen, dass die aus 1000 SEK berechnete €-Summe von einem auf den anderen Monat gleich mal 6€ Differenz zeigte, zum Positiven! Hab mir das dann in den Währungsrechnern noch einmal genauer angeschaut und festgestellt, dass ich momentan nicht mehr wie am Anfang 268€, sondern nur noch 245€ Miete zahle. Wow, das scheint gerade ein super Kurs zu sein! Ich habe SEK:€ immer 10:1 gerechnet, wobei ich meistens nochmal ein Zehntel auf die Eurosumme draufgeschlagen hab. Hihi, das kann ich jetzt getrost weglassen. Wie verhält man sich denn da taktisch klug? Schonmal gut, dass ich gerade am letzten Wochenende die 600€ für die dritte Mietzahlung überwiesen habe;-)
Nun, ein kleiner Ausflug in die Finanzwelt. Ihr könnt den Fehlgriff ja auf Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und geistige Verwirrung meinerseits schieben. Mit der Symptomatik kann man sich auch so prima auf Pharmakokinetik und Combinatorial Synthesis konzentrieren. Und ehe ich die Orchesterprobe ausfallen lasse, muss schon viel passieren... hoffentlich wird das langsam wieder.

Sonntag, 30. November 2008

förkyld

So, da bin ich mal wieder. Gestern hat es mich mit einer sehr unangenehmen Erkältung aus dem Rennen genommen. Dummerweise war ich gerade gestern mit den Leuten aus meinem alten Kurs zum Barbeque verabredet (was ich nicht wirklich absagen konnte, weil wir eh nur wenige waren) und dummerweise waren es gerade gestern nur -10°C draußen in der feindlichen Umwelt. Ich hab mich also in wer-weiß-wie-viele Lagen eingepackt, wobei meine lange gepolsterte Fahrradhose hier sehr zweckdienlich war;-) Leider haben wir kein Feuer zum Brennen bekommen und nachdem wir herausgefunden hatten, dass es die Schweden am benachbarten Grillplatz schon für 2 Stunden erfolglos probiert hatten, haben wir uns alle bei Susann eingeladen, die Würstchen in der Pfanne gebraten und die Marshmallows über Kerzen gegrillt.
Am späten Nachmittag war ich noch mit Kai Yuan à la "Christine" (der Taiwanesin) verabredet, um ihr zu zeigen, wie man einen kalten Hund zubereitet. Hab mir also einen Tee kochen lassen, mich hingesetzt und Anweisungen gegeben.

Nach noch viel mehr Tee und 10 Stunden Schlaf geht´s mir heute schon wesentlich besser. So konnte ich in den Gottesdienst gehen, was ich gestern Abend echt nicht für möglich gehalten hätte. "Tochter Zion" auf Schwedisch, hihi. Heute Nachmittag treffen wir uns noch mit dem Sprachtandem, um einen Apfelstrudel zu machen. Irgendwie dreht sich hier wirklich alles ums Essen. Hier mal noch ein schönes Bild von Judith & Judith, aufgenommen als wir mit Cecilia um den See gelaufen sind:


Und jetzt, wo das ich Deutschland angekommen ist, kann ich ja auch verraten, womit ich letzte Woche ziemlich viel Zeit verbracht habe:

Jep, ein Adventskalender für meine Eltern und einer für meine Oma. Und ich habe hier auch schon ganz viele Päckchen liegen, die geöffnet werden wollen. Nicht zu vergessen auch die Plätzchen aus der heimischen Backstube, die aber leider schon alle sind...

Mittwoch, 26. November 2008

Schneeberge

Solche Schneeberge sieht man zurzeit in jeder Ecke; der hier ist auf dem Campus anzutreffen, mit Blick zur Bibliothek. Aber viel mehr hab ich heute auch nicht zu erzählen. Außer dass unser Mini-Chor heute nur aus 3 Personen bestand;-)
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Montag, 24. November 2008

Schnee

Es hat den ganzen Tag ununterbrochen geschneit. Ganz feiner Schnee mit viiiiel Wind. Trotzdem habe ich mich aufgerafft und bin wenigstens eine Strecke zur Probe gelaufen. Heute ist allerdings das eingetreten, was ich eigentlich schon letzte Woche nach einer Stunde Marsch durch die Kälte erwartet hätte: arge Stimmungsprobleme. Kaum hatte ich die Bratsche aus dem Kasten genommen, hatten sich auch schon alle 4 (!) Wirbel gelockert und ich musste sehen, dass ich die Töne bis zum Probenbeginn irgendwie wiederfinde und den widerspenstigen a-Wirbel festbekomme. Da muss man richtig Gewalt anwenden.

Und eine große Überraschung heute: Ich habe einen Adventskalender von meiner Tante bekommen. Juhuu! Jetzt muss ich aber noch eine Woche warten, bis ich das erste Päckchen aufmachen kann!

Nebenbei übrigens ein paar verwackelte Bilder von Umeå bei Dunkelheit & Schnee. Man beachte das letzte; es zeigt die Auffahrt zu einer der beheizten Brücken.

