Mittwoch, 28. Januar 2009

Der Kollektomat

Hier kommt eine schwedische Kuriosität: der KOLLEKTOMAT.

Das ist ein Gerät, welches vor wenigen Tagen in der Gemeinde eingeführt wurde, sodass man die Kollekte auch ganz leicht mit Kreditkarte zahlen kann. Dann kann man auch gleich aussuchen, welchem gemeinnützigen Projekt die Spende zukommen soll. Und man muss auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man im Gottesdienst zu wenig für den entsprechenden Zweck dabei hatte, schließlich lässt sich das am Kollektomaten noch ganz leicht nachzahlen. Auch die Fairtrade-Produkte und Sachen vom Büchertisch lassen sich hier sehr einfach bezahlen. Übersetzungen der Dialogfelder und Eingabeforderungen sind natürlich auf Englisch und Deutsch verfügbar.
Und anscheinend ist Ålidhems Församling mit der Einführung dieser revolutionären Technik recht spät dran, wenn man das mit ganz Schweden vergleicht.

Nun ja.
Aber Lisa und ich haben uns schon vorgeommen, dass wir dieses Ding während unseres Aufenthalts hier wenigstens einmal beglücken sollten;-)

Montag, 26. Januar 2009

Die Welt ist ein Dorf

So, willkomen in einer neuen Woche... als heute früh um acht mein Wecker geklingelt hat, konnte ich draußen schon so ewas wie Dämmerung erahnen. Juhuu, bald kann ich wieder im Hellen aufstehen! Die physische Anwesenheit in der Uni beschränkt sich momentan auf 2-3 Stunden pro Tag, aber damit ist es eben noch nicht getan. Gleiche Situation wie im November: ein 800-Seiten-Wälzer und in 4 Wochen ist Klausur. Aber das Buch ist echt gut. Wenn ich nur nicht immer so müde werden würde...

Und da wir in 4 Wochen auch schon wieder Konzert haben, wurden heute in der Probenpause Freikartengutscheine ausgeteilt (da bekommt man als Orchestermitglied jedes Mal einen). Ich schreib so meinen Namen auf die Liste, sehe über mir "Schönherr" als Nachname und meine zu der Klarinettistin (die erst seit ein paar Wochen dabei ist), dass das ja ein deutscher Name ist. Wenig später waren wir ins Deutsche gewechselt und ich hatte herausgefunden, dass sie auch in Jena Biochemie studiert hat und nun seit 2 Jahren hier Doktorandin ist.
@Birte: da mir der Name die ganze Probe über keine Ruhe mehr gelassen hatte, hab ich´s dann auch noch vollständig kombinieren können *g*.

Und hier kommen die Fotos von gestern:
Rentiere, Eisfall und Schlittenhunde

Sonntag, 25. Januar 2009

Hundeschlitten-Tour

Für heute hatten wir uns zu viert ein Auto ausgeliehen und nachdem wir die 2-mm-Eisschicht weggekratzt hatten, sind wir ein Stückchen ins Inland gefahren. Auf den Straßen war es anfangs genauso glatt wie die vereiste Scheibe vermuten ließ, aber es wurde besser und auf einer Mini-Straße mit geschlossener Schneedecke bin dann sogar ich mal wieder gefahren (nachdem ich über ein Jahr nicht mehr gefahren war, hehe). Um die Mittagszeit herum waren wir bei einem zugefrorenen Wasserfall, also besser gesagt Eisfall. Es war schon eine große Kunst, den in der schwedischen Pampa zu finden, aber ein netter alter Herr aus einem winzigen Dorf in der Nähe hatte uns eine Wegbeschreibung gegeben und war uns dann sogar noch nachgefahren, um zu sehen, ob wir es gefunden haben - total lieb. Wir haben den Eisfall von allen Seiten beäugt und ebenso die beiden Menschen, die dort gerade mit Klettern beschäftigt waren;-)
Nach einer Fika mitten auf der Straße sind wir Ekorrsele gefahren, wo wir eine Hundeschlitten-Tour gebucht hatten. Wir wurden noch mit extra Schuhen ausgestattet und waren von uns aus schon in sehr viele Schichten eingepackt. Drei Führer sind auf einem Schlitten mit 10 Hunden voran gefahren und wir waren jeweils zu zweit auf einem Schlitten mit 6 Hunden, einer sitzend und der andere stehend. Wenn man hinten steht, ist man fürs Bremsen veranwortlich. Am Anfang konnten es die Hunde kaum erwarten, loszurennen. Dementsprechend auch das Gebelle und Gejaule vor dem Start - und ein ordentlicher Zug, als es dann losging. Aber da man sich um die Richtung nicht kümmern muss, hat man das alles hinten recht schnell im Griff. Es ist eine sehr angenehme Art sich fortzubewegen, total leise. Man hört nur das Geräusch, das die Hunde und der Schlitten im Schnee machen. Einmal mussten wir einen Hund wieder auf die richtige Seite bugsieren, aber ansonsten ging es nacheinander weg. Es hat echt Spaß gemacht und als wir nach fast eineinhalb Stunden wieder Richtung Dorf glitten, waren die Tiere schon ganz schön geschafft und es ging nicht mehr so schnell wie am Anfang;-)
Und was noch total toll war: heute haben wir gaaanz viele Rentiere gesehen, bestimmt 50 Stück. Die stehen halt wirklich mal mitten auf der Straße und wenn man dann rechts und links in den Wald schaut, sieht man die restliche Herde. Ich mag die. Rentiere sind toll.
Fotos gibt´s morgen, wenn wir alle getauscht haben.

