Freitag, 13. März 2009

Ich in Schweden

Nun habe ich, Luzia, auch die Ehre einen Gastbeitrag in Judiths Blog zu schreiben und meine Erlebnisse in schwedischen Wohnheimen und auf weiter schwedischer beschneiter Flur zu schildern. Zum Glück ist auch wirklich noch viel Schnee da, sodass sich meine Investition in eine Skihose sehr gelohnt hat. Nicht nur gegen die Kälte, sondern auch für Schneeengel und Rodeln auf Plastiktüten unverzichtbar. Beim Rodeln hatte Judith zunächst mehr den Trick raus, aber später bin ich am Skihang doch weiter gekommen als sie :-). Zum Schluss hatte ich Schnee hinten in der Hose und wir sind auf dem Rückweg noch in der Unibibo vorbei gegangen. Das ist ein wirklich sehr schöner, heller, weitläufiger, modernen Bau, in dem ich auch gerne meine Hausarbeiten schreiben würde… Im Keller, wo das Magazin aller (in Schweden veröffentlichten?) Bücher war, haben wir noch ein tolles Bilderbuch auf deutsch gefunden, „Gans, Tod und Tulpe“ hieß es.
Über das Essen hier in Schweden kann man sich streiten. Ich bin kein großer Liebhaber von schwedischen Würstchen und Ziegenbutter mit Vanille. Dagegen ist das Gebäck hier spitzenklasse! Zu meinem Geburtstag bekam ich von Judith sogar Frühstück ans Bett in Form von „Sieben Sorten Gebäck“ (fast alles selbst gebacken und alles sehr sehr lecker!). Nach der Geburtstagsfika am Nachmittag konnte ich wirklich kein einziges Stückchen Kuchen mehr essen. Da tat der Spaziergang in die Innenstadt wirklich gut. Da es ja alles hier sehr weitläufig ist, dauert das schon seine 35 Minuten. Dafür gab es dann Jazz-Musik von der Norrlands-Big Band. Da waren wirklich nur „Typen“ dabei, wirklich richtige Künstlertypen…
Heute konnte ich wieder mal länger schlafen als Judith, die ins Labor musste. Das hindert mich aber auch nicht daran noch gemeinsam einen Mittagsschlaf zu machen. So viel wie hier habe ich wirklich seit Jahren nicht gepennt. Aber ich habe mich auch schon einmal alleine auf die Socken gemacht um in das Freilicht-Museum „Gammlia“ zu marschieren. Da waren viele schneebedeckte Hütten, die alle genauso aussahen wie alle Häuser in Schweden: rot! Aber das Bildmuseum hatte eine interessante Ausstellung von einer Künstlerin, die Bilder mit Stoff, Nadel und Faden „gemalt“ hat. Da waren viele Rentiere zu sehen mit Schlitten voller Sami (?), jedenfalls hatten fast alle so rote Käppchen auf. Mein anschließender Besuch in der Shoppingmall von Umea hat außer einem BigMac bei Mc Donalds nicht viel eingebracht – wieder Geld gespart. Schöne Postkarten gab es nicht, dafür habe ich die Vorliebe der Schweden für bunte Muster an Tapeten, Büchern und Klamotten bestätigt gefunden.
Ansonsten konnte ich Zeuge werden für die aufgeräumte und saubere Küche von Judiths Korridor im Gegensatz zur etwas unaufgeräumten von Lisas. Die schwedische Energieverschwendung in Form von Lichtdauerbrennen und Abwaschen bei laufendem Wasser ließ sich auch gut beobachten und selbst anwenden :-). Von meinem einem Semester Schwedisch, was ich vor eineinhalb Jahren mal in Jena besucht hatte, ist leider nicht viel übrig geblieben und so habe ich noch nicht mal bemerkt, dass ich beim Mittwochabendgottesdienst ein finnisches Gesangbuch in den Händen hielt (von außen sah das genau gleich aus, aber der unterschiedliche Text hat mich schon verwirrt). Allerdings habe ich beim Film „Amelie“ in Originalsprache mit schwedischen Untertiteln auch nicht mehr verstanden, obwohl ich sieben Jahre lang Französisch in der Schule hatte.
Heute geht es mit dem Nachtzug nach Uppsala, morgen nach Stockholm und übermorgen wieder heim mit dem Bus.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

ohh, na dann herzlichen Glückwunsch nachträglich :)!

*Skål mit Glögg*

LiLa