@Lars: Danke für den Link zum PCR-Song, den wollt ich mir schon immer mal zu Gemüte führen. Echt cool! Und ein Hoch auf deine/eure Kommentare:-)

Sonntag, 23. November 2008

Altfiol i gudstjänsten

Um das gleich nochmal deutlich zu machen: Ich werde Umeå bis zum 19.12. nicht mehr verlassen, weil es einfach viel zu schnell dunkel wird, als dass man sich irgendwas anschauen könnte. Ab Februar werde ich dann vielleicht wieder an irgendwelche Ausflüge denken!
Dementsprechend habe ich auch gestern nur einen kleinen Ausflug gemacht, nämlich in die Stadt. Dummerweise waren außer mir noch viele andere Menschen auf den Gedanken gekommen, sodass es mir irgendwie "för mycket folk" war. Abends habe ich nochmal ordentlich Bratsche geübt und meine Saiten geputzt (wie gut, dass man Mediziner kennt, die Isopropanol-Tupfer vorrätig haben). Und natürlich gelesen.

Und heute habe ich mit David im Gottesdienst gespielt. Glücklicherweise hatten sie die Totensonntags-Thematik durch eine internationale Thematik ersetzt (fragt mich nicht warum), sodass es ein ganz und gar nicht bedrückender Gottesdienst war. Eine Chinesin hat aus der chinesischen Übersetzung des alten Testaments gelesen und ein Eriträer hat auch was berichtet. Da hab allerdings eine Weile gebraucht, um mitzubekommen, ob er eriträisch (?) oder schwedisch mit grässlichem Dialekt spricht.
Ich habe die "Vocalise" von Rachmaninoff und "O salutaris" von Gabriel Fauré gespielt, letzteres gegenüber dem Original eine Oktave runtertransponiert, was die frisch geputzte c-Saite sehr schön zum Klingen brachte. Ich hatte mit David vorher doch recht oft geprobt, sodass wir unterdessen sehr gut aufeinander eingespielt sind. Ging auch alles prima:-) Am Ende hab ich von ihm sogar ein etwas eigenartiges Heiligenbildchen und eine Tafel Schokolade als Dankeschön bekommen. Er meinte schon, wir sollten das gemeinsae Spielen zur Tradition machen. Hab ich nix dagegen, nach 3 Jahren Orchester-Bratscherstimmen sind ein paar solistische Sachen eine willkommene Abwechslung, die meinem Ton sicher nicht schaden werden. Und er freut sich auch, mal "richtige Musik" machen zu können und nicht immer nur die Gemeindelieder begleiten zu müssen. Auch Walther, der Pfarrer heute, meinte, dass er das gerne jeden Sonntag hätte. Wir wollen´s ja mal nicht übertreiben... Der Chinesin musste ich mit viel Nachdruck erklären, dass ich Biochemie und nicht Musik studiere. In der Gemeinde habe ich übrigens bis jetzt 6 Pfarrer gezählt. Der eine von den beiden, die heute dran waren, stand tatsächlich in Socken vorne. Das ist hier nicht sooo ungewöhnlich, aber ich musste mir trotzdem ein Grinsen verkneifen, weil das einfach mal echt schwedisch ist.

Danach musste ich mich entscheiden, ob ich David, dessen Familie heute nicht da war, beim "Kyrkokaffe" noch Gesellschaft leiste oder ob ich mit Lisa und ein paar anderen Leuten zur Fika in eine Lokalität namens "Skogis" gehe. Ich hab mich von Letzterem überzeugen lassen und das war auch sehr toll. Ancheinend ist das ein Muss für jeden Studenten hier in Umeå und dementsprechend auch sehr voll. Nach einem Moment Warten haben wir aber die allerbesten Plätze ergattert, uns mit riesigen leckeren Kuchenstücken vom Buffett sowie mit Kaffee versorgt und die nächsten drei Stunden dort gesessen und erzählt.


Das letzte Bild zeigt eine Deutsche und eine Finnin (Freunde von Lisa) vor dem IKSU, diesem riesigen Sportzentrum hier, wo ich die Mitgliedschaft im Gegensatz zu den meisten anderen Austauschstudenten immer noch hartnäckig verweigere. Der Kontrast zwischen Schnee draußen und Beachvolleyball drinnen hat schon was...

Freitag, 21. November 2008

Lesen

So ist wieder eine Woche rum... Am Dienstag hatten wir unseren Vortrag, der auch ganz in Ordnung war. Warum man wegen 10 min nur immer so aufgeregt sein muss... dabei hatten wir eigentlich gar keinen Grund dazu, weil man unser Englisch im Gegensatz zu dem einiger vietnamesischer Mitstreiter wenigstens verstehen kann.
Am Mittwoch haben sie uns nur ein bisschen was im Labor gezeigt, Donnerstag hatten wir wieder "individual studies". Ich bin also derzeit fleißig mit meinem Buch "An Introduction into Medicinal Chemistry" beschäftigt und hab jetzt auch schon die Hälfte durch. Allerdings hab ich auch wieder ein schwedisches Buch, diesmal einen echten schwedischen Krimi von Håkan Nesser, der sich auch sehr, sehr gut anlässt. Muss also aufpassen, welches Buch ich lese;-)
Ansonsten haben wir letztens im Chor beim Einsingen "Bruder Jakob" auf Schwedisch gesungen. Das war gut, das konnte ich mir wenigstens gleich merken. Bruder Jakob, sover du, hör du inte klockan? Ding ding dong. Und ich habe mit David geprobt, weil wir ja am Sonntag im Gottesdienst spielen.
Gestern Abend hatten wir wieder ein Sprachtandem-Treffen. Wir waren bei Cecilia und haben dort Eierkuchen gemacht, eine Tomaten-Käse-Variante und eine Eis-Preiselbeer-Variante. Cecilia hat seit einer Woche einen kleinen Hund und der ist total niedlich. Ja, das aus meinem Munde! Noch sehr handlich, das kleine Ding.
Sonst alles unverändert - kalt und immer dunkler, aber das war ja zu erwarten.
Wünsch euch ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 19. November 2008

Und heute Morgen...