Mittwoch, 21. Januar 2009

planlos mikroskopieren

Gestern war in der Uni für mich nicht der besondere Lerneffekt zu spüren. Wir hatten erst 2 h Vorlesung und sollten danach 6 Stunden lang mikroskopieren. Haben also Präparate von irgendwelchen verdächtigen Sachen bekommen und hätten im besten Fall eine Diagnose stellen sollen (gutartig, bösartig, Differenzierungsgrad und solche Späße). Das geht nur leider nicht, wenn man nicht weiß, wie das Gewebe im Normalfall aussehen sollte. Aber egal, ich bin ja kein Mediziner. Wir waren extra-lange Mittag essen und haben uns auch sonst noch viel unterhalten;-)
Dann war wieder eine Infoveranstaltung zu den Buddy Groups, weil ja jetzt zum neuen Semester auch viele neue Austauschstudenten gekommen sind. Keine wesentlichen Erkenntniss außer Party, Party, Party. Zu der ersten Party konnte ich leider schon mal nicht gehen, weil ich zu Lisas Geburtstag eingeladen war. Aber am Samstag werde ich meine neue Buddy Group näher kennen lernen, dann ist wieder Teambuilding angesagt.

Heute Abend wurde in der Gemeinde "Das Leben der Anderen" gezeigt. Ich hatte den Film zwar schon zweimal gesehen, aber der ist so gut, dass ich ihn ohne Vorbehalte auch noch ein drittes Mal anschauen wollte. Auf Deutsch natürlich, mit schwedischen Untertiteln. Soweit ich das beurteilen kann, muss das für die Schweden aber inhaltlich sehr schwer zu verstehen gewesen sein. Die Übersetzung erfasst eben nicht alles. Und die anderen Deutschen haben sich total übers Sächsisch lustig gemacht;-)

Montag, 19. Januar 2009

Tumour Biology

Kaum ist ein Kurs abgeschlossen, geht es auch schon mit dem nächsten weiter - jetzt Tumorbiologie. Der Stundenplan für den anfänglichen theoretischen Teil sieht sehr entspannt aus, d.h. 4 Wochen lang fast jeden Tag nur von 9-12 Uhr Uni und nebenher ein Buch lesen. Das lass ich mir gerne gefallen. Die Leute im Kurs machen auch einen netten Eindruck.

Am Wochenende bin ich mit Lisa über den Nydalasee spaziert, habe mal wieder Kanelbullar gebacken, war Samstagabend mit Susann, Cecilia, Judith und ein paar Bekannten von ihr weg. Sonntags Gottesdienst und Susanns Abschieds-Fika im Skogis, wobei wir uns da nochmal mit ein paar Leuten aus dem ersten Kurs getroffen haben...sehr nett und gemütlich.
Abends habe ich Susann noch zum Bahnhof gebracht und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei.

