Sonntag, 19. Oktober 2008

Luleå und Piteå

Mit Temperaturen um den Gefrierpunkt hatte ich ein kaltes, aber sonniges Wochenende. Schon am Samstagmorgen war ich froh, nicht mit dem Rad unterwegs zu sein, weil es mich dann schon in der ersten Kurve hingelegt hätte. Aber mit dem Bus gab´s keine Probleme und wir haben die 5 Stunden Fahrt einwandfrei in der ersten Reihe im Doppeldecker hinter uns gebracht.
In Luleå angekommen, haben wir uns einen Stadtplan besorgt und sind ein bisschen am Wasser entlang gelaufen. Das ist dort eigentlich überall. Und die Stadt selbst ist...naja, recht übersichtlich. Es gibt schon so etwas wie ein Zentrum und dort sind auch erstaunlich viele Geschäfte, aber ansonsten ist dort nicht viel mehr. Wir haben die große Kirche im Zentrum besichtigt, sind dann zufällig noch an einer interessanten katholischen Kirchenkonstruktion vorbeigekommen und zuletzt - geplant - an noch einer protestantischen Kirche, wo wir auch die Ankündigung für das abendliche Konzert eines Frauenchors gefunden haben. Also erstmal zur Jugendherberge, über Handy den Pincode bekommen, Schlüssel steckte an der Zimmertür. Die Herberge war total schön und sauber und der Herbergsvater hatte ein Riesen-Vertrauen in uns. Da wir ja abends weg waren, mussten wir erst am nächsten Morgen bezahlen und wäre er da nicht da gewesen, hätten wir das Geld einfach im Zimmer liegen lassen können...
Dieses Konzert war ganz nett. Der "Chor" bestand aus 7 Frauen und wenn man bedenkt, was sie für ein schweres und langes Programm hatten, war die Darbietung schon sehr gut. Schubert und Brahms waren auch dabei, also deutsche Texte von Schwedinnen gesungen!
Wieder zurück haben wir was gekocht und einen schlechten Film angerissen. Später kam dann noch ein anderer Gast in der Küche vorbei und es stellte sich heraus, dass er ein deutscher Zahnarzt ist, der in den letzten 6 Jahren in Schweden und Norwegen gearbeitet hat. Die Themen mit diesem Menschen waren sehr breitgefächert: Norwegen, Familienpolitik, Finanzkrise, schwarze Löcher, Teichenbeschleuniger, DDR, Kirche, deutsches Bildungssystem und und und...dafür aber auch recht oberflächlich;-)

Am nächten Morgen war alles dick mit Rauhreif bedeckt und wir sind das Stückchen nach Piteå gefahren. Nun ja, Piteå ist noch übersichtlicher als Luleå, eben ein nettes kleines Städtchen, in dem es aber nach höchstens einer Stunde im Zentrum nicht mehr viel zu sehen gibt. Die Kälte hat uns dann erstmal in ein tolles Café getrieben, wo wir heiße Schokolade mit einer Zimtschnecke genossen haben...mhm. Gleichzeitig haben wir den weiteren Plan ausgearbeitet und der hieß: 6 km zu so einer alten Kirche mit "kyrkostad" (also Kirchenstadt) laufen. Auf den Wegen, die in ein paar Monaten Skiloipen sein werden, ging es durch ein Wäldchen, wo man tiefgefrorene Blaubeeren naschen konnte;-) An der Kirche angekommen, haben wir festgestellt, dass da heute unser Frauenchor von gestern singen würde. Und die alten schwedischen Holzhäuschen drumherum waren total schön! Dummerweise fahren in Piteå sonntags nur sehr, sehr wenige Busse, sodass wir dann den Rückweg zu Fuß antreten mussten, obwohl uns beiden nicht mehr nach Laufen zumute war. Noch dazu wurde die Zeit aus unerklärlichen Gründen recht knapp und wir haben eine ziemlich lange Strecke im Stechschritt zurückgelegt. Zum Glück haben wir unseren Bus nach Umeå bekommen; der nächste wäre nämlich erst 4 Stunden später gegangen.

Endlich wieder richtige Fotos!
Luleå und Piteå

Als ich dann vom Bus nach Hause lief, überholten mich auf dem Fuß- und Radweg ein Krankenwagen und ein Polizeiauto. Auf der Fußgängerbrücke, die nach Ålidhem führt, war eine junge Frau über das Geländer geklettert und wollte springen. Die Freundin (oder wer auch immer) umklammerte sie von hinten und redete auf sie ein; unter der Brücke auch schon ein Polizeiauto. Schaulustige gab´s schon genug; ich bin weiter gegangen. Aber ich hoffe wirklich, dass sie sich überzeugen lassen hat und nicht gesprungen ist...

Na gut, auf in die neue Woche, muss mir noch die Anleitung für unser letztes Experiment in diesem Kurs anschauen.
Hej då och ha en trevlig vecka!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Was mir immer wieder auf den Bildern auffällt ist der extrem blaue Himmel. Okay, eigentlich nicht verwunderlich, aber nachdem hier derzeit viel grau/ schwarz ist (und das noch nicht einmal vom SMOG) sieht es umso idyllischer aus. "Konditorei" ist scheinbar ein recht universelles Wort, womit also das blanke Überleben in Schweden gesichert wäre *mjam* Aber lustig bunt ist das Gebäck!
Die kleinen Holzhäuser wären mir laub ich ein wenig zu schwedisch (?) aber architektonisch sehr interessant, vor allem der Verlauf der Holzfluchten...;)
LG aus dem "Süden", türlich auch von Linda!
L