Montag, 17. November 2008

Von schwedischen Brücken

Nun liegt der Schnee hier schon seit ein paar Tagen rum und eigentlich stört sich keiner dran. Bei dem Bisschen werden nichtmal die Straßen geräumt. Die meisten Schweden fahren noch Fahrrad, aber das ist mir irgendwie zu heikel (ehe ich die nächsten 6 Wochen eingegipst durch die Gegend laufen muss...). Ich bin heute also mal wieder zur Probe gelaufen und dafür braucht man schon ein Stündchen... dabei habe ich aber auch gesehen, welche Abschnitte der Strecke BEHEIZT werden, sodass der Schnee dort gar nicht liegen bleiben kann. Zwei Brücken, eine Unterführung und der ganze innerste Stadtkern. Diese Schweden... unglaublich. Okay, bei den beiden Brücken bin ich wirklich erleichtert, da die auch einen sehr interessanten Kurvenverlauf haben und ich mir das nicht so toll vorstelle, wenn man da am Geländer klebt. Die eine ist anscheinend an kritischen Stellen sogar unter Strom gesetzt, sodass von dort keiner runter auf die Straße springen kann. Und eben diese Brücke hat auch eine extra Markierung für Fußgänger und Radfahrer und die Richtungsangabe für die Radler. Hihi, wenn man nicht bremst, kommt man auf der auch echt gut in Fahrt, da ist´s von Vorteil, wenn keiner im Weg steht. Nach der Orchesterprobe hab ich mich dann aber von Malin, meiner Pultnachbarin, mitnehmen lassen. Und heute habe ich wieder nicht schlecht gestaunt: jetzt spielen wir plötzlich auch noch den letzten Satz von Schuberts Fünfter. Ist ja schön und gut, aber ich weiß nicht, wann ich zum letzten Mal eine so unmögliche Programmzusammenstellung hatte!

Was die Uni betrifft, hatten wir heute einen Tag für "individual studies" und da ja morgen dieser Vortrag ist, mussten wir die Zeit auch nutzen. Wir haben uns in eben einem dieser Arbeitsräume der Bibliothek getroffen. Die sind super ausgestattet - neben dem obligatorischen Tisch mit ein paar Stühlen gibt es ein Whiteboard und, das muss man sich mal in Deutschland vorstellen, sogar einen Computer mit Internetzugang. Man bucht den Raum übers Internet und geht dann einfach zu seiner Zeit hin, nix mit Schlüssel-Erkämpfen oder so. Wie ich´s schon geahnt hatte - unsere Chinesin hat viel zu viele Folien vorbereitet (obwohl ich vorher in einer Mail nochmal ein paar "Grundsätze" durchgegeben hatte). Ich mein, jeder von uns sollte 10-12 Minuten reden, was will sie denn da mit 16 Folien? Ich habe sechs... kann man nix machen.

Gestern waren wir mit Anna-Lena (unserer "echten Schwedin" vom Host Programme) in Gammlia. Sie hatte Fika für uns mitgebracht, das war voll lieb. So haben wir "Glögg" probiert, eine Art Glühwein, in dem Mandeln und Rosinen schwimmen. Ja, das ist schon weihnachtlich! Dazu noch selbstgebackene Pfefferkuchen in Elchform und so Safran-Dinger. Aber es war echt kalt. Danach waren wir noch im Museum und Anna-Lena hat uns einiges übersetzt und erklärt. Es war jedenfalls ein netter Ausflug.

Sonntag, 16. November 2008

Heute Morgen...

...fiel mir beim Blick aus dem Fenster diese Gestalt ins Auge. Ist der nicht putzig?
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Samstag, 15. November 2008

Der Winter kommt

Als ich heute Vormittag den ersten Schritt nach draußen getan habe, hat es mich erstmal hingelegt. Sah bestimmt sehr lustig aus. Trotz des ungemütlichen tristen Wetters bin ich dann bis in den nördlich gelegenen Stadtteil Ersboda gelaufen (und es war die ganze Strecke total glatt). Ziel der Aktion: Schuhgeschäft suchen. Nachdem ich alle Läden im Zentrum abgegrast und immer nur Schuhe bis zur 41 gefunden hatte, wollte ich´s mal in der anderen Richtung probieren. Und siehe da, es gab dort tatsächlich einen Laden, wo auch die Größe 42 angeboten wurde. Und nach dieser Rutschaktion bin ich jetzt stolzer Besitzer von Winterschuhen mit optionalen Metallspikes. Sehr ausgeklügeltes System, die haben so eine Spange in der Sohle, die man umklappen kann, sodass man entweder mit oder ohne Spikes läuft. Mal sehn, ob sich´s bewährt. Außerdem gab es nebenan auch einen großen Süßigkeitsladen:

Die Schuhe habe ich mir wohl gerade noch rechtzeitig besorgt - seit ich wieder zu Hause bin, hat es nämlich ordentlich geschneit und jetzt liegen schon ein paar Zentimeter.
Dann habe ich tatsächlich was für den Vortrag gemacht. Meine Folien für die Powerpoint sind jetzt so gut wie fertig, morgen noch ein paar Kleinigkeiten. Am Montag treffe ich mich mit meiner Gruppe (ein Schwede, eine Chinesin, eine Kanadierin), um alles abzusprechen. Dazu lassen sich übers Internet ganz leicht Arbeitsräume in der Bibliothek buchen.
Ach, und die Klausur meines Molekulargenetik-Kurses ist bestanden:-) Ein Hoch auf die Last-Minute-Lerntechnik, die hat mich noch nie im Stich gelassen!