Heute hat es den ganzen Tag geschneit und die aufgetürmten Berge werden immer höher und höher. Zur Orchesterprobe war ich auch (kurze Erinnerung: wir spielen u.a. Brahms 2. Klavierkonzert) und dort wurde uns mitgeteilt:
"Pianisten var ute på is. Pianister skulle inte vara på is. Nu har han en gipsat arm."
Zu Deutsch: "Der Pianist war draußen auf dem Eis. Pianisten sollten nicht auf dem Eis sein. Jetzt hat er einen eingegipsten Arm".
Nun ja, anscheinend wurde schon ein Ersatzmann gefunden.

Freitag, 16. Januar 2009

Kursen är avslutat!

Heute Morgen waren es gleich mal -20°C (aber das sind die deutschen Leser jetzt ja auch gewöhnt) und es war sehr amüsant zu beobachten, wie die Leute in der Uni ankamen, erstmal ihre Skihose auszogen und womöglich noch die klobige Winterschuhe gegen Hausschuhe austauschten. Man muss sich ja schließlich häuslich einrichten, um den Präsentationen der Praktikumsgruppen zu lauschen. Nun, unseren Vietnamesen haben wir die Einleitung machen lassen - da kann man nicht viel falsch machen und da man sein Englisch eh nicht versteht, ist der Informationsverlust nicht zu groß. War natürlich auch ein einziges Gestotter. Der Typ hat auch fachlich nicht besonders viel drauf, aber immerhin hatte er nach drei Wochen einen Stoffe synthetisiert, dessen Struktur bestätigt werden konnte. Allerdings zeigte dieser im biologischen Teil gerade den entgegengesetzten Effekt und brachte das Enzym auf 400% Aktivität. Warum auch immer. Die Chinesin hat ihren Teil ziemlich gut gemacht, die Schwedin sowieso, über den Marokkaner reden wir nicht und ich hab mich eigentlich bei einer Präsentation noch nie so sicher gefühlt - leider nur, bis ich vorne stand und dran war;-) Es ist vorbei, die Fragen konnten wir auch beantworten und der zugehörige Artikel ist fertig gestellt (beruhend natürlich auf Linneas und meiner Arbeit). Ich werde mich jetzt nicht detaillierter über meinen speziellen Freund auslassen, aber nachdem er mich die Woche über echt auf die Palme getrieben hat, hab ich ihm eine konstruktiv-kritische Mail geschrieben.
Jetzt habe ich sozusagen "Besuch", weil Susann aus meinem ersten Kurs am Sonntagabend nach Dtl. zurück fährt, aber ihre Schlüssel heute schon abgeben musste und jetzt noch 2 Tage bei mir wohnt. Wir haben heute schon eine sehr leckere Pizza gemacht und verspachtelt!

Dienstag, 13. Januar 2009

Endspurt

Und stetig bewegt sich die Gruppendynamik weiter bergab... Der Marokkaner geht mir unterdessen sowas von auf den Keks, das kann ich gar nicht beschreiben. Er muss am Donnerstag eine Klausur nachschreiben und am Freitag müssen wir die Ergebnisse des jetzigen Kurses präsentieren und das Protokoll einreichen. Obwohl das schon monatelang bekannt ist, scheint ihm erst heute aufgefallen zu sein, dass er das nicht so richtig schafft. Sein Vorschlag war, dass uns beiden doch eines der anderen 3 Gruppenmitglieder bei Auswertung & Präsentation des Screening-Teils helfen sollte, weil es zu viel ist. Er selbst hat allerdings auch keine Ahnung, weil ich immer die einzige war, die irgendwelche Konzentrationen berechnet hat, mit den Excel-Daten hantiert hat und das weitere Vorgehen geplant hat (ehe gar nichts passiert, mach ich das halt). Es würde also bedeuten, dass ich mich mit irgend jemand anders nochmal 2 h hinsetzen soll, um alles zu erklären...nein danke. Ungefähr viermal hab ich gefragt, über welche Themen er gerne reden würde...wusste er nicht. Bis ich dann wieder sowas wie eine Grobgliederung aufgestellt habe, aus der er widerwillig gewählt hat. Im Protokoll schreibt er nur einen winzigen Part. Und er "kann ja nicht viel machen, weil er ja nur weiß, welche Pipettierschritte aufeinander folgen, aber nicht, wie die Berechnungen gemacht werden". Darauf hab ich dann gemeint, dass er nie gefragt hat - "die anderen beiden doch aber auch nicht" - ja, richtig! Hilfe, und ich weiß nicht, wie oft ich diesem Menschen unterdessen schon gesagt habe, dass er DMSO (unseren Pipettier-Spezialfall) nicht auf- und abpipettieren soll, sondern zusehen soll, dass er das genaue Volumen in den Reaktionsanstz bekommt. Und heute hat er schon wieder lauter Blubberblasen zustande bekommen; die sind auch schlecht für die Messung im Spektrometer. Das Erstaunlichste ist ja, dass er schon 2 Jahre in irgendeinem Pharmabetrieb gearbeitet hat - ich kann mir nicht vorstellen, dass er das schneller und effizienter getan hat. Unmöglich. Nur noch 3 Tage.

