Dienstag, 24. März 2009

Riga

So, ich bin wieder zurück von meiner kleinen Reise nach Osteuropa. Lisa und ich sind also letzte Woche mitten in der Nacht mit mehrmals Umsteigen und Aufenthalt nach Skavsta gereist, von wo aus unser nur zu einem Fünftel besetzter Flug nach Lettland ging. Jaja, Ryanair...
Im Bus bezahlt man nicht beim Fahrer, sondern wird von einer Frau abkassiert, die auf so einem extra Stuhl rumsitzt und aufpasst, dass ihr niemand durch die Lappen geht. Sie war aber so freundlich uns zu sagen, wo wir möglichst zentrumsnah aussteigen können und nach leichten Sprach-und Orientierungsschwierigkeiten hatten wir unser Hostel gefunden. 12-Betten-Schlafsaal, 6€ pro Nacht...das sind jedenfalls keine schwedischen Preise mehr. Die Stadt ist sehr interessant und hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Allein die Altstadt ist schon super - viele Kirchen, ein Schloss, Gildenhäuser, überhaupt sehr schön renovierte Bauwerke. Wir waren auch im Okkupationsmuseum, wo dann allerdings die Müdigkeit durchkam (das Museum ist eigentlich sehr interessant, aber man bräuchte wahrscheinlich mehrere Tage, um die Inhalte irgendwie dauerhaft aufzunehmen). Abends haben wir uns ein Konzert angehört, was in der Musikakademie stattfand, wahrscheinlich so etwas wie ein Klassenvorspiel von Musikstudenten. Da wir des Lettischen nicht so mächtig sind, haben wir erst beim Auftritt bemerkt, dass es sich um ein Blasorchester handelte; aber da diese Leute das wirklich konnten, hatten sich unsere Zweifel bald gelegt.
Von den Betreibern des Hostels wurde auch eine alternative Stadtführung angeboten, sozusagen Anti-Altstadt. Und die war richtig gut. Zusammen waren wir in der Markthalle, wo wir landestypischen Käse gekostet haben - die Halle ist übrigens der Wahnsinn und das Interessanteste an der ganzen Stadt. Sie besteht aus 5 Unterhallen geteilt nach Fleisch, Fisch, Molkereiprodukten, Obst & Gemüse und Backwaren und es macht den Eindruck, als könnte man dort alles kaufen. Sehr interessant auch die Menschen, die man dort trifft...leider war das Fotografieren verboten. U.a. wurden wir auf der Stadttour noch in ein besonders gutes Café mit echter heißer Schokolade und riesiger Trüffelpralinen-Auswahl, zu einem alten Kino und in interessante Galerien geführt. Die Leute haben das wirklich sehr gut gemacht und es hat sich total gelohnt, um ein vollständigeres Bild von Riga zu bekommen.
Album: Riga

Hm, was noch? Lettland ist eindeutig billiger als Schweden, was uns besonders in der Backwarenabteilung des Supermarktes zum Verhängnis wurde. Noch dazu gibt es dort so leckere Blätterteigdinger, die ich schon ewig nicht mehr gegessen hatte. Aber ich sollte auch erwähnen, dass die Letten ein eher unsympathisches Völkchen sind. Mit verbissenen Gesichern, den Blick nach unten gerichtet, laufen sie in ihren hässlichen Pelzmänteln durch die Straßen und wenn man im Weg steht, wird eben gedrängelt. Und falls man Ausküfte bekommt, sind diese generell kurz und unfreundlich. Noch dazu scheint das ganze Stadtzentrum kameraüberwacht zu sein - besonders nett, wenn man dann auch noch sieht, wie diese sich bewegen...

Aber als Touri lässt es sich trotzdem gut aushalten, v.a. in den zahlreichen Cafés;-) Am Freitag haben wir noch ewas mehr von dem Museum angeschaut, ein Blick vom Kirchturm war auch noch drin und zu Mittag gab es sehr leckere Pelmeni (sowas wie Tortellini) in einem Selbstbedienungsladen, den wir eigentlich viel zu spät gefunden haben (wär auch perfekt für die ersten beiden Tage gewesen). Danach ging es mit dem Bus nach Tallinn.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sieht ganz nett aus, vor allem der Mix aus alt und neu.
Aber was treiben die Bremer Stadtmusikanten in Riga und warum sieht die eine Hütte der Skyline wie ein moderner Eifelturm aus? Seltsam!
Whatever, die wichtigsten Fragen, die nach regionaler Küche fanden ja zum Glück Antworten *mjam*

LG
L

Anonym hat gesagt…

Was, die Bremer Stadtmusikanten gibt es in Riga? Die sehen abers schon etwas anders aus als die in Bremen - die habe ich heute nämlich mit meiner Schwester bei allerschönstem Schneeregenwetter begutachten können. Die regionale Küche schien ja wirklich einiges herzugeben. Da kann man direkt neidisch werden.

Steffi hat gesagt…

Allerdings muss man schon sagen, dass die "Rigaer Stadtmusikanten" einen recht gequälten Eindruck machen...
Die Bilder von der Stadt sind aber sehr schön. Da merkt man noch richtig, dass Riga mal Hansestadt war.
Und das Essen sieht ohne Zweifel zum Anbeißen aus *mmh*