Mittwoch, 12. November 2008

Der Kurs...

Keine großartigen Neuigkeiten. Seit einigen Tagen habe ich dieses Buch, das wir für den aktuellen Kurs lesen müssen. Die wenigen Bücher, die ich für die Uni in Deutschland hatte, waren eher Nachschlagewerke, aber hier muss man das wirklich von vorne bis hinten durchackern. Glücklicherweise ist es recht verständlich geschrieben. Und das Thema ist ja auch sehr interessant. Allerdings muss ich mich erstmal wieder an dieses Arbeitspensum gewöhnen, nachdem der erste Kurs so entspannend war (und in Jena in den letzten beiden Semestern auch nicht so viel passiert ist). Heute haben wir erfahren, dass wir am Dienstag eine "student lecture" halten sollen, in Vierergruppen. Inhalt ist ein Kapitel aus eben diesem Buch, "Antibacterial agents". Super, sind ja nur 50 Seiten... örgh. Ich weiß also, was ich am Wochenende mache. Nun ja, ich will mich mal nicht beschweren - in dem Kurs haben wir wahnsinnig gute Dozenten. Jetzt hatten wir 2 Vorlesungen bei einem, der wirklich coole Sachen rausgehauen hat. Da ging es z.B. um die schwarze Tollkirsche, Atropa belladonna. Er meinte, dass doch die meisten Begriffe im Italienischen viel besser klingen als im Schwedischen oder Englischen. Man solle nur mal "Guiseppe Verdi" als Beispiel nehmen, der im Englischen "Joe Green" gehießen hätte!

Und sonst? Mein zweites schwedisches Buch ("Tusen strålande solar") geht aufs Ende zu und ist extrem spannend. Orchester, Probe mit David, Chor. Und ich hab mir endlich einen Notenständer organisieren können! Es war schon ziemlich nervig, jedes einzelne Notenblatt mit Wäscheklammern an meine Vorhänge zu hängen... jetzt dürfte mich nichts mehr vom Üben abhalten.

Sonntag, 9. November 2008

Eishockey

Nachdem wir heute vormittag im Familiengottesdienst waren (wo ein ganz niedlicher Kinderchor gesungen hat), haben Lisa und ich zusammen gekocht. Ich hab mir ihre Bilder vom Trip nach St. Petersburg zeigen lassen und irgendwie lief uns die Zeit dann schon wieder davon und wir mussten uns beeilen, um rechtzeitig zum Eishockey-Bus zu kommen. Heute hat Umeås Team, die "Björklöven", gegen Bofors gespielt. Im Internet wurde groß angekündigt, dass man keinen Eintritt zahlen muss, wenn man sich mit den Farben des Teams - dummerweise grün und gelb - einkleidet. Dann kann man sich das ja mal anschauen. Nun ja, ich und grün/gelb klingt nicht besonders verheißungsvoll, aber Lisa hatte verschiedenste Utensilien von verschiedensten Leuten besorgt und meine Winterjacke hat zumindest eine grünliche Farbe... so genau haben sie am Einlass letztendlich gar nicht draufgeschaut und so hab ich zum ersten Mal ein Eishockeyspiel gesehen. Diese Mischung aus elegant & brutal ist schon sehr interessant und außerdem kann einem bei der Schelligkeit nicht langweilig werden. Mir hat´s jedenfalls gefallen und ich werde mich bei Gelegenheit mal nach den Regeln erkundigen, um wenigstens im Nachhinein zu verstehen, warum die immer ihre Strafminuten bekommen haben.


Hm, dann wollte ich es hier endlich einführen, dass wir am Sonntagabend eine Korridor-Fika machen. Ich hab das unterdessen schon von einigen anderen gehört - man sitzt Sonntagabend gemütlich mit seinen Mitbewohnern zusammen, trinkt Kaffee/Tee und isst ein paar Kleinigkeiten. Meine Mitbewohner waren auch immer total begeistert, wenn ich das vorgeschlagen habe. Aber irgendwie kriegen wir das terminlich nicht auf die Reihe. Immerhin saß ich dann mit Ali aus Bahrain eine ganze Weile zusammen und wir hatten einen riesigen Berg selbst fabrizierter Kanelbullar nur für uns:-) Die wissen ja gar nicht, was sie verpassen...

