Gestern ging das Programm im Folkets Hus schon 13:00 mit Erika Stucky (einer Sängerin) los. War ganz interessant, was sie alles mit ihrer Stimme anstellen konnte, noch interessanter war allerdings der Tubist, der sie begleitete und auch ein Solo präsentiert hat. Irgendwie hat er gleichzeitig in die Tuba gesungen und gespielt und währenddessen noch irgendwelche Rhythmen auf das Metall geklopft. Danach dann großes Aufsehen um ein Chorprogramm mit ein paar Streichern neben den obligatorischen Bläsern - das war nicht so der Reißer. Ein paar nette Sachen waren dabei, aber der Großteil war langweilig.
Hm, ich hab die ja gestern schon für die Probe gelobt, aber beim eigentlichen Auftritt hab ich dann gemerkt, dass es da wirklich nur um die Abläufe ging. Grade bei ihren Soli haben sie gestern Abend richtig losgelegt und es kam auch super an. Ich hatte die äußerst wichtige Aufgabe, am Ende Blumen zu übereichen - die erste Chance hab ich gleich mal verpeilt, weil ich nicht wusste, ob das nun wirklich das letzte Stück war. Aber zum Glück haben sie noch eine Zugabe gegeben, sodass ich danach gleich auf die Bühne hechten konnte;-)
Jep, wir haben noch zusammen gegessen, wobei ich dann zu hören bekam, was alles schief gegangen war - so viele "Sorrys", eigentlich hat sicher jeder bei jedem entschuldigt. Dazu das Jazz-Fachvokabular und heftige Diskussionen, wer an der Stelle hätte spielen müssen, Drummer-Geklopfe auf dem Tisch und angesungene Melodien. Der Drummer muss eine Weile lang mal gar keine Ahnung gehabt haben, wo die anderen waren. Ja, das war der Anfang der Tour - heute spielen sie in Coesfeld. Muss ich mich schämen, wenn ich diese deutsche Stadt nicht kenne...? Ich bin dann aufgebrochen, um noch ein bisschen was anderes zu hören. Nicht aber, ohne vorher nochmal die Abholzeit am Hotel bekannt zu geben und an die Zeitumstellung zu erinnern. Die waren auch alle ganz lieb, haben sich nochmal bei mir bedankt und ich mich bei ihnen. War schon cool mit den Leuten, am Anfang noch so unnahbare Künstler, aber innerhalb der kurzen Zeit habe ich doch ein persönliches Bild von jedem bekommen und wir konnten uns ganz normal miteinander unterhalten.
Ich hab mir noch eine Kontrabassistin und eine Pianistin angehört, die mir eindeutig zu modern waren. Die hat z.B. mit ihrem Bogen im f-Loch rumgestochert, um irgendwelche Geräusche zu erzeugen. Besser war das Christian Scott Quintett, der Abschluss in der großen Konzerthalle. Ein sehr guter Trompeter. Danach war ich aber echt kaputt und - Freude über Freude - bin mal wieder im regnerisch-stürmischen Wetter nach Hause geradelt.
Ich hab noch ein paar Fotos und ein Trompeter-Video zum bestehenden Album hinzugefügt.
| Jazz Festival |
Heute Abend findet noch ein abschließendes Pizza-Essen der Volontäre statt und auch danach spielen noch 2 Bands. Mal sehen, ob man das anhören kann...
2 Kommentare:
Liebe Judith,
was nimmst Du eigentlich nicht mit...und wann begleitet Dich Musik mal nicht durch Dein Leben? Zieht sie Dich an oder Du sie?
So groß Deine Musik auch sein mag, so entsetzt bin ich, dass Du Coesfeld nicht kennst...;)
Wenn Du mal wieder in Deutschland bist, sehe ich mich gezwungen Dir mal die Nachbarschaft meiner Heimat zu zeigen...Ach ja...tu ihnen einen Gefallen- das "oe" ist ein westfählisches Dehnungs-"e" kein "ö" - nur vorsichtshalber ;)
So, genug zu Erdkunde...
Die Bilder lassen mal wieder vermuten wie groß die Jazz-Party wirklich war und wie mitreißend.
Da ist es doch fast egal, ob es draußen hell oder dunkel ist.
LG
La
Hej Lars,
herzlichen Dank für die netten Kommentare,ich freue mich immer sehr darüber!
Klar nehm ich "alles" mit! Aber nur das, was mir gefällt und das schließt die typischen Aktivitäten eines international student aus - pre-party, party, after-party. Aber ich bin sehr zufrieden, so wie ich es mir hier oben in den letzten 2 Monaten eingerichtet habe und fühle mich wirklich wohl.
Ups, so kommen meine unzureichenden Kenntnisse über die Geografie des fernen Westdeutschland ans Tageslicht... viellicht sollte ich dein Angebot annehmen. Die Amis haben´s übrigens auch nicht als "ö" ausgesprochen, sodass ich schonmal gute Voraussetzungen habe, niemandem zu nahe zu treten;-)
Apropos dunkel - ich schau nachmittags aus dem Fenster, dann auf die Uhr...hoppla, was soll denn das? Halb 4 dämmert es jetzt, ein Hoch auf die Zeitumstellung!
Liebe Grüße,
Judith
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