Samstag, 10. Januar 2009

Winterfotos!

Boah, 15 Uhr und es ist fast noch hell draußen! Jetzt geht es schon wieder spürbar bergauf, mehr als eine halbe Stunde "Lichtgewinn" pro Woche.
Dieses Wochenende ist irgendwie gar nichts los...
Ich habe mir meine Kamera geschnappt und war mal wieder am Nydalasee (und darauf).

Nydalasjön Januar 2009

Mein Praktikum zieht sich auch nur noch so hin. Wenigstens habe ich herausgefunden, warum unsere Tests am Mittwoch nicht funktioniert haben: wir haben die Testsubstanzen 100 mal mehr verdünnt als wir eigentlich wollten und dann ist´s klar, dass sie keinen Effekt mehr zeigen. Es nervt mich aber tierisch an, dass ich momentan die einzige bin, die mal denkt. Immer überlege ich, was wir als nächstes machen, wie wir es machen und erzähle das dem Marrokaner, der anscheinend nicht weiter drüber nachdenkt. Und dann verschwindet er immer mal spurlos. Besser war´s, als ich beim Screening mit der Schwedin zusammengearbeitet habe, aber sie versucht unterdessen, noch was aus ihrer Synthese herauszubekommen.
Nun, das beschränkt sich auch nur noch auf nächste Woche und wird am Freitag mit einer Präsentation abgeschlossen. Und natürlich mit einem ausführlichen Protokoll.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Fika

Nachdem ich die letzten beiden Tage komplett vergammelt hatte, ging heute die Uni wieder los (der 6. Januar ist hier ein Feiertag, sodass auch der Montag als Brückentag noch frei war). Hm, das ist schon nicht einfach, wenn man sich plötzlich wieder um sieben aus dem Bett quälen muss und dann im Labor verstehen will, was man da eigentlich vor 3 Wochen gemacht hat. Irgendwie hat´s auch hinten und vorne nicht funktioniert - vielleicht hätten wir nicht die alten Lösungen nehmen sollen, die die Ferien über im Kühlschrank standen. Oder unser Protein ist während der Zeit zum Super-Protein mutiert und lässt sich durch gar nichts mehr inhibieren (bei -80°C, hehe)! Die Gruppendynamik hält sich nach wie vor auch noch stark in Grenzen... naja, wenigstens etwas Positives: ich habe heute endlich mal mein Ergebnis von der letzten Klausur mitbekommen (das war die, wo ich krank war und nicht richtig lernen konnte) - ein perfektes gerade-so-noch-VG! "VG" steht für "väl godkänt" oder wahlweise auch "very good" und das bekommt man bis 80%. Ich finde, dass ich das mit 32/40 Punkten sehr gut hinbekommen habe:-)
Mittwochs ist ja immer eine kleine Andacht in der Kirche nebenan. Dort war ich heute wieder und auch hier hielten sich heute die Besucherzahlen stark in Grenzen. Waren es vielleicht 5 Leute in der Gemeinde? Danach war Chor, aber da noch etwas Zeit blieb, haben wir erstmal Fika gemacht. Dabei hat Walther, der Pfarrer, alle anderen Schweden auf Deutsch zugelabert und mich ausgefragt, wie wir denn Weihnachten feiern. Ich habe vom abendlichen Gottesdienstbesuch berichtet; von Ente, Klößen und Rotkraut und davon, dass wir zu Weihnachten nicht Donald Duck schauen. Und Walther kennt sogar Plauen! Das hat mich schon schwer beeindruckt. Er ist mal mit dem "motorcykel" (wie er es selbst ausdrückte "Motorfahrrad") im ehemaligen Ostdeutschland unterwegs gewesen und ein großer Fan von "Zimmer frei". Sehr begeistert hat er uns auch berichtet, wie ihm einmal näher gebracht wurde, dass man doch im Deutschen Dativ und Akkusativ besser nicht verwechseln sollte - und zwar anhand des Beispiels "ich bin warm" und "mir ist warm". Wo da der Akkusativ sein soll, frag ich mich allerdings... Nun, irgendwann hat Walther uns dann schweren Herzens David übelassen, sodass wir in die ultimative Chorprobe zu dritt starten konnten. Und da wir nur so wenige waren, ging das natürlich auch nicht so lange, sodass wir dann auch nochmal mit David Fika gemacht haben. Mhm, er hatte extra Pepparkakor und Lussebullar mitgebracht, total lecker!