Und jetzt hab ich auch Lisas Fotos von unserem Ausflug vor 10 Tagen bekommen (als wir mal wieder im Naturreservat waren). Folglich sind es diesmal nicht nur Naturbilder wie ich sie so gerne mache. Hier die gesammelten Werke:
Grössjön mit Lisa und Anna, 29.10.08

Samstag, 8. November 2008

Elchfarm

Einhundert internationale Studenten auf dem Weg nach Bjurholm, um endlich mal Elche zu sehen! In der Nähe dieses kleine Örtchens gibt es ein Museum über Elche und die haben da auch ein paar Gehege mit zahmen Elchen. Natürlich ist das Ganze nicht auf sooo viele Menschen ausgelegt, aber es war trotzdem recht nett. Ein junger Elch hatte seinen Spaß daran, mit Anlauf von hinten in irgendwelche Leute reinzulaufen, die natürlich vollkommen unvorbereitet waren. Dem bin ich lieber ausgewichen, wenn er in meine Richtung lief:-) Ja, diese Elche sind schon sehr imposante Tiere. Die Bulle werden bis zu 900 kg schwer! Und die werfen ihr Geweih jedes Jahr ab. Gut, wie zu erwarten war, ist das Fell nicht besonders weich, hat eher was von "struppig" und "Igel", außerdem war das Wetter heute nicht so toll, sodass die meisten ziemlich schnell genug hatten. Hier kommen ein paar Eindrücke, von Elch & mir hab ich leider noch keine Bilder bekommen. Von der Elchkuh am Ende ist es fast ein kleiner Film;-)

International Dinner

Da ich heute erst 13:15 Uni hatte, konnte ich den Morgen für eine weitere Runde um den See nutzen. Man merkt es nun wirklich deutlich mit dem Tageslicht (siehe Tabelle an der Seite) und mich zieht es immer raus, wenn ich bei Helligkeit ein Stündchen oder so abzweigen kann. Ja klar, eigentlich hätten wir die Vormittag "for individual studies" nutzen sollen. Passend zum Kurs gibt es ein Buch, was auch reichlich viele Seiten beinhaltet und bis in 4 Wochen komplett gelesen sein muss. Der springende Punkt ist allerdings, dass ich dieses Buch noch nicht habe und auch zu faul für die Bibliothek war. Naja, morgen werde ich es von Ida abholen. Sie war so freundlich, es für mich übers Internet zu bestellen. Dort war es wesentlich günstiger, mir fehlte allerdings für die eigenhändige Bestellung die schwedische Personennummer.

Außerdem habe ich mich heute mal wieder in meiner Buddy Group sehen lassen. Was mich dazu getrieben hat? Essen! Endlich stand auch bei uns mal ein International Dinner auf dem Plan, ein Ereignis, von dem viele andere schon geschwärmt hatten. Jeder der kommt, muss etwas typisches aus seinem Heimatland mitbringen und das gibt für gewöhnlich ein echtes Festmahl. Mir fiel die Entscheidung nicht ganz leicht, zumal ich in der Gruppe nicht die einzige Deutsche bin und selbst nicht so auf Sauerkraut stehe. Letztendlich habe ich mich für kalten Hund entschieden, weil ich dachte, dass das sicher keiner der anderen macht. Nun versuch mal einer, in Schweden ganz normale Butterkekse zu finden - ein hoffnungsloser Fall. Das endete damit, dass ich versucht habe, runde Kekse einigermaßen gleichmäßig in einer rechteckigen Form zu verteilen. Und - wie blöd können den Zufälle sein? - es gab an dem Abend noch einen deutschen kalten Hund :-(
Der war auch schon geschnitten und wurde weitaus besser verspeist. Ich hab also einiges von meinem wieder mit heimgenommen, aber meine Mitbewohner Kristoffer und Sanne haben sich riesig drüber gefreut! Nun, außerdem gab es die ganzen anderen Gerichte zu probieren - Kartoffelauflauf, Bulgur, Piroggen, Reisgerichte, Elchfleisch, Königsberger Klopse und ukrainische Fleischbällchen, Ostkaka mit Himbeermarmelade und Sahne, Karotten-Grapefruit-Salat, Baguette & Camembert und anscheinend typisch schwedisch: gebratenes Blut zusammen mit Preiselbeermarmelade. Wahrscheinlich war das letzte die größte Anfechtung, aber nach dem, was ich in Taiwan so durch habe, musste ich das auch probieren... anscheinend war da Zimt drin. Es hat jedenfalls weihnachtlich geschmeckt;-)
Jep, dann war ich ziemlich voll und hatte in der Korridor-Küche noch sehr lustige Diskussionen mit Sanne & Kristoffer... es ging darum, ob man als Autofahrer einem auf der Straße stehenden Elch ausweichen soll oder - wie man es für deutsches Wild lernt - einfach weiter gradeaus fahren soll. Und wie wir darauf gekommen waren? Morgen fahre ich, zusammen mit vielen, vielen anderen Internationals, auf die Moose Farm in Bjurholm, Elche angucken!

Donnerstag, 6. November 2008

Medicinal Chemistry

Nun habe ich mit dem Kurs "Medicinal Chemistry" begonnen. Während der ersten 5 Wochen werden wir nur Vorlesungen, Übungen und "student lectures" haben und in den darauf folgenden 5 Wochen geht es dann in Vierer-/Fünfergruppen an die Projektarbeit. Ich hab noch keine Ahnung, was mich da genau erwartet (außer das ich jeden Tag von 8-17 Uhr im Labor sein muss) und hoffe, dass unser Projekt halbwegs biologisch ist. Ich könnt´s als Zellbio-Praktikum in Jena gebrauchen! Bis jetzt ist der Kurs ganz interessant, heute haben wir am Beispiel von AstraZeneca einen Einblick in die Pharmaindustrie gewonnen. Ich hatte mir noch keine Gedanken darüber gemacht, dass es ja viel rentabler ist, ein Blutdruck-senkendes Medikament zu entwickeln, welches der Patient über Jahre hinweg täglich einnimmt, als ein Antibiotikum zu entwickeln, welches nach einer Woche wieder abgesetzt wird. Und der krasse Gegensatz zwischen den sogenannten "life style"-Krankheiten und denen der dritten Welt kam auch sehr deutlich zu Ausdruck. Das Geld kommt nur aus den Industrienationen, also kann auch nur gegen deren Krankheitsbilder vorgegangen werden... ethisch sehr bedenklich.

