Mittwoch, 3. September 2008

Experiment 1: Das Schaf im Wolfspelz

Hier läuft alles bestens. Die Uni ist deutlich anders als in Deutschland, aber nach meinen letzten beiden Semestern in Jena konnte es eigentlich nur besser werden;-) Gestern sind wir ziemlich viel Stoff durchgegangen und als ich das abends verstehen wollte, dachte ich: "Na toll, hast du dir ja nen super Kurs ausgesucht.." Aber wahrscheinlich müssen die erstmal so eine allgemeine Grundlage schaffen, damit wir dann ab Freitag auf das Labor losgelassen werden können. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es entspannter wird, sobald auch Laborarbeit dabei ist.
Im Unterschied zu Dtl. sollen wir her 2 Experimente selbst planen. Logisch, das ist das, was später in jedem Fall wichtig sein wird, was wir aber in Jena komischerweise noch nie gemacht haben. Und klingt der Titel des 1. Experiments nicht ungeheuer beeindruckend: "Isolation and Mapping of a Suppressor Mutant in E. coli"...? Dacht ich gestern Abend auch, kann ja heiter werden, was auch immer wir da planen sollen (man kann schlecht planen, wenn man keine Ahnung hat)...uiuiui. Heute gab´s die Einführung zum Thema und die Planerei. Und was wird letztendlich unsere ungeheuer anspruchsvolle Aufgabe am Freitag sein? Hihi, wir bekommen Übernacht-Kulturen, die das Plasmid von Interesse schon beinhalten, verdünnen die und plattieren sie auf Tetracyclin-Platten aus; in der Hoffnung, dass da so eine komisch Mutante wächst, die wir am Montag picken können. Hoffentlich überarbeite ich mich dabei nicht:-)

Neben der Uni habe ich noch einige Formalitäten erledigen können. So habe ich mit gestern bei der NTK student union angemeldet. Für student unions gibt´s in Dtl. glaube ich kein Äquivalent...man muss hier als Student in einer solchen Vereingung sein und das kostet 30€/Semester, demnach gleichzusetzen mit Semesterbeitrag. Hah, da hab ich doch tatsächlich was gefunden, was in Schweden günstiger ist als in Deutschland! Studieren! Gleiches gilt übrigens auch für Museen und Bibliotheken (meist kostenfrei).

Blick auf Umeå aus dem 9. Stock des Krankenhauses:

Was ich hier tierisch unpraktisch finde: Es gibt einfach keine Mensa. Zwar findet man einige Cafeterien, aber da muss man fürs Mittagessen mindestens 5€ einplanen. Statt dessen stehen hier an jeder Ecke Mikrowellen rum, sodass selbst mitgebrachtes Mittagessen aufgewärmt werden kann. Was natürlich voraussetzt, dass man dieses Essen vorher kocht...ich werde demnach versuchen, meine Kochkünste im kommende Jahr über das Spaghetti-Niveau heraus zu erweitern und die Bedienung von Mikrowellen abseits der Zubereitung von Agarose-Gelen zu erlernen (schon im Labor musste ich immer fragen, wie ich dieses Ding bediene).
Außerdem hab ich mir einen Account bei UMDAC, dem hiesigen Rechenzentrum einrichten lassen. Das sollten wir machen. Naja, hab ich halt noch eine dritte Mailadresse, zur Abwechslung mit ".se" am Ende.

Morgen ist nur ein Computerübung zu einer DNA-Sequenz, danach werd ich mich mal um meine Aufenthaltserlaubnis hier kümmern (ehe ich es innerhalb der dreimonatigen Frist vergesse).

2 Kommentare:

Franzi hat gesagt…

Hey Judith,

danke fuer den Link, jetzt bin ich sprachwissenschaftlicherweise ein bisschen schlauer.
Also ich beneide dich ja...die ganzen Themen und Experimente klingen so interessant - genau so was will ich auch studieren. Ich glaub, ich muss dich demnaechst mal mit einer email voller Fragen zwecks Studium nerven. hab heut meinen Mathekurs angefangen - ...ziemlich hohes Niveau...mal sehen, was das wird

Liebe Gruesse
Franzi

Anonym hat gesagt…

Hej Judith :)
Wir haben damals auch so ein selbstgeplantes Experiment gemacht (da musste man lediglich entscheiden, welchen E.coli-Stamm man auf welche Platte ausplattiert), aber es ist trotzdem irgendwie lustiger als alles so total vorgegeben zu bekommen.
Das mit der Mensa kann ich so bestätigen...auch wenn Mensa-Essen nicht besonders doll ist, so übertrifft es doch vor allem in Sachen Variabilität meine eigenen Kochkünste gewaltig. Hab von den Mikrowellen eher selten Gebrauch gemacht, und mir meistens abends in Ruhe was gekocht.

LG und fall nicht vom Fleisch!
Miriam