Sonntag, 4. Januar 2009

Eine Winterreise nach Norwegen

Am Samstagmorgen ging es sehr zeitig mit dem Auto los. Ich hab gleich mal klar gemacht, dass ich nur Auto fahre, wenn die anderen beiden gar nicht mehr wollen. Dieser Fall ist zum Glück nicht eingetreten und ich habe mich das ganze Wochenende über durch den Schnee Schwedens und Norwegens kutschieren lassen. Von Umeå sind wir geradewegs bis nach Hemavan gefahren, um im Vandrarhem unsere Schlüssel abzuholen. Weiter ging es in die norwegische Stadt Mo i Rana.


Größere Kartenansicht

Auf der ganzen Strecke haben wir zahlreiche Fotostopps eingelegt. Diese Fotos sind sehr hart erkämpft, weil ich immer eine halbe Stunde gebraucht habe, um wieder aufzutauen. Ja, an diesem Wochenende habe ich meinen persönlichen Kälterekord von -27°C erreicht; im Auto hat es später auch noch -30°C angezeigt. Das ist schon arg kalt und lockt einen nicht gerade nach draußen. Dem entsprechend fiel auch der Stadtrundgang in Mo i Rana sehr kurz aus. Abgesehen davon, dass man dort auch nicht besonders viel anschauen kann - eine eigenwillige Statue eines Mannes, der aufs Meer schaut, eine verschlossene weiße Holzkirche und ein schräger kümmerlicher Weihnachtsbaum.
Für heute hatten wir uns einen Gottesdienstbesuch vorgenommen. Wir haben es tatsächlich bis Storuman geschafft (dort, wo auf der Karte die Route abzweigt) und sind pünktlich während der 2. Strophe des Eingangsliedes in die Kirche gekommen. Eine Pfarrerin, eine Organistin und eine Gemeinde, die aus 4 Personen bestand. Von denen hat einer die Lesungen gemacht und einer Kollekte eingesammelt. Aber es war ein guter (und kurzer) Gottesdienst und ich hab richtig viel verstanden. Dann ging es auf verschneiten Straßen - mit Rentieren! - weiter nach Skellefteå, wo es leider auch zu kalt war, um sich viel anzuschauen. Das resultierte in einem Stück Möhrenkuchen und einer großen Tasse heiße Schokolade;-)

Hier kommen die gesammelten Werke, viel Spaß!