Gestern war ich mit meinem Sprachtandem und noch 2 anderen Leuten im Kino. Wir haben einen schwedischen Film gesehen, "Låt den rätte komma in". Als ich vorher den Trailer gesehen habe, kam ich echt ins Zweifeln. Das waren wir gleich mal zu viele Tote, dazu noch Vampir-Thematik. Ich wär von selbst nicht hingegangen, aber der Film war wirklich gut! Hier eine Beschreibung. Und falls es den mal in Deutschland gibt, sollte man sich nicht durch die Vorschau abschrecken lassen!

Dienstag, 4. November 2008

Ereignisreich

Nach nur 2 Tagen gibt es schon wieder sooo viel zu berichten...

Kulturschock in Schweden
Den habe ich gestern in der Orchesterprobe erlitten. Vor der obligatorischen Fika haben wir noch den 1. Satz von Tschaikowskys Fünfter geprobt und dann folgten diese seichten Weihnachts-Arrangements. Ein Highlight dieser ist ein Medley, in dem "Jingle Bells" direkt auf "Stille Nacht" folgt. Aber das ganze gipfelte in dem meinerseits total verhasstem "White Christmas". Wissen sie, was sie tun? Lieber ein paar Probenwochenenden und die anderen Sätze von Tschaikowsky als dieses schnulzige Gedudel...

Klausur in Schweden
Heute habe ich mich in Abi-Zeiten zurückversetzt gefühlt. Man schreibt die Klausuren hier nicht im Hörsaal, nein, es gibt ein extra Gebäude, wo man verschiedene Prüfungssäle findet. Dort werden Taschen und Jacken im hinteren Bereich gelassen und jeder hat seinen eigenen Tisch mit einem bequemen Stuhl. Und ein großer Unterschied zu deutschen Unis: Man hat mehr als genug Zeit! Vier Stunden hatten wir für unsere Klausur und nach fast 3 Stunden hatte ich echt keine Lust mehr und habe abgegeben. Es war übrigens nicht besonders schwer und ich bin froh, dass ich nicht mehr gelernt habe (gestern hatte ich so gut wie gar nix gemacht... nur Altklausuren durchgegangen und das war genau richtig;-). Das Antworten auf Englisch fiel mir anfangs etwas schwer, was aber daran lag, dass ich abends und morgens noch in meinem schwedischen Buch gelesen hatte und mir immer die schwedischen Wörter in den Sinn kamen.
Susann aus meinem Kurs hatte heute das besondere Vergnügen, die Klausur im Schlafanzug zu schreiben. Sie hatte sich am Morgen aus ihrem Zimmer ausgeschlossen und ihre Mitbewohner waren so nett und haben ihr zumindest Schuhe, Jacke, Schal und Geld für den Bus geliehen...

Menschen in Schweden
Da internationale Studenten an der Umeå Universitet häufig bemängelt hatten, dass sie so wenig Kontakt zu "richtigen Schweden" haben (kann ich nur sagen: selber schuld) wurde hier letztes Jahr das "Host Programme" eingeführt. Ein, zwei oder drei internationals bekommen einen echten Schweden zugeteilt und treffen sich mit ihm. Das erste Treffen fand heute statt. Neben der Schwedin Anna-Lena, einer Sekretärin, die im Biologihuset arbeitet, habe ich so auch (schon) wieder zwei andere Deutsche kennen gelernt. Wir aben uns ein bisschen unterhalten und uns gut am Buffett bedient;-)

So, morgen geht es mit dem nächsten Kurs (Medicinal Chemistry) weiter. Gegen drei Tage Pause hätte ich grade nix einzuwenden, aber so ist es nun mal. Und ich hab schon wieder kein Mittagessen...

Sonntag, 2. November 2008

Eisig

So, heute noch das Handout über die Tiermodelle und dann hab ich zumindest alles mal gesehen (abgesehen von den letzten beiden Vorlesungen, die über Arbeit der jeweils eigenen Forschungsgruppen waren; die ich demzufolge nicht verstanden habe und gleich weglassen werde). Morgen werde ich noch die Problem Solving Classes und Genetic Problems durchgehen und dann dürfte ich bestens gewappnet sein:-)
Gestern hatte ich ein Treffen mit Cecilia & Judith. Wir sind um den See gelaufen und da das sehr schön war, hab ich es heute zur Unterbrechung des Lernmarathons gleich nochmal wiederholt. Das war vor 6 Stunden und ich hab immer noch nicht wieder angefangen, hihi. Jedenfalls ist der ganze See schon irgendwie... zugefroren! Sieht total schön aus.

