Nach nur 2 Tagen gibt es schon wieder sooo viel zu berichten...
Kulturschock in Schweden
Den habe ich gestern in der Orchesterprobe erlitten. Vor der obligatorischen Fika haben wir noch den 1. Satz von Tschaikowskys Fünfter geprobt und dann folgten diese seichten Weihnachts-Arrangements. Ein Highlight dieser ist ein Medley, in dem "Jingle Bells" direkt auf "Stille Nacht" folgt. Aber das ganze gipfelte in dem meinerseits total verhasstem "White Christmas". Wissen sie, was sie tun? Lieber ein paar Probenwochenenden und die anderen Sätze von Tschaikowsky als dieses schnulzige Gedudel...
Klausur in Schweden
Heute habe ich mich in Abi-Zeiten zurückversetzt gefühlt. Man schreibt die Klausuren hier nicht im Hörsaal, nein, es gibt ein extra Gebäude, wo man verschiedene Prüfungssäle findet. Dort werden Taschen und Jacken im hinteren Bereich gelassen und jeder hat seinen eigenen Tisch mit einem bequemen Stuhl. Und ein großer Unterschied zu deutschen Unis: Man hat mehr als genug Zeit! Vier Stunden hatten wir für unsere Klausur und nach fast 3 Stunden hatte ich echt keine Lust mehr und habe abgegeben. Es war übrigens nicht besonders schwer und ich bin froh, dass ich nicht mehr gelernt habe (gestern hatte ich so gut wie gar nix gemacht... nur Altklausuren durchgegangen und das war genau richtig;-). Das Antworten auf Englisch fiel mir anfangs etwas schwer, was aber daran lag, dass ich abends und morgens noch in meinem schwedischen Buch gelesen hatte und mir immer die schwedischen Wörter in den Sinn kamen.
Susann aus meinem Kurs hatte heute das besondere Vergnügen, die Klausur im Schlafanzug zu schreiben. Sie hatte sich am Morgen aus ihrem Zimmer ausgeschlossen und ihre Mitbewohner waren so nett und haben ihr zumindest Schuhe, Jacke, Schal und Geld für den Bus geliehen...
Menschen in Schweden
Da internationale Studenten an der Umeå Universitet häufig bemängelt hatten, dass sie so wenig Kontakt zu "richtigen Schweden" haben (kann ich nur sagen: selber schuld) wurde hier letztes Jahr das "Host Programme" eingeführt. Ein, zwei oder drei internationals bekommen einen echten Schweden zugeteilt und treffen sich mit ihm. Das erste Treffen fand heute statt. Neben der Schwedin Anna-Lena, einer Sekretärin, die im Biologihuset arbeitet, habe ich so auch (schon) wieder zwei andere Deutsche kennen gelernt. Wir aben uns ein bisschen unterhalten und uns gut am Buffett bedient;-)
So, morgen geht es mit dem nächsten Kurs (Medicinal Chemistry) weiter. Gegen drei Tage Pause hätte ich grade nix einzuwenden, aber so ist es nun mal. Und ich hab schon wieder kein Mittagessen...
Dienstag, 4. November 2008
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2 Kommentare:
Hey Judith,
na das klingt ja alles wunderbar. Bei deiner Klausurbeschreibung musste ich stark an meine Auslandserfahrung denken. Da war es noch etwas extremer: Wir haben Nummern gezogen und haben so Tische zugewiesen bekommen. Außerdem mussten wir vor jeder Klausur so ein Miniformular ausfüllen... Dabei gelten doch die Deutschen für so ordentlich auf der ganzen Welt.
Schön, dass die Klausur gut gelaufen ist (wobei ich da keine Bedenken hatte)!
Ich bin mal gespannt, ob du dich noch an das Weihnachtslieder-Medley gehwöhnst. Hihi, bin ich froh, dass wir Brahms spielen ;)
Liebe Grüße,
Birte
wie geil! Klausur im Schlafanzug...hihi
Sunny
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