Mo i Rana, Hemavan

Freitag, 2. Januar 2009

Besuch weg...und ich auch gleich wieder

Nun melde auch ich mich mal wieder - nach einem schönen Frühstück/Brunch mit der üblichen Haferflocken-Pampe, aber auch frisch gebackenem Blaubeerkuchen und Vanilleeis, habe ich meine 3 Gäste zum Bus gebracht, auf dass sie heute Abend irgendwann in Stockholm ankommen mögen. Dann kam ich endlich mal dazu, meinen Rucksack auszupacken, meine neu erworbenen deutschen Schokoladen- und Teevorräte zu sortieren, 2 Waschmaschinen anzuwerfen und noch etwas Schlaf nachzuholen. Eigentlich hatte ich ein entspanntes Wochenende mit einem guten Buch eingeplant, aber vor ein paar Stunden wurde ich von einem Bekannten gefragt, ob ich Samstag und Sonntag mit Richtung Norwegen kommen möchte. Er hat übers Wochenende ein Auto und wir wollen nach Mo i Rana und Hemavan fahren. Was wir dort tun, weiß ich noch nicht genau - aber da ich die letzten Tage draußen immer so gefroren habe und es auch nicht unbedingt wärmer werden soll, war ich spontan nochmal unten in de Stadt und hab mir eine warme Skihose besorgt, bin also bestens ausgerüstet und gespannt!

Hier kommen noch die Highlights der letzten Woche (ja, drei Tage Anreise und 3 Tage in Schweden!).

Best of

Donnerstag, 1. Januar 2009

Jede Zelle ist glücklich…

Heute haben wir, Diana und Claudi, die Ehre, Judiths Blog zu gestalten und da gibt es EINIGES zu erzählen. Fangen wir bei gestern an:

Ein tolles schwedisches Frühstück (s. Tag zuvor) bereitete uns auf einen Bummeltag vor. Auf dem Weg in die „Stadt der Birken“ begegneten uns allerlei entzückende Spielsachen. Besonders erwähnenswert sei ein selbst anzutreibendes „Schlittenkarussell“


Auch ein bunter Eisblock, der im Dunkeln beleuchtet wird, faszinierte uns.

Unserem weiblichen Grundbedürfnis des Einkaufsbummels konnten wir leider nur sehr begrenzt nachgehen, da die meisten der Geschäfte und jegliche Cafés geschlossen waren. Die Sturmwarnung hatte alle Umeåner verschreckt – doch wir trotzten todesmutig den nordischen Naturgewalten und setzten uns in McDonald´s ; )

Wieder zu Hause und aufgetaut begannen wir mit den Vorbereitungen unseres 3-Gänge-Silvestermenüs, mit Jasminreis, dazu Lachs-Auberginen-Kokos-Matsch als Hauptgericht. Vollgestopft mit leckeren Sachen wälzten wir uns zu dem höchsten Skihang von ganz Umeå und rutschten + kugelten uns auf Plastiktüten in die schwarzen Tiefen.

Mit milder Kühle am Hinterteil liefen wir schnellen Schrittes zum Sjukhus (Krankenhaus) – nicht als Folge des Rutschens und Kugelns, sondern um dort das neue Jahr zu begrüßen. Pünktlich wie immer (eine halbe Minute vor 12) erreichten wir unser Ziel und konnten im Schein eines wunderschönen Feuerwerks mit Julmust festfrieren (-10 °C).

Zurück im Fysikgränd erwärmten wir uns mit unserem 3. und ungeplanten vierten Gang des Menüs: Knoblauchbrot mit Bregott (gesalzne Butter) und Käsekuchen mit Himbeeren + Vanilleeiscreme.

So, genug gefuttert + gefroren, kommen wir zum Nyårsdag. Der begann… mit dem üblichen Frühstück und dem üblichen Frieren ; ) Wir liefen zum Grössjön-Naturreservat und legten in einem atemberaubenden Tempo einen Marsch durch meterhohen Schnee bei Wolfsgeheul und Bärengebrüll im stockdunklem Wald (Sonnenschein, Stille, 30 cm Schnee) zurück. Erschöpft fielen wir in einen 3-stündigen Märchenschlaf und wachten in der Kirche zur Neujahrsandacht wieder auf. Auch wenn wir nur wenige Worte verstanden, genossen wir den Klang der Sprache, die tolle Atmosphäre in der warmen, geschmückten Holzkirche und das Abendmahl, was man auch ohne Schwedischkenntnisse verstehen konnte. Danach: wie immer Futtern – diesmal Pizza, 2 Bleche:

Mit unserem allgegenwärtigen und vielgeliebten Ohrwurm der letzten Tage (http://www.youtube.com/watch?v=ZTjyRu88PRE) wünschen wir alle euch ein „Gott nytt år!“

Liebe Grüße aus der Knoblauchhöhle,

eure Diana + Claudia : )