Freitag, 31. Oktober 2008

Den första snön

Reichlich spät vermelde ich nun auch erste Schneefälle in Nordschweden!
Ich hätte ja erwartet, dass das schon Anfang Oktober passiert und v.a. dass wir hier eher Schnee haben als ihr da unten, aber es gibt Schlimmeres;-)
Ich versuche zu lernen. Leider schlafe ich immer ein. Und möglicherweise hätte ich doch ein bisschen eher anfangen sollen...?
Nun ja, eben habe ich eine Pause gemacht und mit einer Taiwanesin gekocht. Wir kennen uns aus der Buddy Group und da ich dort so lange nicht mehr aufgetaucht bin, haben wir (nach langem Hin und Her meinerseits) einen extra Termin vereinbart. Das resultierte dann in Käsespätzle und gebratenem Reis.
Und jetzt muss ich wohl weitermachen... wenigstens ist das eine Ausrede, mit der ich den Halloween-Partys entfliehen kann.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Sinfoniekonzert

Heute abend war ich zusammen mit Lisa in der Norrlandsopera und habe mir das Sinfoniekonzert angehört. Schumanns Manfred-Ouvertüre, Brahms Doppelkonzert und die Uraufführung einer Sinfonie von Nelson. Schumann war nett, Brahms war toll und Nelson war teilweise auch ganz schön. Hach, diese Solisten im Brahms waren echt gut, speziell der Geiger. Der Cellist hat auch gut gespielt, dazwischen aber immer viel zu laut geschnauft:-(
Ansonsten haben Lisa und ich unsere Studien getrieben und wichtige Erkenntnisse über die schwedische Theaterlandschaft gewonnen. Ich bin der Meinung, dass sie hier noch ein bisschen an ihrem Auftreten feilen müssen. Die Musiker kommen zu Beginn des Konzertes nicht gemeinsam herein, sondern sind einfach schon da. Und mit der Kleiderordnung haben sie es auch nicht so, speziell die Herren der Schöpfung. Nix mit Frack, keine Fliege... einfach nur Anzüge in verschiedenen Schwarztönen, alle möglichen und unmöglichen Schuhe und ein wunderschön sichtbares Beispiel schwarzgrauer Feinripp-Strümpfe am 1. Pult der 2. Geigen. Ja, ich weiß ja, dass das nicht wichtig ist, solange sie spielen können - aber es fällt halt auf. Und in der Pause wird nicht etwa Sekt geschlürft, nein, da gibt es die unvermeidliche "fika" in Form von Muffins und Kaffee.

So, heute hab ich es tatsächlich geschafft und war bei unter 0°C eineinhalb Stunden rennen! Das kompensiere ich jetzt mit den Goldbären meiner Oma;-)
Und nach erfolgreichen Überzeugungsmaßnahmen mütterlicherseits werde ich nun am 19.12. nach Deutschland kommen und für eine Woche in Plauen sein!
Ist schon klar, dass ich nebenher heute nicht sooo viel lernen konnte...örgh.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Grössjön zum Dritten

Trotz der sehr niedrigen Temperaturen haben wir uns heute wieder in das Naturreservat gewagt. Ja, genau dorthin, wo es so schlammig ist - heute war dafür natürlich sehr gutes Wetter, weil der Schlamm zumindest ein bisschen eingefroren war und wir erst gegen Ende nasse Füße bekommen haben. Und das sieht alles sooo schön aus, wenn der Rauhreif in der Sonne glitzert! Es gibt immer noch tiefgefrorene Blaubeeren, ich habe sogarernsthaft überlegt, ob ich dort an so einer "Spezialstelle" nochmal welche pflücken soll. Aber eigentlich muss ich ja lernen. Mit dem Feuer hat es diesmal eine Weile gedauert, aber letztendlich hatten wir doch was brennen und haben Würstchen und Marshmallows verspeist. Kurz nach dem Mittagessen, also etwa um 2, dachten wir dann schon, dass wir uns ein bisschen sputen müssen, um noch bei Helligkeit heimzukommen. Die Zeitumstellung am Wochenende hat wirklich so richtig reingehauen.





Heute war ich wieder zum Chor - es sind immer noch nicht mehr als 6 Personen, aber David (der Kantor) ist total nett und gibt sich echt viel Mühe. Hihi, langsam fängt er an, Englisch zu reden, damit Lisa und ich auch was verstehen... allerdings sagt er immer das auf Englisch, was wir unerdessen auch schon auf Schwedisch mitbekommen;-)
Wir haben heute gelernt, was ein Dreiklang ist *g*
Außerdem wurde ich gefragt, ob ich am 23.11. wieder im Gottesdienst spielen könnte. Nicht dass ich großen Wert drauf legen würde, gerade am Totensonntag für die musikalische Gestaltung zu sorgen... aber irgendwas wird sich schon finden. Hat jemand Vorschläge, was man mir Bratsche & Orgel machen könnte? Ich hab ja nicht alle Noten mit hierher genommen...

Dienstag, 28. Oktober 2008

Eine freie Woche

Am Sonntag wurde die ganze Aktion "Jazz Festival" mit einem sehr tollen Pizza-Buffett abgeschlossen. Danach haben noch 2 Bands gepielt, die ganz okay waren. Ohrstöpsel wären aber aufgrund der Lautstärke in dem kleinen Raum sehr ratsam gewesen. Die Hauptperson der 2. Band hat Posaune und Cello gespielt, beides richtig gut. Wenn dazu nicht dieser undefinierbare Rap-"Gesang" gewesen wär, hätte ich es toll gefunden;-) Wenigstens hab ich jetzt mal miterlebt, wie jemand auf der Bühne eine neue Saite aufzieht.

