Sonntag, 31. August 2008

Kleine Radtour und Blåbärkaka

Mit dem Fahrrad im Schuppen vor der Haustür konnte ich natürlich nicht lange ruhig sitzen, war ja klar. Habe heute Morgen also gewartet, bis die Außentemperatur über 5°C gestiegen war und mich auf den Weg gemacht, ein bisschen was vom Meer zu sehen. Das Rad geht ganz gut - ziemlich schnell, denke ich, kann es aber gar nicht einschätzen. Das Gute an Schweden ist, dass man sich eigentlich auf den Straßen nicht verfahren kann, weil es da nicht viele Möglichkeiten gibt. Meistens ist es wirklich nur eine, die zu einem bestimmten Punkt führt. Das Schlechte ist, dass eben diese eine Straße fast nur geradeaus führt und rechts und links von Wald gesäumt ist. Na gut, manchmal ist der Wald gerade abgeholzt worden und manchmal findet sich auch ein rotes Häuschen. Oder ein Reßighaufen. Für eine Strecke von 10-15 km ist das also durchaus ertragbar, viele weiter ist aber sicher ziemlich öde. Hm, und wenn man dann am Ende der Landzunge angekommen ist und mal ans Wasser will, gibt´s da plötzlich viele Häuser. Ich wollt nun auch nicht direkt übers Grundstück laufen...hab aber doch noch ein bisschen herumlaufen können. Offenes Meer war das an der Stelle nicht, wohl eher Schären. Weiter weg wollt ich heute aber auch noch nicht (man muss ja im Notfall heimschieben können). Außerdem ist das ein Herrenrad und der Sattel...hmpf.

Wieder zurück am Nydala-See habe ich noch eine ganze Weile Blaubeeren gesammelt, die wir heute Abend zu einem Blaubeerkuchen mit Vanilleeis verarbeitet haben. Und ich muss zugeben: das ist uns wirklich gut gelungen! Sehr, sehr lecker...



Und morgen beginnt hier tatsächlich die Uni. Mein erster Kurs ist Molecular Genetics und momentan hab ich das Gefühl, dass der mir nicht viel Freizeit lassen wird. Aber manchmal ist es am Ende ja nur halb so wild, wie´s erst auf dem Stundenplan aussieht. Also morgen 2 Vorlesungen und eine "problem solving class", was auch immer das genau sein mag...Vielleicht solte ich für die Allgemeinheit nochmal erwähnen, dass hier nach einem anderen System studiert wird als in vielen anderen Ländern. Man hat nicht viele Fächer und viele Prüfungen gleichzeitig, sondern alles nacheinander. Ich habe zuerst also ca. 10 Wochen lang Molekulargenetik (Vorlesungen, Labor inkl. Vorbereitung, Computerübungen, Gruppenarbeit...) und schließe das mit einer Klausur ab. Anfang November geht es dann nach gleichem Muster mit "Medicinal Chemistry" weiter, Mitte Januar folgt "Tumour Biology" und ab Mitte/Ende März werde ich an einem kleinen (selbst gesuchten) Projekt arbeiten, was sich hier "Degree Thesis in Molecular Biology" nennt. Für mich ist das ein schönes langes Praktium, was ich mir hoffentlich in Jena anrechnen lassen kann. Zuerst hatte ich dafür einen anderen Kurs (Virologie), aber das fand ich dann doch nicht mehr so toll und habe es letzte Woche ändern können.
Ja...bis 17:00 Uhr geht das morgen und 19:00 Uhr ist erste Orchesterprobe mit der "Umeå Musiksällskap". Ich habe heute der Bratschen-Stimmführerin eine Mail geschrieben und Bescheid gesagt, dass ich morgen komme. Hah, sie hat tatsächlich auch auf Schwedisch geantwortet! Dann kann´s ja nicht so falsch gewesen sein:-)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hej Judith, deine Kurse hören sich interessant an, vor allem was man unter "medicinal chemistry" versteht würd ich gerne mal wissen...
Schreib ruhig mal, wie das genau organisiert ist, bis jetzt klingt es sehr ähnlich wie Lund.