Freitag, 27. Februar 2009

Schneelogistik

Was mir gerade während der letzten Tage aufgefallen ist: die baggern die riesigen Schneeberge hier weg, verladen den Schnee auf Laster und fahren ihn irgendwohin. Ein paar Mal habe ich jetzt schon diese Schneelaster durch die Stadt fahren sehen und dort, wo bisher zwischen Fußweg und Straße noch ein über 1 m hoher Schneewall von der Schneefräse war, hatte man plötzlich wieder freie Sicht. Wo auch immer sie den Schnee hinbringen - wahrscheinlich rettet es uns vor der großen Flut, die zwangsläufig ausstehen würde, sollte es hier mal wieder wärmer werden (keine Sorge, wir sind immer noch/schon wieder bei ca. -10°C). Trotzdem bezweifle ich, dass man das Haus ohne Gummistiefel verlassen kann, wenn hier der Frühling einzieht. Aber "Frühling" ist ja auch so ein relativer Begriff. Ich habe gehört, dass es für die Einwohner Kirunas schon Frühling ist, wenn die Tage wieder länger werden. Dazu muss da oben keine einzige Blume blühen. Und auch hier find ich´s manchmal schon richtig frühlingshaft - hell, Vögel (keine Krähen) geben wieder Geräusche von sich, die Sonne blendet nicht mehr so und -5°C kommen mir schon total mild vor. Mit dem vielen Schnee ist das alles etwas surreal.

Jetzt arbeite ich im Praktikum wieder mit eine Schwedin zusammen. Ich kenne Mariell schon aus dem letzten Kurs und heute hat sich auch herausgestellt, dass wir im Labor ein gutes Team sind - so gut, dass uns die Betreuer schon gleich wieder auseinander reißen und den hoffnungslos verlorenen Iranerinnen zuteilen wollten. Aber wir wollten nicht;-) Ich habe noch eine Schaden von meinem Marokkaner. Zumindest haben wir nochmal betont, dass wir den beiden Mädels neben uns helfen, wenn sie Fragen haben, was ja eigentlich selbstverständlich ist. Ich wundere mich, wie man für so einen - fortgeschrittenen - Kurs überhaupt zugelassen werden kann, wenn man noch nichtmal weiß, wie so eine Pipette zu bedienen ist, dass man beim Zentrifugieren einen Deckel braucht, wie man die Konzentrationen ausrechnet und was man überhaupt gerade tut - ich schätze mal, die waren noch 2 oder 3 Stunden länger im Labor als wir. Und wir waren schon 10:30 Uhr fertig mit Zellen ernten, lysieren und Proteinkonzentration bestimmen
Ich hab die Zeit genutzt und bin mal wieder um den See gerannt, muss schließlich mein Fitnessprogrammlangsam mal wieder aktivieren (alle Jahre wieder...). Danach habe ich Kanelbullar gebacken;-)

Gestern war ich abends noch in der Stadt bei "Jazz i Studion". Das ist jeden Donnerstagabend mit verschiedenen Gruppen und ich bin auch gleich mal Mitglied der Jazz-Vereinigung geworden, da sich das schon lohnt, wenn man nur zweimal am Donnerstagabend auftaucht. Gestern jedenfalls war es eine Gruppe mit Sängerin, Klavier, Sax, Bass, Schlagzeug, Gitarre und Marimbaphon. Schöne Musik und sehr nette Atmosphäre; da muss ich wieder hin.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Qualifikation und Zulassungsvoraussetzung sind leider sehr dehnbare Begriffe. Hier werden sie leider auch sehr strapaziert und immer wieder zeigt sich: Dreistigkeit und Dummheit siegt...traurig!