Mit Uni ist jetzt nicht mehr viel los hier. Ab morgen haben wir regelrecht frei, um uns auf unsere Klausur am nächsten Dienstag vorzubereiten. Ich geh dann erstmal wandern, mit Lernen kann ich auch am Donnerstag anfangen.
Außerdem versuche ich grade, mein Fitnessprogramm wieder einigermaßen ins Laufen zu bringen, was sich aber wegen der Temperatur- und Lichtverhältnisse nicht einfach gestaltet. Halb vier wird´s jetzt ernsthaft dunkel und dazu ist es wirklich kalt. Gestern bin ich meine 9 km um den See gerannt, heute hab ich mich für den Mittagsschlaf entschieden.

Gestern war ich natürlich auch zur Orchesterprobe. Da hatten wir plötzlich Tschaikowskys 5. auf dem Pult liegen...na hoppla, letzte Woche waren es doch nur ein harmloses Weihnachts-Medley, ein bisschen chinesisches Gedudel und ein paar Reißer aus Turandot und La Traviata. Und jetzt eine Sinfonie? Naja, nur der erste Satz... komisch, aber wenigstens eine kleine Herausforderung in dem Programm. Da die Probendisziplin etwas zu wünschen übrig lässt, waren wir gerade in den Streichern nur sehr schwach besetzt (das Blech war gut vertreten... oh oh). Auf jeden Fall ein interessantes Klang-Erlebnis.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Jazz Festival III

God eftermiddag:-)
Gestern ging das Programm im Folkets Hus schon 13:00 mit Erika Stucky (einer Sängerin) los. War ganz interessant, was sie alles mit ihrer Stimme anstellen konnte, noch interessanter war allerdings der Tubist, der sie begleitete und auch ein Solo präsentiert hat. Irgendwie hat er gleichzeitig in die Tuba gesungen und gespielt und währenddessen noch irgendwelche Rhythmen auf das Metall geklopft. Danach dann großes Aufsehen um ein Chorprogramm mit ein paar Streichern neben den obligatorischen Bläsern - das war nicht so der Reißer. Ein paar nette Sachen waren dabei, aber der Großteil war langweilig.

Ich hab dann meine Amis im Hotel abgeholt, in die "Künstlerloge" gebracht (dieses ganze Bachstage-Vokabular klingt auch immer toller als es in Wirklichkeit ist) und beim Soundcheck zugehört; später mal auf die beiden Saxofone aufgepasst, mich mit um die Essens-Bestellung gekümmert...naja, mein Zuständigkeitsbereich als Volontär;-) Vorm Konzert hab ich mich sehr nett mit dem Gitarristen unterhalten. Studiengebühren in den USA, Schweden und Deutschland, die Gesundheitssysteme... und er war sogar interessiert daran, was ein Biochemiker so treibt. Wenige Minuten vor dem Auftritt fragt mich der Drummer, wann sie eigentlich spielen. Um sieben. Wie lange ist das noch? Noch 7 Minuten. Aha. Und ganz ähnlich war es auch, kurz bevor sie auf die Bühne sind: Was spielen wir jetzt eigentlich zuerst?
Hm, ich hab die ja gestern schon für die Probe gelobt, aber beim eigentlichen Auftritt hab ich dann gemerkt, dass es da wirklich nur um die Abläufe ging. Grade bei ihren Soli haben sie gestern Abend richtig losgelegt und es kam auch super an. Ich hatte die äußerst wichtige Aufgabe, am Ende Blumen zu übereichen - die erste Chance hab ich gleich mal verpeilt, weil ich nicht wusste, ob das nun wirklich das letzte Stück war. Aber zum Glück haben sie noch eine Zugabe gegeben, sodass ich danach gleich auf die Bühne hechten konnte;-)
Jep, wir haben noch zusammen gegessen, wobei ich dann zu hören bekam, was alles schief gegangen war - so viele "Sorrys", eigentlich hat sicher jeder bei jedem entschuldigt. Dazu das Jazz-Fachvokabular und heftige Diskussionen, wer an der Stelle hätte spielen müssen, Drummer-Geklopfe auf dem Tisch und angesungene Melodien. Der Drummer muss eine Weile lang mal gar keine Ahnung gehabt haben, wo die anderen waren. Ja, das war der Anfang der Tour - heute spielen sie in Coesfeld. Muss ich mich schämen, wenn ich diese deutsche Stadt nicht kenne...? Ich bin dann aufgebrochen, um noch ein bisschen was anderes zu hören. Nicht aber, ohne vorher nochmal die Abholzeit am Hotel bekannt zu geben und an die Zeitumstellung zu erinnern. Die waren auch alle ganz lieb, haben sich nochmal bei mir bedankt und ich mich bei ihnen. War schon cool mit den Leuten, am Anfang noch so unnahbare Künstler, aber innerhalb der kurzen Zeit habe ich doch ein persönliches Bild von jedem bekommen und wir konnten uns ganz normal miteinander unterhalten.
Ich hab mir noch eine Kontrabassistin und eine Pianistin angehört, die mir eindeutig zu modern waren. Die hat z.B. mit ihrem Bogen im f-Loch rumgestochert, um irgendwelche Geräusche zu erzeugen. Besser war das Christian Scott Quintett, der Abschluss in der großen Konzerthalle. Ein sehr guter Trompeter. Danach war ich aber echt kaputt und - Freude über Freude - bin mal wieder im regnerisch-stürmischen Wetter nach Hause geradelt.

Ich hab noch ein paar Fotos und ein Trompeter-Video zum bestehenden Album hinzugefügt.

Jazz Festival

Heute Abend findet noch ein abschließendes Pizza-Essen der Volontäre statt und auch danach spielen noch 2 Bands. Mal sehen, ob man das anhören kann...