Sonntag, 23. November 2008

Altfiol i gudstjänsten

Um das gleich nochmal deutlich zu machen: Ich werde Umeå bis zum 19.12. nicht mehr verlassen, weil es einfach viel zu schnell dunkel wird, als dass man sich irgendwas anschauen könnte. Ab Februar werde ich dann vielleicht wieder an irgendwelche Ausflüge denken!
Dementsprechend habe ich auch gestern nur einen kleinen Ausflug gemacht, nämlich in die Stadt. Dummerweise waren außer mir noch viele andere Menschen auf den Gedanken gekommen, sodass es mir irgendwie "för mycket folk" war. Abends habe ich nochmal ordentlich Bratsche geübt und meine Saiten geputzt (wie gut, dass man Mediziner kennt, die Isopropanol-Tupfer vorrätig haben). Und natürlich gelesen.

Und heute habe ich mit David im Gottesdienst gespielt. Glücklicherweise hatten sie die Totensonntags-Thematik durch eine internationale Thematik ersetzt (fragt mich nicht warum), sodass es ein ganz und gar nicht bedrückender Gottesdienst war. Eine Chinesin hat aus der chinesischen Übersetzung des alten Testaments gelesen und ein Eriträer hat auch was berichtet. Da hab allerdings eine Weile gebraucht, um mitzubekommen, ob er eriträisch (?) oder schwedisch mit grässlichem Dialekt spricht.
Ich habe die "Vocalise" von Rachmaninoff und "O salutaris" von Gabriel Fauré gespielt, letzteres gegenüber dem Original eine Oktave runtertransponiert, was die frisch geputzte c-Saite sehr schön zum Klingen brachte. Ich hatte mit David vorher doch recht oft geprobt, sodass wir unterdessen sehr gut aufeinander eingespielt sind. Ging auch alles prima:-) Am Ende hab ich von ihm sogar ein etwas eigenartiges Heiligenbildchen und eine Tafel Schokolade als Dankeschön bekommen. Er meinte schon, wir sollten das gemeinsae Spielen zur Tradition machen. Hab ich nix dagegen, nach 3 Jahren Orchester-Bratscherstimmen sind ein paar solistische Sachen eine willkommene Abwechslung, die meinem Ton sicher nicht schaden werden. Und er freut sich auch, mal "richtige Musik" machen zu können und nicht immer nur die Gemeindelieder begleiten zu müssen. Auch Walther, der Pfarrer heute, meinte, dass er das gerne jeden Sonntag hätte. Wir wollen´s ja mal nicht übertreiben... Der Chinesin musste ich mit viel Nachdruck erklären, dass ich Biochemie und nicht Musik studiere. In der Gemeinde habe ich übrigens bis jetzt 6 Pfarrer gezählt. Der eine von den beiden, die heute dran waren, stand tatsächlich in Socken vorne. Das ist hier nicht sooo ungewöhnlich, aber ich musste mir trotzdem ein Grinsen verkneifen, weil das einfach mal echt schwedisch ist.

Danach musste ich mich entscheiden, ob ich David, dessen Familie heute nicht da war, beim "Kyrkokaffe" noch Gesellschaft leiste oder ob ich mit Lisa und ein paar anderen Leuten zur Fika in eine Lokalität namens "Skogis" gehe. Ich hab mich von Letzterem überzeugen lassen und das war auch sehr toll. Ancheinend ist das ein Muss für jeden Studenten hier in Umeå und dementsprechend auch sehr voll. Nach einem Moment Warten haben wir aber die allerbesten Plätze ergattert, uns mit riesigen leckeren Kuchenstücken vom Buffett sowie mit Kaffee versorgt und die nächsten drei Stunden dort gesessen und erzählt.


Das letzte Bild zeigt eine Deutsche und eine Finnin (Freunde von Lisa) vor dem IKSU, diesem riesigen Sportzentrum hier, wo ich die Mitgliedschaft im Gegensatz zu den meisten anderen Austauschstudenten immer noch hartnäckig verweigere. Der Kontrast zwischen Schnee draußen und Beachvolleyball drinnen hat schon was...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Na, das erste Bild macht doch definitiv einen sehr gemütlichen Eindruck.
Hättest du die brille auf und statt des Kuchens (Schweden scheint das perfekte Die-ganze-Zeit-Futtern-land zu sein) ein dickes Altes Buch in der Hand hätte ich dich gefragt, wieviele Kinder deinem Vorlesen gelauscht haben...;)

Biochemie und Musik? Da war doch was...
http://de.youtube.com/watch?v=x5yPkxCLads

;)
Mit besten Grüßen aus dem für dich klapperkalten Süden

L